Tordylium

Zirmet, Doldenblütler, Apiaceae

Gattung:

Tordylium umfasst etwa 20 Arten (Kew 2023), die vom weiten Mittelmeergebiet bis in den Iran beheimatet sind. Das Mannigfaltigkeitszentrum ist die Türkei, wo 17 Arten vorkommen, von denen neun dort endemisch sind (Duman 2000).
 

Tordylium apulum

Apulischer Zirmet,
Tordylium apulum,
Doldenblütler, Apiaceae

 

Steckbrief:

20−50 cm hohe, stark verzweigte, behaarte Einjährige mit einfach gefiederten Grundblättern und 2−10 rundlichen bis eiförmigen, gekerbten Fiederblättchen. Obere Stängelblätter und Tragblätter reduziert, meist dreiteilig, mit lanzettlichen, grob gezähnten Abschnitten. Dolden 2−12-strahlig, Strahlen etwa gleich lang. Döldchen 10−15-blütig. Hüllblätter und Hüllchenblätter je 3−6, lanzettlich, am Rand kurz bewimpert. Kronblätter weiß, äußeres stark vergrößert, aus zwei Lappen. Frucht flach, am Rand auffällig verdickt, gekerbt, 5−10 mm im Durchmesser, breit ellipsoidisch, mit wulstigen, gekerbten Flügeln und zahlreichen Ölgängen. Blütezeit April bis Juni.
 

Heimat:

Gesamtes Mittelmeergebiet.
 

Nutzung:

Keine. Allerdings sind die Blätter essbar und werden in manchen Mittelmeerländern als Salatgemüse und Gewürz genutzt (Kopiaste 2022).
 

Ausbreitung:

Vor allem mit Südfrüchten eingeschleppt, nur alte Fundangaben.
 
DEUTSCHLAND:
Unbeständig und vorübergehend, so 1934 am Hauptbahnhof Stuttgart und 1933 in Ulm in Baden-Württemberg (Müller 1935, Sebald & al. 1992, Böcker & al. 2017), 1930 am Güterbahnhof Düsseldorf-Derendorf in Nordrhein-Westfalen (Bonte 1937), 1902 in Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz (Vollmann 1914, Hand & Thieme 2024) und 1932 und 1934 bei der Großmarkthalle Leipzig in Sachsen (Fiedler 1936, Gutte 2006). Eine Fundangabe für Bayern ist nach Hand & Thieme (2024) falsch. Die Angaben von Fiedler (1936, 1944) von der Mitteldeutschen Großmarkthalle Leipzig finden hier keinen Eingang, weil es sich bei den Funden auch nur um Pflanzenteile im Verpackungsmaterial handeln könnte.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ:
1921 am Bahnhof Ostermundingen bei Bern, 1921 am Bahnhof Lugano im Tessin und 1917 und 1920 am Güterbahnhof Zürich (Hegi 1975). Die Art wird in der „Flora von Zürich“ (Wohlgemuth & al. 2020) nicht genannt.

 
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. 2004 auch in Belgien (Verloove 2021).

 
Weitere Art:

Tordylium syriacum

Im östlichen Mittelmeergebiet vom Libanon bis Zypern und Anatolien ist der Syrische Zirmet, Tordylium syriacum, beheimatet. Er wird 1891 verschleppt für den Mannheimer Hafen in Baden-Württemberg (Höck 1910, Hegi 1975, Hand & Thieme 2024) angegeben.
 

Quellen

Bonte L. (1937): Beiträge zur Adventivflora des rheinisch-westfälischen Industriegebietes 1930-1934 – Decheniana 94: 107-142.

Duman H. (2000): Tordylium L. In: Güner A., Özhatay N., Ekim T. & Başer K.H.C. (Hrsg.), Flora of Turkey and East Aegean Islands (Suppl.2) 11. Edinburgh Univ. Press, Edinburgh: 144-145.

Fiedler O. (1936): Die Fremdpflanzen an der Mitteldeutschen Großmarkthalle zu Leipzig 1932–1936 und ihre Einschleppung durch Südfruchttransporte – Hercynia 1: 124–148.

Fiedler O. (1944): Die Fremdpflanzen an der Mitteldeutschen Großmarkthalle zu Leipzig und ihre Einschleppung durch Südfruchttransporte 1937-1942 – Hercynia 3 (7/8): 608-660.

Gutte P. (2006): Flora der Stadt Leipzig, einschließlich Markkleeberg – Weißdorn-Verlag, Jena, 278 S.

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 5 (Teil 2). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 679−1584.



Höck F. (1910): Ankömmlinge in der Pflanzenwelt Mitteleuropas während des letzten halben Jahrhunderts, XXVI - Beihefte zum Botanischen Zentralblatt 26: 391-433.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Kopiaste (2022): Aromatic Kagianas with Herbs and Pasto Lakonias - Kopiaste..to Greek Hospitality

Mabberley D.J. (2008): Mabberley's plant-book (3. Auflage). Cambridge University Press, Cambridge: XVIII + 1021 S.

Müller K. (1935): Beiträge zur Kenntnis der eingeschleppten Pflanzen Württembergs - Mitteilungen des Vereins für Naturwissenschaften und Mathematik Ulm 21: 29-77.

Sebald O., Seybold S. & G. Philippi (1992): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Bd. 4: Haloragaceae bis Apiaceae. Verlag E. Ulmer, Stuttgart.

Vollmann F. (1914): Flora von Bayern – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 840 S.

Wohlgemuth T., Del Fabbro C., Keel A., Kessler M. & M. Nobis (2020): Flora des Kantons Zürich. Zürcherische Botanische Gesellschaft. Haupt-Verlag, Bern.