Sium

Merk, Doldenblütler, Apiaceae

Gattung:

Sium umfasst, exklusive Berula, etwa 11 Arten (Kew 2023) auf der Nordhalbkugel.
 

Sium sisarum

Zucker-Merk, Zuckerwurz,
Sium sisarum
Doldenblütler, Apiaceae

 

Steckbrief:

Bis 70 cm hohe, aufrechte Mehrjährige mit fingerförmigem, zucker- und stärkehaltigem, fleischig-knolligem Rhizom und gerilltem Stängel. Unterste Blätter einfach gefiedert, obere dreizählig. Fiedern lanzettlich, fein gesägt, das vordere oft am Grund herzförmig. Dolde vielstrahlig. Hüllblätter 3, laubblattartig. Hüllchenblätter 3−7, lanzettlich, vorne zugespitzt. Kronblätter weiß, sehr klein. Frucht 2–3,5 mm, breit eiförmig, gerippt. Blütezeit Juli bis August.
 

Nutzung:

Als Wurzelgemüse. Die aromatisch-süß schmeckenden Wurzeln einjähriger Pflanzen werden gekocht oder gebraten, können aber auch roh verzehrt werden, genauso wie die austreibenden Blätter im Frühling für Mischsalate (Pérdon 1989). Auch zur Herstellung von Zucker wurde die Wurzel verwendet. Andreas Sigismund Marggraf (1709−1782) veröffentlichte bereits 1747 entsprechende Versuche (Gotthard 1805)
 

Ausbreitung:

Beheimatet von Osteuropa bis Zentralasien. Inwieweit die osteuropäischen Vorkommen allerdings ursprünglich oder aufgrund ihrer Kultur doch nur alteingebürgert sind, ist ungewiss. Im 15. Jahrhundert nach Mittel- und Westeuropa gekommen und fortan bis etwa ins 19. Jahrhundert wegen der zuckerhaltigen Wurzeln kultiviert (Péron 1989). Danach kam der Anbau ± vollends zum Erliegen. Sie wird gegenwärtig in sehr kleinem Rahmen wieder als Alternativ-Gemüse kultiviert und findet sich vor allem als Saatgut im Handel. Tritt vor allem mit Gartenabfällen gelegentlich verschleppt auf.
DEUTSCHLAND:
Unbeständig, so in Baden-Württemberg (Hand & Thieme 2024), Hessen (Hemm 2008), 1901 in Burrweiler in Rheinland-Pfalz (Hegi 1975, Hand & Thieme 2024) und in Sachsen (Hand & Thieme 2024). Bei der alten Fundangabe aus Allendorf in Thüringen (Peter 1901) handelt es sich um einen Irrtum (Zündorf & al. 2006).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Tschechien (Pyšek & al. 2012) und Italien (Galasso & al. 2024).

 

Quellen

Galasso G., F. Conti, L. Peruzzi, A. Alessandrini, N. M. G. Ardenghi, G. Bacchetta, E. Banfi, G. Barberis, L. Bernardo, D. Bouvet, M. Bovio, M. Castello, L. Cecchi, E. Del Guacchio, G. Domina, S. Fascetti, L. Gallo, R. Guarino, L. Gubellini A. Guiggi, N. Hofmann, M. Iberite , P. Jiménez-Mejíase, D. Longo, D. Marchetti, F. Martini, R. R. Masin, P. Medagli, C. M. Musarella , S. Peccenini, L. Podda, F. Prosser, F. Roma-Marzio, L. Rosati, A. Santangelo, A. Scoppola, A. Selvaggi, F. Selvi, A. Soldano, A. Stinca, R. P. Wagensommer, T. Wilhalm & F. Bartolucci (2024): A second update to the checklist of the vascular flora alien to Italy – Plant Biosystems 158: 297−340.

Gotthard J. C. (1805): Handbuch der praktischen Technologie oder Manufaktur-, Fabrik- und handwerkskunde – Drittes Kapitel: Die Zuckersiederei, Druck: Hamburg und Mainz bei Gottfried Vollmer, Basel, S. 89–208.

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 5 (Teil 2). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 679−1584.



Hemm K. (2008): Rote Liste der Farn- und Samenpflanzen Hessens – Hessisches Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz. 186 S.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Péron J. Y. (1989): Potentialities of the Widening in the Vegetable Assortment in the Umbelliferae: The Case of tuberous-rooted Chervil and Skirret - Acta Horticulturae Band 242: S. 123–134.

Peter A. (1901): Flora von Südhannover nebst angrenzenden Gebieten, 2. Teil. Göttingen, 323 Seiten.

Pyšek P., Danihelka J., Sádlo J., Chrtek J. jr., Chytrý M., Jarošík V., Kaplan Z., Krahulec F., Moravcová L., Pergl J., Štajerová K. & Tichý L. (2012): Catalogue of alien plants of the Czech Re­public (2nd edition): checklist update, taxonomic diversity and invasion patterns. – Preslia 84: 155–255.

Zündorf H.J., Günther K.F., Korsch H. & Westhus W. (2006): Flora von Thüringen. Weissdorn-Verlag, Jena: 764 S.