Taxus

Eibe, Eibengewächs, Taxaceae

Gattung:

Taxus umfasst etwa 12 Arten (Kew 2023) in Eurasien, Nord- und Mittelamerika und Nordwest-Afrika. Die Arten T. chinensis, T. mairei und T. wallichiana wurden erst im 21. Jahrhundert mit Hilfe molekularer Phylogenetik erkannt (Earle 2020). Eiben gehören zu den wenigen Waldbäumen, deren Wurzeln keine Symbiose mit Fruchtkörper bildenden Mykorrhiza-Pilzen eingehen (Düll & Kutzelnigg 2022).
Das 1963 aus der Rinde der Pazifischen Eibe, Taxus brevifolia, gewonnene Taxol hat sich als wirksames Mittel gegen Krebs erwiesen und wurde als Arzneimittel zugelassen (Bärtels & Schmidt 2014).

 

Taxus ×media

Becher-Eibe,
Taxus ×media,
Eibengewächs, Taxaceae
 

Steckbrief:

Bis 10 m hoher, langlebiger Baum oder Strauch mit auffallend hartem Holz und weichen, biegsamen, 1,5−3 cm langen und 2−3 mm breiten, linealischen, oberseits dunkelgrünen, unterseits hell- bis olivgrünen Nadeln. Männliche Zapfen kugelig, an 1−2 mm langen, blattachselständigen Trieben. Weibliche Zapfen 1−1,5 mm groß, grünlich, unscheinbar, als Kurztriebe in den jüngeren Zweigen befindlich. Blütezeit März bis April.
Verwechslungsmöglichkeit: Die Unterscheidung zu T. baccata ist nicht einfach. Auffällig sind die nicht zweizeiligen, sondern unregelmäßig angeordneten Nadeln älterer Triebe, die nicht lang zugespitzten, sondern eher mit leicht aufgesetzter Spitze versehenen Nadeln. T. cuspidata unterscheidet sich vor allem durch längere Nadelstiele. Die Nadelspitze von Taxus cuspidata ist eher abgerundet und mit aufgesetzter Spitze. Die Nadeln von Taxus baccata laufen allmählich in die Spitze aus. Taxus ×media zeigt meist eine Zwischenform: Die Nadelspitze läuft oft bogenförmig zu und zeigt häufig eine aufgesetzte Spitze. Die Schuppen der vegetativen Knospen von Taxus cuspidata sind gekielt, spitzig und nur lose miteinander verwachsen. Die Knospenschuppen von Taxus baccata sind hingegen rundlich, nicht gekielt und dicht beieinander. Dadurch erhält die ganze Knospe eine abgerundete Form.
 
 

Heimat:

Entstand wahrscheinlich um das Jahr 1900 in einer Baumschule in Massachusetts durch Einkreuzung der europäischen Echten Eibe, Taxus baccata, mit der ostasiatischen Japanischen Eibe, Taxus cuspidata (Böhlmann 2009).
 

Nutzung:

Häufig als Heckengehölz, vor allem in breit säulenförmigen Sorten wie `Hicksii´ oder `Hillii´. `Hicksii´ ist eine weibliche Sorte, die 1923 ausgelesen wurde. `Hillii´ (vor 1917) ist das männliche Gegenstück dazu. Taxus ×media ist in neuerer Zeit die überwiegend im Pflanzenhandel verkaufte Eibe.
Die gesamte Pflanze, mit Ausnahme des Samenmantels, ist für den Menschen giftig. Männliche und zweihäusige Eiben setzen zytotoxischen Pollen frei, die Kopfschmerzen, Lethargie, schmerzende Gelenke, Juckreiz, Asthma und Hautausschläge verursachen können (Ogren 2015).

 

Ausbreitung:

Die Becher-Eibe wird häufig in Gärten und Parkanlagen gepflanzt, von wo aus es mit Hilfe von Vögeln leicht zu Verwilderungen kommt, da diese die auffallenden Samen (sind keine Früchte) gerne fressen. Dabei handelt es sich meist um die Kultur-Hybride. Diese ist sicher häufiger subspontan als angegeben, aber meist mit T. baccata verwechselt. In der Nähe von Siedlungen regelmäßig und zunehmend verwildernd. Hierzu gehört vermutlich die überwiegende Zahl der Meldungen von „T. baccata“ außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebiets. Auch im natürlichen Verbreitungsgebiet von T. baccata mittlerweile vielerorts dominant. Ob diese verdrängend? Verwilderte Exemplare von T. baccata sind oft nicht eindeutig von T. ×media unterscheidbar. Eine Unterscheidung zwischen Abkömmlingen von Gartenpflanzen und jenen von indigenen Pflanzen ist meist schwer möglich. Einerseits gibt es Rückgänge an indigenen Pflanzen, andererseits eine Zunahme von Jungpflanzen aus den Gärten (Hohla & al. 2009).
DEUTSCHLAND:
Unter anderem in Bayern, so vielfach in Oberfranken, wie bei Ebersbach, Neuenmarkt, Marktschorgast, Himmelkron, Gössenreuth, Neudrosselfeld, Bad Berneck, Gefrees, Bischofsgrün und Föllmar (Breitfeld & al. 2017), Rheinland-Pfalz (Hand & Thieme 2024), Markneukirchen, Schöneck, Zwota, Erlbach und Wernitzgrün in Sachsen (Breitfeld 2021) und auf Helgoland in Schleswig-Holstein (Theisinger & Hebbel 2022).
ÖSTERREICH:
Vielfach, oft für Taxus baccata gehalten. Im Burgenland (Gilli & al. 2022), 2024 Kasparstein in den St. Pauler Bergen in Kärnten (Eigenfund Griebl 2024, Hartl & al. 1992, Glaser & al. 2025), Prellenkirchen, 2023 bei Maria Anzbach und 2025 bei Tribuswinkel in Niederösterreich (Nadler & Haug 2021, Eigenfund Griebl 2023, Sauberer & al. 2025), Linz, Ried im Innkreis, Obernberg am Inn, Schärding und Regau in Oberösterreich (Stöhr 2019, Hohla 2022), Beim Bahnhof Hallein, Bairau bei Lofer, Kuchl, Wals-Siezenheim, Unken und vielfach in der Stadt Salzburg (Georg Pflugbeil SBZ Salzburg, Herbarium Pilsl), Erl bei Kufstein in Nordtirol (Stöhr 2019), Abfaltersbach, Dölsach, Assling, Tristach, Iselsberg, Matrei, Grafendorf, Lienz und Nussdorf-Debant in Osttirol (Stöhr 2019) und in der Lobau Wiens (Falkner 2019). Auch für das Burgenland schreiben Gilli & Schratt-Ehrendorfer (2022) unter Taxus baccata: Angaben verwilderter Vorkommen gehören wenigstens teilweise zur Kulturhybride T. ×media. Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1950 (Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ: ---

 
Weitere Art:

Taxus cuspidata

In Ostasien von Nordchina bis zur russischen Region Primorye und bis Sachalin ist die Japanische Eibe, Taxus cuspidata, beheimatet. Sie wird seit 1855 im Gebiet gärtnerisch genutzt (Bärtels & Schmidt 2014) und findet sich in mehreren Sorten wie `Aurescens´ (1920) oder `Minima´ (1932) im Pflanzenhandel. Unbeständig verwildert wird sie für Bayern angegeben (Hand & Thieme 2024). In der „Flora von Bayern“ (Meierott & al. 2024) lediglich als kultiviert und „ob bereits verwildernd?“ genannt.
 

Quellen

Bärtels A. & Schmidt P. A. (2014): Enzyklopädie der Gartengehölze – Ulmer-Verlag Stuttgart, 883 S.

Böhlmann D. (2009): Hybriden bei Bäumen und Sträuchern – Wiley-Vch-Verlag, Weinheim, 326 S.

Breitfeld M. (2021): Flora der Westabdachung des Erzgebirges – Die Pflanzenwelt zwischen Adorf, Markneukirchen, Schöneck und Klingenthal. 294 S.

Breitfeld M., Hertel E., Horbach H.-D. & W. Wurzel (2017): Flora von Bad Berneck und Umgebung, die Pflanzenwelt zwischen Ochsenkopf und Maintal – 501 S.

Düll R. & H. Kutzelnigg (2022): Die Wild- und Nutzpflanzen Deutschlands. 9. erw. Aufl. – Wiebelsheim. 948 S.

Earle C. J. (2020): "Taxus (yew) description". The Gymnosperm Database.

Falkner H. (2019): Taxus cf. x media - http://forum.flora-austria.at/viewtopic.php?f=4&t=1297

Gilli C., L. Schratt-Ehrendorfer, U. Raabe, T. Barta, S. Weiss, G. Király, J. Weinzettl, K. Tkalcisics, R. Albert, S. Dunkl, P. Englmaier, K. Grafl, M. Hofbauer, G. Karrer, G. Kniely, H. Niklfeld, H. Schau u. E. Wukovatz (2022): Checkliste und Rote Liste der Farn- und Blütenpflanzen des Burgenlandes – Land Burgenland 21: 1−80.

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Griebl N. (2023): Synanthrope Eiben im Siedlungsraum - http://forum.flora-austria.at/viewtopic.php?f=6&t=1291&p=22737&hilit=taxus#p22737

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm



Hartl H., Kniely G., Leute G.H., Niklfeld H. & M. Perko (1992): Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen Kärntens. — Klagenfurt, 451 S.

Herbarium Pilsl: Privatherbarium Pilsl Peter und Herbarium Jacquin: http://131.130.131.10/herbaria/jacq-viewer/

Hohla M. (2022): Flora des Innviertels – Stapfia 115, 720 S., unter besonderer Mitwirkung von F. Grims†, R. Krisai†, P.A.Kraml, S. Kellerer, G. Kleesadl, G. Pflugbeil, P. Pilsl, J. Samhaber, C. Schröck, J.A. Stemper, O. Stöhr & W. Zahlheimer.

Hohla M., Stöhr O., Brandstätter G., Danner J., Diewald W., Essl F., Fiederer H., Grims F., Höglinger F., Kleesadl G., Kraml A.G., Lenglachner F., Lugmair A., Nadler K., Niklfeld H., Schmalzer A., Schratt-Ehrendorfer L., Schröck C., Strauch M. & Wittmann H. (2009): Katalog und Rote Liste der Gefäßpflanzen Oberösterreichs. – Stapfia 91: 1–324.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Nadler K. & Haug G. (2021):  Dorf-Flora Prellenkirchen (Niederösterreich) nebst Ergänzungen zur Scherrasenflora 2019 – Stapfia 112: 147-206.  

Ogren T. (2015): The Allergy-Fighting Garden. Berkeley, CA: Ten Speed Press. p. 205.

Sauberer N., Prinz M. A. & Till W. (2025): Nachträge und Korrekturen zur Flora von Traiskirchen (V): Iris orientalis, Nicotiana sylvestris und weitere neue Arten für die Neophytenflora von Österreich und Niederösterreich. Biodiversität und Naturschutz in Ostösterreich - BCBEA 8/2: 102–114.


Stöhr O. (2019): Zur Frage der Identität junger Eibenverwilderungen (Taxus sp.) im Siedlungsraum von Osttirol – Braunschweiger Geobotanische Arbeiten 13: 93-117. https://doi.org/10.24355/dbbs.084-201902151100-0

Theisinger D. & J. Hebbel (2022): Flora von Helgoland - Naturhistorische Gesellschaft Nürnberg - NHG_Flora_Helgoland_2022.pdf (nhg-nuernberg.de)