Sesamum

Sesam, Sesamgewächs, Pedaliaceae

Gattung:

Sesamum umfasst etwa 31 Arten (Kew 2023), die in Afrika, Südasien und Australien beheimatet sind. Mannigfaltigkeitszentrum ist das tropische Afrika.
 

Sesamum indicum

Kultur-Sesam,
Sesamum indicum,
Sesamgewächs, Pedaliaceae

 

Steckbrief:

Bis 100 cm hohe, meist drüsige Einjährige mit stumpf vierkantigem Stängel und einfachen bis dreiteilig-gefiederten Blättern. Spreiten eiförmigen bis eiförmig-lanzettlich, stumpf und unregelmäßig gezähnt, 4−16 cm lang. Blüten achselständig in kleinen Büscheln, weiß bis rosa, trichterförmig, fünfzählig, außen drüsenhaarig, unangenehm riechend. Frucht 1,5−3 cm lang, fein behaart, drüsig, reichsamig. Blütezeit Juli bis August.
 

Heimat:

Der Kultur-Sesam stammt von Sesamum malabaricum oder S. mulayanum aus Südasien ab. Sesam wurde ab der Mitte oder dem Ende des dritten Jahrtausends v.Chr. in Südindien domestiziert (McCorriston 2006). Gegenwärtig in großen Teilen der Tropen und Subtropen verwildert.
 

Nutzung:

Die ölreichen Samen werden zu Sesamöl verarbeitet, das vor allem zum Kochen verwendet wird. Die gerösteten Samen dienen zur Verfeinerung von Backwaren und zum Würzen von Speisen. Sesam enthält u.a. Selen, Calcium, Magnesium und Eiweiß. Pharmazeutisch nutzt man Sesamöl in Salben. Es besitzt pflegende Eigenschaften bei trockener Haut. In Injektionslösungen ist es als Lösungsmittel für fettlösliche Arzneimittel in Gebrauch. Andererseits gehört Sesam zu den 14 Hauptauslösern für allergische Reaktionen. Das in Spuren enthaltene Sesamol besitzt zusammen mit Pyrethrum eine synergetische Wirkung in Insektenbekämpfungsmitteln. Die Weltjahresernte beträgt etwa 6,8 Mio. t Sesamsamen. Die Pflanze ist hitze- und dürretolerant.

 

Ausbreitung:

Sesam wurde ab etwa dem 3. Jahrtausend v.Chr. in Südindien domestiziert (McCorriston 2006). Von hier gelangte er in der Bronzezeit über den Seeweg nach Arabien und Mesopotamien (Bedigian & Harlan 1986). In neuer Zeit auch im Gebiet kleinflächig und versuchsweise kultiviert, so etwa im Marchfeld in Niederösterreich.
DEUTSCHLAND:
1925 verschleppt für den Hafen Hamburg-Harburg (Meyer 1955) angegeben. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2022) nicht geführt.
ÖSTERREICH:
Im August 2024 von Uwe Raabe in mehreren Pflanzen in Rudersdorf in der Aue des Lahnbaches im Südburgenland gefunden (Raabe & Griebl 2025). In Südtirol im Etschtal südlich von Bozen (FloraFaunaSüdtirol 2023, Galasso & al. 2024).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Kroatien (Nikolic 2020).

 

Quellen

Bedigian D. & J. Harlan (1986): Evidence for Cultivation of Sesame in the Ancient World - Economic Botany. Band 40, Nr. 2

FloraFaunaSüdtirol (2023): Artenabfrage – Naturmuseum Südtirol FloraFaunaSüdtirol - FloraFaunaAltoAdige - powered by mapAccel

Galasso G., F. Conti, L. Peruzzi, A. Alessandrini, N. M. G. Ardenghi, G. Bacchetta, E. Banfi, G. Barberis, L. Bernardo, D. Bouvet, M. Bovio, M. Castello, L. Cecchi, E. Del Guacchio, G. Domina, S. Fascetti, L. Gallo, R. Guarino, L. Gubellini A. Guiggi, N. Hofmann, M. Iberite , P. Jiménez-Mejíase, D. Longo, D. Marchetti, F. Martini, R. R. Masin, P. Medagli, C. M. Musarella , S. Peccenini, L. Podda, F. Prosser, F. Roma-Marzio, L. Rosati, A. Santangelo, A. Scoppola, A. Selvaggi, F. Selvi, A. Soldano, A. Stinca, R. P. Wagensommer, T. Wilhalm & F. Bartolucci (2024): A second update to the checklist of the vascular flora alien to Italy – Plant Biosystems 158: 297−340.

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm



Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

McCorriston J. (2006): Breaking the Rain Barrier and the tropical Spread of Near Eastern Agriculture into Southern Arabia. In: D. J. Kennett & B. Winterhalder (Hrsg.): Behavioral Ecology and the Transition to Agriculture. University of California Press, Berkeley, 229 p.

Meyer H. (1955): Zur Adventivflora von Harburg, Wilhelmsburg und Umgebung – Harburg, Jahrb. 5: 96−128.

Nikolić T. (2020): Flora croatica. Vaskularna flora Republike Hrvatske 3. Ključevi za determinaciju s pratećim podatcima: Magnoliidae – porodice FAG–ZYG. – Zagreb: Alfa d. d.  

Raabe U. & N. Griebl in: Raab-Straube E. von & T. Raus (2025): Euro+Med-Checklist Notulae 18 – Willdenowia 55(1): 107-144.