Utricularia

Wasserschlauch, Wasserschlauchgewächs, Lentibulariaceae

Gattung:

Utricularia umfasst, inklusive Biovularia und Polypompholyx, etwa 283 Arten (Kew 2023) und ist fast weltweit verbreitet. Mannigfaltigkeitszentren sind Südamerika und Australien. Die meisten Arten leben nicht im Wasser, sondern im Boden und einige auch auf Bäumen epiphytisch (Düll & Kutzelnigg 2022).
 

Utricularia inflata

Aufgeblasener Wasserschlauch,
Utricularia inflata,
Wasserschlauchgewächs, Lentibulariaceae

 

Steckbrief:

Bis 100 cm lange, schwimmende, wenigblütige Mehrjährige mit blattartigen, schwammigen, zickzackförmigen Sprossachsen auf der Wasseroberfläche. Blätter untergetaucht, bis zu 1 m lang, 1−2 mm dick, mit zahlreichen Fangblasen. Krone leuchtend gelb, 2−2,5 cm im Durchmesser, Unterlippe dreilappig, Kelchzähne ungleich. Blütezeit Juni bis August.
Verwechslungsmöglichkeit: Die heimischen Wasserschlauch-Arten sind kleiner, haben keine oder nur wenig zickzackförmig gebogene Sprossachsen und Blüten ohne oder kaum dreilappiger Unterlippe.
 
 

Heimat:

Südöstliches Nordamerika.
 

Nutzung:

Keine, lediglich von Liebhabern fleischfressender Pflanzen gelegentlich kultiviert.
 

Ausbreitung:

In Deutschland wahrscheinlich von "Carnivorenliebhabern" angesalbt.
Utricularia inflata zählt zu den wenigen carnivoren Pflanzenarten, die, bisher nur außerhalb Mitteleuropas, invasiv werden können. Die Art kann dichte Matten bilden und die Gewässerbiologie verschlechtern. In Badeseen kann sie aufgrund dieses teppichartigen Wuchses für Freizeitaktivitäten störend wirken, wie etwa im Lake Limerick in Washington. Zur Bekämpfung werden in den USA u.a. Graskarpfen und manuelles Abernten der Teppiche eingesetzt (Urban & al. 2006).
DEUTSCHLAND:
In Bayern in den Moorseen Babensham bei Wasserburg am Inn sich lokal etablierend und bei Sicking im Landkreis Rosenheim angesalbt und sich seit gut 20 Jahren haltend (BIB 2018, Fleischmann 2015, Lippert & Meierott 2018, Meierott & al. 2024).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
 

 

Quellen

BIB (2018): Botanischer Informationsknoten Bayern - http://daten.bayernflora.de

Düll R. & H. Kutzelnigg (2022): Die Wild- und Nutzpflanzen Deutschlands. 9. erw. Aufl. – Wiebelsheim. 948 S.

Fleischmann A. 2015: Floristische Kurzmitteilungen. – Ber. Bayer. Bot. Ges. 85: 151-158.

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.



Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Lippert W. & Meierott L. (2018): Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns – Vorarbeiten zu einer neuen Flora von Bayern. 251 S.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Urban R.A., Titus J.E. & Zhu W.-X. (2006): An invasive macrophyte alters sediment chemistry due to suppression of a native isoetid. Oecologia 148: 455-463.