Trachyspermum

Ajowan, Doldenblütler, Apiaceae

Gattung:

Trachyspermum umfasst etwa 20 Arten (Kew 2023), die in Südasien und Ostafrika beheimatet sind. Eine Art, Trachyspermum ammi, wird als Heil- und Gewürzpflanze kultiviert.
 

Trachyspermum ammi

Ajowan, Königskümmel,
Trachyspermum ammi
(Syn.: T. copticum, Ammi copticum)
Doldenblütler, Apiaceae

 

Steckbrief:

Bis 60 cm hohe, kahle Einjährige mit gestielten, 2−3-fach gefiederten Blättern mit schmal linealischen, bis 15 mm langen Blattzipfeln. Dolden 25−50 mm im Durchmesser, 3−8-strahlig, Döldchen ca. 10 mm im Durchmesser, etwa 20blütig, Blütenstiele ungleich. Hüllblätter 5–10, linealisch, 2–3 mm lang, manchmal vorne etwas verzweigt. Hüllchenblätter 2–5, linealisch. Kronblätter weiß, ca. 1,3 mm lang. Frucht stark aromatisch kampferähnlich riechend, bis 2 mm lang, länglich elliptisch, kümmelähnlich, mit Flügeln auf der Seite, dicht mit winzigen weißlichen Papillen bedeckt. Blüte Juni bis August.
Verwechslungsmöglichkeit: Typisch für die Art sind die stark aromatischen Früchte, diese sind an den Flügeln dicht mit weißlichen Papillen besetzt. Habituell erinnert die Art an Wiesen-Kümmel, Carum carvi, jedoch sind auch die unteren Blätter mehrfach zerteilt mit linealischen, bis 15 mm langen Segmenten. Im Gegensatz zum Wiesen-Kümmel sind Hüll- und Hüllchenblätter vorhanden.
 
 

Heimat:

Wahrscheinlich Süd- und Südwest-Asien. Durch ihre lange Kultur einhergehend mit Verwilderungen ist das genaue Ursprungsgebiet nicht bekannt.
 

Nutzung:

Gewürz- und Heilpflanze mit kümmelartigem Aroma. Hülsenfrüchte werden durch die Beigabe von Ajowan bekömmlicher. Das aus den Früchten durch Destillation gewonnene Ajowanöl diente früher als Quelle von Thymol, das vielfach Bestandteil von Hustentropfen ist, heute aber synthetisch produziert wird. Indien und der Iran sind heute die wichtigsten Anbaugebiete.
 

Ausbreitung:

Mit vor allem alten, unbeständigen Fundangaben aus dem Gebiet.
DEUTSCHLAND:
So 1883 bei der Ölmühle Mannheim in Baden-Württemberg (Lutz 1910 sub Trachyspermum copticum, Hegi 1975, Hand & Thieme 2024), 1893 und 1924 in Hamburg-Altona (Christiansen 1928, Hegi 1975, Hand & Thieme 2024), 1928 in Osnabrück in Niedersachsen (Preuss 1929, Hand & Thieme 2024), 1915 bis 1927 mehrfach bei der Rheinwerft Ürdingen, 1919 in Emmerich und 1926 im Hafen Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen (Bonte 1930, Hand & Thieme 2024), 1898 am Altstädter Elbquai in Dresden in Sachsen (Hegi 1975, Hand & Thieme 2024), 1899 auf Schutt in Magdeburg in Sachsen-Anhalt (Fitschen 1900, Hegi 1975, Hand & Thieme 2024) und 1895 in Erfurt-Ilversgehofen in Thüringen (Reinecke 1914, Hegi 1975, Hand & Thieme 2024).
ÖSTERREICH:
2022 in der Bayerhamerstraße in Schallmoos in der Stadt Salzburg (Glaser & al. 2025, Pflugbeil in: Pachschwöll & al. 2025).
SCHWEIZ:
1915 am Güterbahnhof Zürich (Hegi 1975). Die Art wird in der „Flora von Zürich“ (Wohlgemuth & al. 2020) nicht genannt.
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021), den Niederlanden (FLORON 2021) und seit 1903 in Tschechien (Pyšek & al. 2012).

 

Quellen

Bonte L. (1930): Beiträge zur Adventivflora des rheinisch-westfälischen Industriegebietes. Verh. D. naturh. Ver. D. preuß. Rheinlande und Westfalens 86: 141−255.

Christiansen D.N. (1928): Die Adventiv- und Ruderalflora der Altoner Kiesgruben und Schuttplätze – Schriften der Naturwissenschaftlichen Vereins für Schleswig-Holstein 18(2): 350-462.

Fitschen J. (1900): Kleine Beiträge zur Flora Magdeburg – Jahresbericht und Abhandlungen des Naturwissenschaftlichen Vereins in Magdeburg 1898-1900: 143-149.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 5 (Teil 2). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 679−1584.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science



Lutz F. (1910): Zur Mannheimer Adventivflora seit ihrem ersten Auftreten bis jetzt – Mitt. d. Badischen Landesvereins f. Naturkunde 247/248: 365–376.

Pflugbeil G. (2025) in: Pachschwöll C., Gilli C. & H. Niklfeld (2025): Floristische Neufunde (509–620) – Neilreichia 15: 127–248.

Preuss H. (1929): Das antropophile Element in der Flora des Regierungsbezirkes Osnabrück – Veröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen Vereins zu Osnabrück 21: 17-165.

Pyšek P., Danihelka J., Sádlo J., Chrtek J. jr., Chytrý M., Jarošík V., Kaplan Z., Krahulec F., Moravcová L., Pergl J., Štajerová K. & Tichý L. (2012): Catalogue of alien plants of the Czech Re­public (2nd edition): checklist update, taxonomic diversity and invasion patterns. – Preslia 84: 155–255.

Reinecke K.L. (1914): Flora von Erfurt – Verzeichnis der im Kreise Erfurt und seiner Umgebung beobachteten Gefäßpflanzen – Jahrbuch der Königlichen Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt, Heft 40, 283 S.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Wohlgemuth T., Del Fabbro C., Keel A., Kessler M. & M. Nobis (2020): Flora des Kantons Zürich. Zürcherische Botanische Gesellschaft. Haupt-Verlag, Bern.