Veronica

Ehrenpreis, Wegerichgewächs, Plantaginaceae

Gattung:

Veronica umfasst, inkl. Chionohebe, Derwentia, Detzneria, Hebe, Heliohebe, Leonohebe, Parahebe und Pseudolysimachion, exkl. Veronicastrum, etwa 461 Arten (Kew 2023) und ist fast weltweit verbreitet, die meisten davon auf der Nordhalbkugel. 1789 wurde die Gattung Hebe aufgestellt. Die Gruppe um die Hebe-Arten wechselten in den darauffolgenden Jahrhunderten immer wieder von Veronica zu Hebe und umgekehrt. Molekularphylogenetische Studien Anfang des 21. Jahrhunderts zeigten, dass die Abtrennung der Hebe-Gruppe die Gattung Veronica paraphyletisch macht und dass bei dieser Vorgehensweise Veronica in eine beträchtliche Anzahl von weiteren kleinen Gattungen aufgesplittet werden müsste. Garnock-Jones & al. (2007) gingen den Weg, den Hebe-Komplex innerhalb von Veronica zu führen und diese Vorgehensweise wird heute allgemein akzeptiert.
 

Veronica filiformis 

Faden-Ehrenpreis,
Veronica filiformis 
Wegerichgewächs, Plantaginaceae

 

Steckbrief: 

5−15 cm hohe, bis 50 cm lange Mehrjährige mit niederliegenden, fädigen, wurzelnden Stängeln. Blätter gestielt, Spreite rundlich, ± so lang wie breit, schwach gekerbt. Blüten in lockeren Trauben, 9−14 mm im Ø, hellblau bis weiß, mit dunklen Streifen, Schlund gelb umrandet. Blüten- und Fruchtstiel 4−6× so lang wie der Kelch. Kapsel meist steril, 4−5 mm breit, abgeflacht, schwach gekielt, drüsig. Blütezeit April bis Mai.
Verwechslungsmöglichkeit: Der Persische Ehrenpreis, Veronica persica, ist ein- bis zweijährig, wurzelt nicht oder kaum am Stängel und hat einen Blüten- und Fruchtstiel, der höchstens 4× so lang wie der Kelch ist.
 

Nutzung: 

Ehemals als Zierpflanze.
 

Ausbreitung: 

Beheimatet im Kaukasus-Gebiet, westlich bis zur Krim reichend. 1780 in England eingeführt, im Gebiet erstmals 1817 im Breiterschen Garten in Leipzig nachgewiesen. Erst im 20. Jahrhundert fand die Art mehr Beachtung, vor allem zur Grabbepflanzung (Krausch 2003)
Schon bald wurden erste Verwilderungen bekannt und seit etwa 1930 ist der Faden-Ehrenpreis in Mitteleuropa als eingebürgert zu betrachten. Er hat sich hier in Rasenanlagen, die im Jahr vielfach gemäht werden, eingenischt. In den Alpen steigt er bis zumindest 1650 m Seehöhe (Feder 2022).
 
Der Faden-Ehrenpreis ist selbststeril, er ist auf die Fremdbestäubung eines anderen Genotyps angewiesen. Da aber Populationen jeweils meist nur aus einem Genotyp bestehen, kommt es im Gebiet zu keinem Fruchtansatz. Die Art vermehrt sich in Mitteleuropa vegetativ über abgerissene und sich bewurzelnde Stängelstücke. Durch die Mahd werden diese Ausläuferfragmente mit den Mähgeräten verschleppt und können andernorts wieder anwurzeln. Die Art gilt bei den meisten Gartenbesitzern als Rasenunkraut. Es bleibt die Frage erlaubt, ob Pflanzen wie der Faden-Ehrenpreis diese einheitsgrüne Tristesse namens Rasen nicht viel mehr ökologisch, wie auch optisch aufwerten.
 
DEUTSCHLAND, ÖSTERREICH, SCHWEIZ:
Im Großteil des Gebietes verbreitet und eingebürgert. Der Erstnachweis für Bayern erfolgte um 1929 (Meierott & al. 2024). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1934 (Glaser & al. 2025). Aus dem Kanton Zürich 1928 subspontan erstmals gemeldet (Wohlgemuth & al. 2020).
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021), Norwegen (Gederaas & al. 2012), den Niederlanden (FLORON 2021), seit 1938 in Tschechien (Pyšek & al. 2012) und seit 1937 in der Slowakei (Medvecká & al. 2012).

 
Weitere Arten:

Veronica arguteserrata

Der Spitzzähnige Ehrenpreis, Veronica arguteserrata, ist in den Gebirgen Asiens, abgesprengt auch im Smolikas-Gebirge Griechenlands beheimatet. 
Er wurde 1988 am Neckarufer beim Götzenturm in Heilbronn in Baden-Württemberg entdeckt (Gramlich 1991), konnte dort aber nur bis 1991 beobachtet werden, während seit 1990 ein Vorkommen in Stuttgart-Untertürkheim bekannt ist (Sebald & al. 1996, Hensen & al. 2011). 2006 konnte die Art im Stadtzentrum von Innsbruck in Nordtirol unter einer Spierenhecke gefunden werden (Zidorn 2008)
Seit 1878 auch in Nordamerika subspontan.
 

Veronica barrelieri

Von Norditalien bis zur Krim ist der Barrelier-Ehrenpreis, Veronica barrelieri, in mehreren Unterarten beheimatet. Er ist zu Ehren des französischen Botanikers und Dominikanermönchs Jacques Barrelier (1606−1673) benannt, dessen Name auch in der Gattung Barleria, Familie der Akanthusgewächse, steckt.
In der heimischen Gartengestaltung spielt die Art keine Rolle, sie wird aber 2017 in Schutt beim Bahnhof Wolfratshausen in Bayern angegeben (Dickoré & Dickoré 2019). Die Art ist in der „Flora von Bayern“ (Meierott & al. 2024) nicht enthalten.
 

Veronica campylopoda

In großen Teilen Westasiens ist der Gekrümmte Ehrenpreis, Veronica campylopoda, beheimatet. 
Unbeständig eingeschleppt wird er um 1940 für Coswig in Sachsen-Anhalt (Hegi 1975, Hand & Thieme 2024) angegeben. 
Subspontan auch in Belgien (Verloove 2021).
 

Veronica ceratocarpa

Der Hornfrucht-Ehrenpreis, Veronica ceratocarpa, ist in Ost-Anatolien, Armenien, im Kaukasus und im Nord-Iran beheimatet, ist eine Elternart des im Gebiet so häufigen Persischen Ehrenpreises, Veronica persica, und findet sich im Gebiet nur ganz selten verschleppt, so 1893 auf Bauplätzen am rechten Salzachufer im Stadtgebiet von Salzburg in großer Menge (Pilsl & al. 2008, Glaser & al. 2025). Subspontan 1854 auch in Belgien (Verloove 2021).
 

Veronica cinerea

In Anatolien, Syrien und im Libanon ist der Aschgraue Ehrenpreis, Veronica cinerea, beheimatet. Er wird selten als Zierstaude für Steingärten und Tröge genutzt und 1888 für den Mannheimer Hafen Mühlau in Baden-Württemberg (Magnus 1889) und 1910 für den Hafen Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz (Zimmermann 1912, Hand & Thieme 2024) angegeben. Die Angabe aus Baden-Württemberg ist nach Hand & Thieme (2024) falsch.
 

Veronica cymbalaria

Der mediterrane Zimbel-Ehrenpreis, Veronica cymbalaria, tritt im Gebiet selten verschleppt auf. 
So 1994 am Güterbahnhof Freiburg und 1995 am Bahnhof Radolfzell in Baden-Württemberg (Hügin & Hügin 1998, Hand & Thieme 2024), 1989 im Winterhafen Regensburg in Bayern (Hierl 2009, Lippert & Meierott 2014, Meierott & al. 2024), 2002 Darmstadt-Kranichstein in Hessen (Buttler 2002, Hand & Thieme 2024), 1968 Überseehafen Rostock in Mecklenburg-Vorpommern (Fukarek & Henker, 2005) und 1996 Gifhorn in Niedersachsen (Borowsky 1998, Hassler & Muer 2022). In Österreich am Salzburger Hauptbahnhof (Pflugbeil & Pilsl 2013) und in Nordtirol (Pagitz & al. 2023). Am Salzburger Hauptbahnhof konnte die Art auf einem Verladegleis neben einer Güterhalle auf einer Länge von annähernd hundert Metern zahlreiche, stellenweise die Hälfte des Gleisschotters bedeckende, dichte, fast polsterartige Flächen besiedeln (Pflugbeil & Pilsl 2013). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 2013 (Glaser & al. 2025). In Südtirol in Bozen (Naturmuseum Südtirol 2018). In der Schweiz in den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Bern, Genf, Tessin, Thurgau, Waadt und Zürich (Infoflora 2024). Die Art wird in der „Flora von Zürich“ (Wohlgemuth & al. 2020) nicht genannt.
Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021), seit 1927 in Belgien (Verloove 2021) und seit 1820 in Norwegen (Gederaas & al. 2012)
Seit 2018 auch in Chile (Cisternas & al. 2018)

Veronica gentianoides

Als Zierpflanze wird nicht selten der kaukasische Enzian-Ehrenpreis, Veronica gentianoides, kultiviert, der etwa 1784 nach Europa kam (Jäger & al. 2008) und hier in Sorten wie `Little Blues´, `Maihimmel´ oder auch in einer panaschiert-blättrigen Form `Variegata´ im Pflanzenhandel ist (Jelitto & al. 1990)
Ganz vereinzelt auch subspontan, so 1894 angegeben für den Mannheimer Hafen in Baden-Württemberg (Höck 1910, Hegi 1975, Hand & Thieme 2024), um 1920 im Menzinger Wäldchen bei München und 2005 am Friedhof Bamberg in Bayern (Lippert & Meierott 2014, Meierott & al. 2024), 2020 in Klingenthal in Sachsen (Breitfeld 2021) und 2002 in Schneibenschlag bei St. Johann am Walde in Oberösterreich (Stöhr & al. 2006).
Subspontan u.a. auch in Norwegen (Gederaas & al. 2012).

Veronica incana

Von Osteuropa bis Ostasien ist der Silbergraue Ehrenpreis, Veronica incana, beheimatet. Er wird in der heimischen Gartengestaltung vor allem in der Sorte `Silberteppich´ genutzt, welche ursprünglich in der Staudengärtnerei Hagemann in Langenhagen bei Hannover ausgelesen wurde. Subspontan angegeben für Baden-Württemberg (Hand & Thieme 2024), 1946 am Friedhof Aschaffenburg in Bayern (Lippert & Meierott 2018, Hand & Thieme 2024), Niedersachsen (Hassler & Muer 2022) und Nordrhein-Westfalen (Hassler & Muer 2022). Die Art ist in der „Flora von Bayern“ (Meierott & al. 2024) nicht angegeben. Eine Fundangabe aus Hessen ist nach Hand & Thieme (2024) falsch. Eine ehemalige Angabe für Nordtirol ist irrig (Pagitz & al. 2023). Subspontan in Tschechien (Pyšek & al. 2012).
 

Veronica macrostachya

Von Anatolien bis Israel ist der Großährige Ehrenpreis, Veronica macrostachya, beheimatet. Er spielt in der heimischen Gartengestaltung keine Rolle, konnte aber 1950 in Penning bei Karpfham in Bayern (Meierott & al. 2024) subspontan gefunden werden.
 

Veronica multifida

Der Vielzipfelige Ehrenpreis, Veronica multifida, ist in Osteuropa und Westasien beheimatet. 
Er wird sehr selten als Zierpflanze für Steingärten genutzt und im Gebiet adventiv angegeben für Rathenow und Rüdersdorf in Brandenburg (Ascherson 1898, Behrendsen 1896) und 1910 für den Hafen Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz (Zimmermann 1912). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) nicht geführt.
 

Veronica peduncularis

Der Gestielte Ehrenpreis, Veronica peduncularis, ist im Gebiet um das Schwarze Meer beheimatet und wird vor allem in der Sorte `Georgia Blue´ als bodendeckende Zierstaude genutzt. 
Adventiv wird er 1899 für den Mannheimer Hafen in Baden-Württemberg (Höck 1910) angegeben. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) als fraglich (?) geführt.
 

Veronica peregrina

Vom nördlichen Nordamerika bis zum südlichen Südamerika ist der Fremde Ehrenpreis, Veronica peregrina, beheimatet. Nach anderen Ansichten beschränkt sich das ursprüngliche Verbreitungsgebiet auf gebirgige Lagen Mittel- und Südamerikas. Seit dem 17. Jahrhundert findet sich die unscheinbare Art in Botanischen Gärten Europas in Kultur, so 1680 erstmals in England (Hartl & Wagenitz 1975). Eingeschleppt in Europa ebenfalls seit dem 17. Jahrhundert bekannt, in Mitteleuropa erstmals 1825 im Elsass (Hegi 1975), im Gebiet 1854 in Tirol (Hausmann 1854) und 1857 bei Hohenheim in Baden-Württemberg festgestellt (Hegi 1975). Lutz (1910) schreibt „Bei Mannheim habe ich diese Pflanze 1872 zum ersten Mal am Holzhafen beobachtet. In den folgenden Jahren verbreitete sie sich auf der Mühlau und später bis Lampertheim und Rheinau. Bemerkenswert dürfte sein, dass sie hier und bei Karlsruhe, wo sie nach Dölls brieflicher Mitteilung zu derselben Zeit erschien, an Uferstellen und Sümpfen vorkam, während sie anderwärts (Hamburg, Potsdam, Kassel, Dresden, Jena) bebautes Land vorzieht. Die Verschleppung hierher vollzog sich vermutlich durch wandernde Sumpf- und Wasservögel, welche die kleinen Samenkörnchen in Menge an ihren Ruheplätzen absetzten. Dort entwickelten sich die Pflänzchen im kommenden Frühjahr zu Tausenden, und doch konnte dies den überaus reichen Bestand nicht vor dem fast vollständigen Untergang retten. Nach langer Pause fanden sich in diesem Jahre wieder einige Exemplare davon am Rheinufer. Ufergelände scheint der V. peregrina nicht zuzusagen“.
 
Die Blüten der Art öffnen sich oft nicht vollständig und bieten auch keinen Nektar an. Durch Selbstbestäubung ist eine schnelle Vermehrung und Ausbreitung möglich (Wohlgemuth & al. 2020).
Die Art breitet sich vor allem über Gärtnereien und Baumschulen sowie über Substrate aus und ist gegenwärtig besonders in Gärtnereien, Bahnhöfen und auf Friedhöfen zu finden mit Verbreitungsschwerpunkten in Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen und dem Schweizer Mittelland. In Deutschland in allen Bundesländern. Für Rheinland-Pfalz seit dem Jahr 1880 aus Mundenheim bekannt und schon früh als eingebürgert angegeben (Vollmann 1914). Der Erstnachweis für Bayern erfolgte 1898 in Regensburg (Meierott & al. 2024). In Hamburg seit spätestens 1909 (Poppendieck & al. 2011). In Österreich ebenfalls in allen Bundesländern. Aus Oberösterreich seit dem Jahr 1894 von Urfahr an der Donau bekannt (Hohla 2000). Für Wien seit dem Jahr 1900 angegeben (Adler & Mrkvicka 2003), in Niederösterreich in der Donau-Au bei Jedlesee seit dem Jahr 1903 (Janchen 1977), in Salzburg erst seit dem Jahr 1981 angegeben (Wittmann & Pilsl 1997). In der Schweiz weit verbreitet (Welten & Sutter 1982, Infoflora 2024), so beispielsweise in Füllinsdorf und Bubendorf im Oberbaselbiet im Kanton Basel-Landschaft (Lüthi 2018). Im Kanton Zürich war die Art im Jahr 1900 längstens bekannt und ist gegenwärtig aus gut einem Viertel der Quadranten belegt (Wohlgemuth & al. 2020). In Liechtenstein seit 1969 und seither in Ausbreitung begriffen (Waldburger & al. 2003)
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021), Norwegen (Gederaas & al. 2012), eingebürgert in den Niederlanden (FLORON 2021), seit 1809 in Tschechien (Pyšek & al. 2012) und seit 1936 in der Slowakei (Medvecká & al. 2012).
 

Veronica persica

Der Persische Ehrenpreis, Veronica persica, beheimatet im Elburs-Gebirge in Nordpersien, ist allotetraploid und wahrscheinlich hybridogen aus den Arten Glanz-Ehrenpreis, Veronica polita, und Hornfrucht-Ehrenpreis, V. ceratocarpa, entstanden. 
Die Samen haben ein kleines Elaiosom und werden vor allem durch die Schwarze Wegameise, Lasius niger, verbreitet, aber auch durch Erdtransporte und ähnliches mehr (Düll & Kutzelnigg 2022). Er tritt im gesamten Gebiet ± flächendeckend auf und ist hier subspontan seit spätestens 1805 bekannt.
Möglicherweise begann sein Verbreitungs-Siegeszug in Mitteleuropa im Botanischen Garten Karlsruhe. Karl Christian Gmelin (1762−1837), der die Art 1805 mit dem bereits vergebenen und daher illegitimen Namen V. tournefortii beschrieb, hielt fest: „nahe Karlsruhe auf Äckern am Holzhof ist er vor einigen Jahren aus dem Botanischen Garten ausgewandert und kommt jetzt quasi wild vor“. Die Ausbreitung erfolgte offensichtlich sehr rasch, denn schon in der „Flora Friburgensis“ (Spenner 1826) wird die Art als häufig bezeichnet. 
Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1821 (Glaser & al. 2025). In der Schweiz wurde die Art 1815 erstmals in Basel subspontan gefunden (Wohlgemuth & al. 2020).
Der Persische Ehrenpreis stellt durchwegs eine Bereicherung der heimischen Flora dar, der hübsche farbliche Akzente setzt und offene Böden schützt. Gegenwärtig im Gebiet bis in die subalpine Region steigend, so am Birn Chrüz in Liechtenstein auf 2000 m Seehöhe (Waldburger & al. 2003). Subspontan u.a. auch in Norwegen (Gederaas & al. 2012), den Niederlanden (FLORON 2021), seit 1809 in Tschechien (Pyšek & al. 2012) und seit 1844 in der Slowakei (Medvecká & al. 2012).

 

Veronica ponae

In Südwesteuropa ist der nach dem Veroneser Arzt und Botaniker Francesco Pona (1594−1664) benannte Pona-Ehrenpreis, Veronica ponae, beheimatet. Verschleppt wird er ehemals für den Mannheimer Hafen in Baden-Württemberg (Hegi 1975) und für die Brockenkuppe in Sachsen-Anhalt, hier aus dem Brockengarten verwildert (Damm 1993, Herdam 1994), angegeben. Der Fund in BW wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) als fraglich (?) geführt, der in Sachsen-Anhalt nicht angegeben
 

Veronica salicifolia

Die Weidenblättrige Strauchveronika, Veronica salicifolia (Syn.: Hebe salicifolia) ist auf der Südinsel Neuseelands und in Chile beheimatet und wird bei uns sehr selten als Zierpflanze kultiviert. Traditionell wurden die Blätter der Art von den Māori bei Durchfall gekaut und auf die Haut aufgelegt, um Geschwüre und Wunden zu heilen (NGA 2017). Auf den Britischen Inseln lokal eingebürgert, vor allem im Küstenland. Im Gebiet wird sie unbeständig für Baden-Württemberg (Hand & Thieme 2024) und Schleswig-Holstein (Hand & Thieme 2024) angegeben. 
 

Veronica speciosa

Die Prächtige Strauchveronika, Veronica speciosa (Syn.: Hebe speciosa) ist auf der neuseeländischen Nordinsel beheimatet und wird bei uns häufig als Zierpflanze genutzt. So in den Sorten `Simon Deleaux´ oder `Alicia Amherst´ oder auch in Hybriden mit V. salicifolia, V. elliptica und ähnlichen Arten.
Subspontan wird sie 1909 für den Mannheimer Friedhof in Baden-Württemberg (Zimmermann 1913) angegeben. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) nicht erwähnt. Möglicherweise hat es sich um kultivierte Pflanzen gehandelt

Veronica syriaca

Der Syrische Ehrenpreis, Veronica syriaca, ist im östlichen Mittelmeergebiet und in Vorderasien beheimatet. 
Im Gebiet subspontan für die Kleine Karausche in Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern (Höck 1903) angegeben. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) nicht geführt.
 

 

Veronica trichadena

Von Sizilien bis Anatolien ist der Drüsenhaarige Ehrenpreis, Veronica trichadena, beheimatet, der subspontan für Baden-Württemberg (Hand & Thieme 2024) angegeben wird.
 

Quellen

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