Valerianella

Rapunzel, Geißblattgewächs, Caprifoliaceae

Gattung:

Valerianella ist eine Gattung von ca. 80 Arten, die hauptsächlich auf der Nordhalbkugel beheimatet sind. Bei weiter Fassung der Gattung Valeriana inkl. Centranthus, Fedia, Plectritis, Pseudobetckea und Valerianella p.p. verbleiben nur etwa 28 Arten bei Valerianella (Kew 2023).
 

 

Valerianella coronata

Krönchen-Rapunzel,
Valerianella coronata
(Syn.: Valeriana coronata)
Geißblattgewächs, Caprifoliaceae

 

Steckbrief:

Bis 30 cm hohe Einjährige mit schmal geflügelten, weich behaarten Stängeln und ganzrandigen bis fiedrig gezähnten, auf den Flächen kahlen Blättern. Blütenkrone weiß bis blassrosa, gelegentlich auch bläulich, ca. 2 mm im Durchmesser. Fruchtkelch schüsselförmig, groß, mit sechszähniger Krone, innen kahl, Zähne hakig zurückgebogen. Blütezeit Mai bis Juni.
 

Heimat:

Weites Mittelmeergebiet und Südwest-Asien, östlich bis Pakistan und Usbekistan, nördlich bis Weißrussland.
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
Selten und unbeständig, so 1941 am Hauptgüterbahnhof Stuttgart, 1983 im Naturschutzgebiet Greutterwald, 1998 in Feuerbach und 2004 in Ruhbank in Baden-Württemberg (Müller 1950, Sebald & al. 1996, Böcker & al. 2017), vor 1888 Aschaffenburg in Bayern (Lippert & Meierott 2018, Meierott & al. 2024), 1896 Rüdersdorf in Brandenburg (Hand & Thieme 2024), Hessen (Hand & Thieme 2024), Mecklenburg-Vorpommern (Hand & Thieme 2024), Göttingen in Niedersachsen (Hegi 2008), Rheinland-Pfalz (Hand & Thieme 2024), 1930 Dresden in Sachsen (Hardtke & al. 2013) und in Thüringen (Hand & Thieme 2024).
ÖSTERREICH: ---
In Südtirol vorübergehend bei Salurn (Hegi 2008).
SCHWEIZ: ---

 
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021).

 
Weitere Arten:

Valerianella discoidea

Im weiten Mittelmeergebiet, östlich bis in den Oman reichend, ist das Scheiben-Rapunzel, Valerianella discoidea (Syn.: Valeriana discoidea) beheimatet. 
Unbeständig eingeschleppt wird die Art 1899 vom Mannheimer Hafen in Baden-Württemberg angegeben (Zimmermann 1907, Hand & Thieme 2024)
Lokal eingebürgert auch in Australien (Meyer & Hassler 2023).
 

Valerianella microcarpa

Im Mittelmeergebiet und in Ostafrika ist das Abessinien-Rapunzel, Valerianella microcarpa (Syn.: V. abyssinica) ursprünglich. Unbeständig eingeschleppt wird es 1937 für den Münchner Südbahnhof in Bayern (Lippert & Meierott 2018, Meierott & al. 2024) angegeben.
 

Valerianella pumila

Im weiten Mittelmeergebiet, östlich bis Turkmenistan, nördlich bis in die Ukraine reichend, ist das Zwerg-Rapunzel, Valerianella pumila (Syn.: Valeriana pumila) ursprünglich. Die Art wird von manchen Taxonomen als Synonym zu V. coronata gesehen. 
Unbeständig eingeschleppt wird es für Hessen (Hand & Thieme 2024) angegeben. Eine Fundangabe für Rheinland-Pfalz ist nach Hand & Thieme (2024) unrichtig.
 

 

Valerianella vesicaria

Im Mittelmeergebiet und in Südwest-Asien, östlich bis Turkmenistan reichend, ist das Blasen-Rapunzel, Valerianella vesicaria (Syn.: Valeriana vesicaria) ursprünglich. 
Unbeständig eingeschleppt wird es im Gebiet für Baden-Württemberg (Hand & Thieme 2024) und Hessen (Hand & Thieme 2024) angegeben. 
Subspontan auch in Belgien (Verloove 2021).
 

Quellen

Böcker R., Hofbauer R., Maass I., Smettan H. & Stern F. (2017): Flora Stuttgart; 732 S.

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
AlienSpeciesNorway_2012_scr_9C0ee.pdf

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hardtke H.-J., Klenke F. & Müller F. (2013): Flora des Elbhügellandes und angrenzender Gebiete – Sandstein-Verlag Dresden. 718 S.

Hegi G. (2008): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 6 (Teil 2A). 2.Aufl. – Weißdorn-Verlag Jena.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Landolt E. (2001): Flora der Stadt Zürich (1984–1998) Band 2 – Springer Verlag Basel. 706 S.



Lippert W. & Meierott L. (2018): Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns – Vorarbeiten zu einer neuen Flora von Bayern. 251 S.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Meyer T. & M. Hassler (2023): Mittelmeer- und Alpenflora Home

Müller K. (1950): Beitrag zur Kenntnis der eingeschleppten Pflanzen Württembergs, Nachtrag – Mitteilungen des Vereins für Naturwissenschaften und Mathematik Ulm 23: 86-116.

Sebald O., Seybold S, Philippi G. & Wörz A. (1996): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Bd. 6: Valerianaceae bis Asteraceae. Verlag E. Ulmer, Stuttgart.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Weber H. (1995): Flora von Südwest-Niedersachsen und dem benachbarten Westfalen – H. Th. Wenner, Osnabrück.

Zimmermann F. (1907): Die Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen und der Pfalz nebst den selteneren einheimischen Blütenpflanzen und den Gefäßkryptogamen – Mannheim, 171 S.