Sempervivum

Hauswurz, Dickblattgewächs, Crassulaceae

Gattung:

Sempervivum umfasst, inklusive Jovibarba, etwa 51 Arten (Kew 2023). Die Gattung ist vom Atlas-Gebirge Marokkos bis zum Elburs-Gebirge des Iran beheimatet mit Mannigfaltigkeitszentren in den europäischen und kleinasiatischen Gebirgen.
Die erdgeschichtlich junge Gattung dürfte sich in einer noch nicht stabilen Phase ihrer Evolution befinden. Ihre Arten sind untereinander sehr nahe verwandt. Dennoch zeigen die einzelnen Taxa eine oft große Variabilität, sodass zahlreiche Unterarten, Varietäten und Formen beschrieben wurden. Zusätzlich neigt Sempervivum zur Bildung von natürlichen Hybriden. Auch gärtnerisch spielt die Gattung seit Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Aufkommen der Steingärten eine große Rolle. Erste Züchtungen fanden um 1920 statt. Bisher sind etwa 7000 Sorten bekannt, wobei allerdings das nomenklatorische Chaos herrscht. Botaniker beschrieben Naturhybriden früher oft als neue Arten. Gärtner züchteten diese unter dem falschen Namen weiter und auch diese neuen Sorten kreuzen sich selbstständig mit anderen Sippen bzw. rückkreuzen sich mit den Elternarten, so dass eine fast ins Endlose gehende Vielfalt und Aufspaltung festzustellen ist.

 

Sempervivum marmoreum

Marmorierte Hauswurz,
Sempervivum marmoreum,
Dickblattgewächs, Crassulaceae

 

Steckbrief:

Bis 25 cm hohe, sukkulente, kurze Ausläufer treibende Staude mit 3−10 cm breiten Blattrosetten und je nach Unterart kahlen oder behaarten, bewimperten, kurz bespitzen Rosettenblättern und roten oder grünen Blattspitzen. Blüten mit 10−14 Kronblättern, diese rosa bis purpurn mit weißlichem Rand. Blütezeit Juni bis August.
 

Heimat:

In etwa 5 Unterarten (marmoreum, ballsii, erythraeum, matricum und reginae-amaliae) in Südost- und Osteuropa.
 

Nutzung:

Zierstaude. In zahlreichen Sorten wie `Mondstein´, `Pilatus´, `Rubicundum´ oder `Rubin´.
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
Sehr selten subspontan, so angesalbt im Naturschutzgebiet Untere Alz bei Burghausen in Bayern (Hohla 2016, Meierott & al. 2024).
ÖSTERREICH:
2002 am Friedhof Ranshofen, Gemeinde Braunau und 2011 bei Igelsberg bei Lengau in Oberösterreich (Hohla 2011, Hohla 2022).
SCHWEIZ: ---

 

Quellen

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.

Hohla M. (2011): Zwei Funde der Kleinen Seerose (Nymphaea candida) sowie weitere Beiträge zur Kenntnis der Flora von Oberösterreich - Stapfia 95: 141–161.

Hohla M. 2016: Die Violette Sommerwurz (Orobanche purpurea) im Naturschutzgebiet Untere Alz bei Emmerting. – Ber. Bayer. Bot. Ges. 86: 245-247.



Hohla M. (2022): Flora des Innviertels – Stapfia 115, 720 S., unter besonderer Mitwirkung von F. Grims†, R. Krisai†, P.A.Kraml, S. Kellerer, G. Kleesadl, G. Pflugbeil, P. Pilsl, J. Samhaber, C. Schröck, J.A. Stemper, O. Stöhr & W. Zahlheimer.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.