Zelkova

Zelkove, Ulmengewächs, Ulmaceae

Gattung:

Zelkova umfasst 6 Arten (Kew 2023), die von Sizilien bis Japan beheimatet sind. Z. abelicea aus den Gebirgen Kretas und die erst 1991 entdeckte Zelkova sicula aus Sizilien stellen Reliktvorkommen aus dem Tertiär dar, als die Gattung in Europa noch weit verbreitet war. Zelkova-Arten sind nahe mit den Ulmen verwandt und, je nach Art, gegenüber dem Ulmensterben anfällig (Bärtels & Schmidt 2014).
 

 

Zelkova serrata

Japanische Zelkove,
Zelkova serrata,
Ulmengewächs, Ulmaceae

 

Steckbrief:

In seiner Heimat bis 25 m hoher, sommergrüner Baum mit kurz gestielten Blättern und eiförmig-lanzettlichen, 8−11 cm langen, am Rand gesägten Blattspreiten mit 10−15 Seitennervenpaaren. Blüten achselständig, sehr klein, grünlich. Blütezeit April bis Mai.
 

Name:

Zelkova ist von dem georgischen Lokalnamen „Dselkua“ bzw. „Dselkwa“ entlehnt und bedeutet frei übersetzt Felssäule, weil das harte Holz von Z. carpinifolia gerne als Steher beim Hausbau verwendet wurde (Spach 1841).
 

Heimat:

Ostasien von Ostchina und Korea bis Taiwan und Japan.
 

Nutzung:

Im Gebiet als Zier- und Parkbaum, häufig auch als Bonsai. In Sorten wie `Green Vase´ (1983) oder `Village Green´ (1964) (Bärtels & Schmidt 2014). Die Art ist wärmeliebend, windfest, stadtklimafest (Bruns 2009) und wenig anfällig gegenüber dem Ulmensterben. Bei dem im Pflanzenhandel als Zelkova `Verschaffeltii´ zu findenden Pflanzen handelt es sich um eine Hybride aus Z. carpinifolia × Z. serrata, die nach dem belgischen Gärtner und Botaniker Ambroise Verschaffelt (1825−1886) benannt ist.
 

Ausbreitung:

1830 durch Philipp Franz von Siebold (1796−1866) in die Niederlande eingeführt (Andrews 1994). Im Gebiet seit 1861 in gärtnerischer Kultur (Bärtels & Schmidt 2014).
DEUTSCHLAND:
Subspontan 1936 am Güterbahnhof Karlsruhe in Baden-Württemberg (Jauch 1938) und ehemals in Berlin (Seitz & al. 2012, Hand & Thieme 2024). Die Art wird in den „Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs“ (Sebald & al. 1990) nicht geführt.
ÖSTERREICH:
Unbeständig ehemals im Türkenschanzpark in Wien (Forstner & Hübl 1971, Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021), Großbritannien (Clement & Foster 1994) und seit 1973 in Tschechien (Pyšek & al. 2012).
 

 
Weitere Art:

Zelkova carpinifolia

Die Kaukasus-Zelkove, Zelkova carpinifolia, ist im weiten Kaukasusgebiet beheimatet. Sie findet sich seit 1760 in gärtnerischer Kultur (Bärtels & Schmidt 2014), wird im Gebiet aber kaum kultiviert, da sie oft nicht ausreichend winterhart ist. Häufig hingegen wird sie als Bonsai genutzt. Im Gebiet wurde sie 2017 subspontan in Gelsenkirchen-Horst in Nordrhein-Westfalen (Buch & Jagel 2017) gefunden. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) nicht angegeben.
 
 

Quellen:

Andrews S. (1994). Tree of the year: Zelkova - Int. Dendrol. Soc. Yearbook: 11-30.

Bärtels A. & Schmidt P. A. (2014): Enzyklopädie der Gartengehölze – Ulmer-Verlag Stuttgart, 883 S.

Bruns J. (2009): Bruns Pflanzen – Sortimentskatalog Gehölze 2009/2010 – Ulmer Verlag, 1123 S.

Buch C. & Jagel A. (2018): Ekursion Gelsenkirchen-Horst, Frühblüher im Nordsternpark – Jahrbuch des Bochumer Botanischen Vereins 8: 153-155.

Clement E. J. & Foster M. C. (1994): Alien plants oft he British Isles – London: Botanical Society of the British Isles. 591 p.

Forstner W. & E. Hübl (1971): Ruderal-, Segetal-und Adventivflora von Wien – Verlag Notring, Wien.

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm



Jauch F. (1938): Fremdpflanzen auf den Karlsruher Güterbahnhöfen – Beiträge zur naturkundlichen Forschung in Südwestdeutschland 3: 76-147.  

Pyšek P., Danihelka J., Sádlo J., Chrtek J. jr., Chytrý M., Jarošík V., Kaplan Z., Krahulec F., Moravcová L., Pergl J., Štajerová K. & Tichý L. (2012): Catalogue of alien plants of the Czech Re­public (2nd edition): checklist update, taxonomic diversity and invasion patterns. – Preslia 84: 155–255.

Sebald O., Seybold S. & G. Philippi (1990): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Bd. 2: Hypericaceae bis Primulaceae. Verlag E. Ulmer, Stuttgart.

Seitz B., Ristow M., Prasse R., Machatzi B., Klemm G., Böcker R. & Sukopp H. (2012): Der Berliner Florenatlas – Verhandlungen des Bot. Vereins von Berlin und Brandenburg, Beiheft 7.

Spach E. (1841): Note sur les Planera. In: Annales des Sciences Naturelles. 2ème Série. Band 15: 349–359

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Walter J., Essl F., Niklfeld H. & Fischer M. A. (2002): Gefäßpflanzen. – In: Essl F. & Rabitsch W.: Neobiota in Österreich: 46–173. – Wien: Umweltbundesamt.