Zantedeschia

Zantedeschie, Aronstabgewächs, Araceae

Gattung:

Zantedeschia umfasst etwa 8 afrikanische Arten (Kew 2023) mit Mannigfaltigkeitszentrum in Südafrika.
 

Zantedeschia albomaculata

Gefleckte Zantedeschie,
Zantedeschia albomaculata,
Aronstabgewächs, Araceae

 

Steckbrief:

Bis 60 cm hohe Staude mit kriechendem Rhizom als Überdauerungsorgan. Blätter gestielt, Spreite pfeilförmig, oberseits hell gesprenkelt. Blütenstandsschaft mit einem einzelnen, auffälligen, weißen Hochblatt, bei Kulturformen auch andersfärbig. Blütenkolben mit unten weiblichen, oben männlichen Blüten. Kugelförmige Beeren anfangs grün, reif orange. Blütezeit im Gebiet (subspontan) nicht bekannt.
 

Name:

Der Gattungsname ehrt den italienischen Arzt und Botaniker Giovanni Zantedeschi (1773–1846). Zantedeschi schrieb 10 Arbeiten über die Flora der Provinz Brescia. Er war mit dem deutschen Botaniker Kurt Sprengel (1766−1833) befreundet, der die Gattung Zantedeschia nach ihm benannte.
 

Heimat:

In zwei Unterarten im tropischen und subtropischen Afrika.
 

Nutzung:

Zierpflanze, im Gebiet besonders als Zimmerpflanze. Auch in der Trauerfloristik von Bedeutung.
 

Ausbreitung:

In Europa seit spätestens 1859 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008). Durch Gartenauswurf vereinzelt vorübergehend subspontan angegeben, aufgrund der Kälteempfindlichkeit der Art aber sicher keine Verwilderungen.
DEUTSCHLAND:
Angegeben 1913 für Schutt am Friedhof Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz (Zimmermann 1914). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) nicht angegeben.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 
Weitere Art:

Zantedeschia aethiopica

Die Äthiopische Zantedeschie, Zantedeschia aethiopica, auch Zimmerkalla genannt, ist im südlichen Afrika beheimatet und kam im 17. Jahrhundert nach Europa (Aubrey 2001). Sie tritt in vielen Teilen der Erde subspontan auf, in Südwest-Australien und Neuseeland lokal auch invasiv. Zantedeschia aethiopica hat sich auch in Teilen Südeuropas eingebürgert, so in Teilen der Iberischen Halbinsel, wo sie wahrscheinlich von beerenfressenden Vögeln verbreitet wird (Galán & Castroviejo 2007). Mehrere Sorten werden als Garten- oder Zimmerzierpflanzen gezogen, so etwa die kältetolerante `Crowborough´ oder die rosa blühende `Pink Mist´. Aufgrund ihrer hohen Toleranz gegenüber Eisen wird die Art zur Phytosanierung von Abwässern genutzt. 2016 konnte sie subspontan an der Uferböschung des Gurtenbaches in Vormarkt Gurten, Gemeinde Obernberg am Inn in Oberösterreich gefunden werden. Dabei handelte es sich um eine gut eingewachsene Pflanze, die durch Gartenabfälle dorthin verschleppt wurde. Da diese Art bei uns nicht winterhart ist, blieb das Vorkommen unbeständig (Hohla 2022). Subspontan u.a. in Italien (Galasso & al. 2024).
 

Quellen

Aubrey A. (2001): Zantedeschia aethiopica (L.) Spreng. Witwatersrand National Botanical Garden

Galán A. & Castroviejo S. (2007) Zantedeschia. In: Castroviejo S. (Hrsg.), Flora Iberica, Bd. 18. Real Jardín Botánico, Madrid: 308-310.

Galasso G., F. Conti, L. Peruzzi, A. Alessandrini, N. M. G. Ardenghi, G. Bacchetta, E. Banfi, G. Barberis, L. Bernardo, D. Bouvet, M. Bovio, M. Castello, L. Cecchi, E. Del Guacchio, G. Domina, S. Fascetti, L. Gallo, R. Guarino, L. Gubellini A. Guiggi, N. Hofmann, M. Iberite , P. Jiménez-Mejíase, D. Longo, D. Marchetti, F. Martini, R. R. Masin, P. Medagli, C. M. Musarella , S. Peccenini, L. Podda, F. Prosser, F. Roma-Marzio, L. Rosati, A. Santangelo, A. Scoppola, A. Selvaggi, F. Selvi, A. Soldano, A. Stinca, R. P. Wagensommer, T. Wilhalm & F. Bartolucci (2024): A second update to the checklist of the vascular flora alien to Italy – Plant Biosystems 158: 297−340.



Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hohla M. (2022): Flora des Innviertels – Stapfia 115, 720 S., unter besonderer Mitwirkung von F. Grims†, R. Krisai†, P.A.Kraml, S. Kellerer, G. Kleesadl, G. Pflugbeil, P. Pilsl, J. Samhaber, C. Schröck, J.A. Stemper, O. Stöhr & W. Zahlheimer.

Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Zimmermann F. (1914): Neue Adventiv- und neue Kulturpflanzen nebst einigen neuen Pflanzenformen der Pfalz – Pfälzische Heimatkunde X: 7-10.