Staphylea

Pimpernuss, Pimpernussgewächs, Staphyleaceae

Gattung:

Staphylea umfasst etwa 24 Arten (Kew 2023) in Eurasien und Amerika mit Mannigfaltigkeitszentrum in Ostasien.
 

Staphylea colchica

Kolchische Pimpernuss,
Staphylea colchica
Pimpernussgewächs, Staphyleaceae

 

Steckbrief:

Bis 4 m hoher, sommergrüner Strauch mit unpaarig gefiederten Blättern und 5 Fiederblättchen, an Blühtrieben nur 3 Fiederblättchen. Fiederblättchen elliptisch bis eiförmig, 5−15 cm lang, spitz bis zugespitzt, am Rand gesägt bis gekerbt. Blüten fünfzählig, weiß, nach Orangen duftend. Blütezeit Mai.
Verwechslungsmöglichkeit: Von der heimischen Echten Pimpernuss, Staphylea pinnata, lässt sie sich u.a. durch ihre Blätter unterscheiden, die bei S. colchica 3−5 Fiederblättchen zählen, während es bei Staphylea pinnata 5−7 Blättchen sind (Bärtels & Schmidt 2014). Die Blütenstände sind bei S. colchica leicht hängend, waagrecht oder aufrecht, bei S. pinnata hängend.
 

Heimat:

Kaukasus.
 

Nutzung:

In ihrer Heimat werden die Blütenknospen ähnlich Kapern sauer eingelegt und gegessen. Aus den Samen kann Öl gewonnen werden, welches nach Pistazien schmeckt und abführend wirkt. Die gärtnerische Kultur der Art ist seit spätestens 1850 bekannt (Bärtels & Schmidt 2014). Mit einer Einstufung in die Winterhärtezone 6a (-23,3° bis -20,6° C) gelingt die Kultur in Mitteleuropa problemlos, die Art findet sich aber trotzdem nur sehr selten im Pflanzenhandel. Sie ist kalkliebend, wärmeliebend und schnittverträglich (Bruns 2009). Neben der Art findet sich auch die Hybride mit Staphylea pinnata mit dem Namen Staphylea ×coulombieri im Pflanzenhandel. Die Ursprungspflanze scheint um 1872 erstmals im Segrez Arboretum in Frankreich auf und wurde 1887 in der Coulombier-Baumschule in Vitry als solche erkannt (Bean 1981). Bereits vor 1872 dürfte die Hybride auch in den Baumschulen Flottbeck bei Hannover entstanden sein, doch ist der Name S. ×elegans später entstanden und deshalb ein Synonym zu S. ×coulombieri. Die Hybride ähnelt mehr S. colchica und wird von manchen Baumschulen als Sorte `Coulombieri´ von S. colchica gehandelt (Grimshaw 2018).
 

Ausbreitung:

Wie die Pflanze ins Tyrnauer Gebiet gekommen ist, bleibt unklar. Jedenfalls dürfte sie aufgrund ihrer Mächtigkeit schon lange hier sein (Griebl in: Gilli & al. 2021).
DEUTSCHLAND: ---
ÖSTERREICH:
2020 von Wolfgang Kundigraber, Hilde Könighofer und Dietmar Jakely im Tyrnauer Graben bei Hintertyrnau in der Steiermark gefunden worden (Griebl 2020, Griebl in: Gilli & al. 2021).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan auch in England, Frankreich und Bulgarien (POWO 2021).

 

Quellen

Bärtels A. & Schmidt P. A. (2014): Enzyklopädie der Gartengehölze – Stuttgart: Ulmer Verlag.

Bruns J. (2009): Bruns Pflanzen – Sortimentskatalog Gehölze 2009/2010 – Ulmer Verlag, 1123 S.

Gilli C., C. Pachschwöll & H. Niklfeld (2021): Floristische Neufunde (430-508) – Neilreichia 12: 291-400.

Griebl N. (2020): Staphylea colchica – neuer Neophyt - http://forum.flora-austria.at/viewtopic.php?f=10&t=2220&p=11107&hilit=staphylea+colchica#p11107

 



Grimshaw J. (2018): Staphylea × coulombieri from the website Trees and Shrubs Online (treesandshrubsonline.org/articles/staphylea/staphylea-x-coulombieri/)

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

POWO (2021): Plants of the World Online. http://www.plantsoftheworldonline.org/