Torenia

Schnappmäulchen, Büchsenkrautgewächs, Linderniaceae

Gattung:

Torenia umfasst etwa 69 Arten in den Tropen und Subtropen von Süd- und Mittelamerika über Afrika bis Südost-Asien und Ostaustralien (Kew 2023). Mannigfaltigkeitszentrum ist das Gebiet von Indien bis Vietnam und Kambodscha.
 

Torenia fournieri 

Schnappmäulchen,
Torenia fournieri 
Büchsenkrautgewächs, Linderniaceae
 

Steckbrief:

Bis 30 cm hohe Einjährige mit vierkantigem Stängel und gestielten Blättern. Blattspreiten dreieckig-lanzettlich, Blattrand gesägt. Blüten zweilippig, zweifarbig violett-weiß mit gelber Zeichnung. Oberlippe geteilt, Unterlippe dreiteilig. Blütezeit Juli bis September.
 

Name:

Der Gattungsname ehrt den schwedischen Pfarrer und Naturforscher Olof Torén (1718–1753). Torén reiste als Schiffsseelsorger auf Schiffen der schwedischen Ostindischen Kompanie zwei Mal nach Java. Die zweite Reise kam auf Vermittlung von Carl von Linné zustande, der ihm auch die Gattung widmete. Torén starb in jungen Jahren vermutlich an einer Krankheit, die er sich auf diesen Reisen in den Tropen zugezogen hatte.
Der Artbeiname ist nach dem französischen Botaniker Eugene Pierre Nicolas Fournier (1834−1884) benannt, der sich mit diesem Epitheton selbst ehrt (Torenia fournieri Linden ex Fournier, Ill. Hort. 23: 129. 1876).
 

Heimat:

Wälder in Südost-Asien.
 

Nutzung:

Als einjährige Zierpflanze in verschiedenen Sorten wie `Catalina Pink´ oder `Kauai´.
Japanische Forscher beschrieben im Jahr 2000 ein Experiment, bei dem sie durch gezielte gentechnische Veränderungen Farbvarianten von Torenia fournieri erzeugen konnten. Dabei wurden keine artfremden Gene eingebracht, sondern solche, die ohnehin in der Pflanze vorhanden sind. Die Forscher isolierten die entsprechenden Genabschnitte und vervielfältigten sie. Anschließend wurde diese DNA-Stücke mit Hilfe eines Bakteriums in den Zellkern der Versuchspflanzen transportiert und entweder in der ursprünglichen oder in umgekehrter Richtung in die Chromosomen eingebaut. Ergebnis dieser gentechnischen Veränderung waren Blüten mit neuen Farbmustern, ungewöhnlicher Pastellfarbe oder verstärktem Kontrast zwischen hellem Schlund und dunklem Randbereich (Ditsch 2019).

 

Ausbreitung:

Ursprünglich aus Südvietnam beschrieben, fand die einjährige Art nach ihrer Entdeckung 1876 aufgrund ihrer prächtigen Blüten das Interesse der Zierpflanzengärtner. 
DEUTSCHLAND: ---
ÖSTERREICH:
2021 unbeständig von Georg Pflugbeil in Salzburg gefunden (Glaser & al. 2024).
SCHWEIZ: ---

 

Quellen

Ditsch B. (2019): Bisherige Pflanzen der Woche - Schnappmäulchen — Botanischer Garten — TU Dresden (tu-dresden.de)



Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science