Tolmiea

Lebendblatt, Steinbrechgewächs, Saxifragaceae

Gattung:

Tolmiea umfasst 2 Arten im westlichsten Nordamerika (Kew 2023), T. menziesii und T. diplomenziesii. Letztere ist diploid und wurde deshalb von der tetraploiden T. menziesii abgespalten.
 

Tolmiea menziesii

Lebendblatt,
Tolmiea menziesii,
Steinbrechgewächs, Saxifragaceae

 

Steckbrief:

Bis 30 cm hohe, immergrüne, behaarte, beim Reiben nach Gurken riechende Mehrjährige mit gestielten Blättern und eiförmigen, schwach 5−7-lappigen Blattspreiten mit oft vorhandenen Brutknospen. Spreitenbasis herzförmig, Blattrand unregelmäßig gesägt bis gezähnt. Blüten in einem traubigen Blütenstand. Kelch röhrenförmig, braunrot, mit vier Kelchzipfeln. Kronblätter linear, ahlenförmig, etwa doppelt so lang wie die Kelchzipfel. Blütezeit Mai bis Juni.
 

Name:

Der Gattungsname ehrt den schottisch-kanadischen Naturforscher, Pelzhändler, Politiker und Arzt William Fraser Tolmie (1812–1886), der im nordwestlichen Nordamerika Forschungsreisen unternahm. Nach ihm sind mehrere nordamerikanische Örtlichkeiten und Pflanzenarten wie Allium tolmiei benannt.
Die Art ist zu Ehren des schottisch-britischen Arztes und Gärtners Archibald Menzies (1754−1842) benannt. Menzies war Gärtner am Botanischen Garten Edingburgh und nahm von 1791 bis 1795 an der Weltreise von George Vancouver teil (Burkhardt 2018).

 

Heimat:

Nordwestliches Nordamerika.
 

Nutzung:

Selten als Zierpflanze. Die Sorte 'Taff's Gold' hat hellgrüne Blätter, die mit weißen und gelben Flecken oder Punkten bedeckt sind. Im Pflanzenhandel wird die Art meist als „Henne mit Kücken“ oder „Huckebackpflanze“ bezeichnet.
 

Ausbreitung:

Seit spätestens 1812 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008). Die Art hat eine ungewöhnliche Fortpflanzungsmethode. Jungpflanzen entspringen aus dem Stiel an der Basis der Blätter. Die Pflänzchen fallen ab, fallen auf den Boden und wurzeln dort. Weiters vermehrt sich die Pflanze auch über Rhizome und Samen.
DEUTSCHLAND: ---
ÖSTERREICH:
2011 auf einer Ruderalfläche zwischen Gurten und Wagnerberg in Oberösterreich (Hohla 2011).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan auch in Belgien (Verloove 2021), den Niederlanden (FLORON 2021) und in Großbritannien, dort vielerorts eingebürgert (Jalas & al. 1999).

 

Quellen

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen
_2018_teil_1.pdf

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Hohla M. (2011): Zwei Funde der Kleinen Seerose (Nymphaea candida) sowie weitere Beiträge zur Kenntnis der Flora von Oberösterreich - Stapfia 95: 141–161



Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Jalas J., Suominen J., Lampinen R. & Kurtto A. (1999): Atlas Florae Europaeae 12 – Resedaceae to Platanaceae. Akateeminen Kirjakauppa Helsinki. 250 S.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be