Scrophularia

Braunwurz, Braunwurzgewächs, Scrophulariaceae

Gattung:

Scrophularia umfasst etwa 289 Arten (Kew 2023) auf der nördlichen Erdhalbkugel. Mannigfaltigkeitszentrum ist das Himalaya-Gebiet.
 

Scrophularia peregrina

Nesselblättrige Braunwurz,
Scrophularia peregrina,
Braunwurzgewächs, Scrophulariaceae

 

Steckbrief:

Bis 70 cm hohe, kahle oder drüsig behaarte Einjährige mit ei- bis herzförmigen, nesselartigen, unregelmäßig gesägten, stumpfen oder an der Basis abgerundeten Blattspreiten und 1−5 cm langem Blattstiel der unteren Blätter. Hochblätter laubblattartig. Blütenkrone 6−9 mm lang, dunkel-purpurrot. Kelchlappen dreieckig bis eiförmig-lanzettlich, spitz. Blütezeit Mai bis Juni.
 

Name:

Der botanische Gattungsname leitet sich von Skrofula ab, einer Form von Tuberkulose, gegen die Braunwurz-Arten früher aufgrund der Signaturlehre eingesetzt wurden. Braunwurze wurden bereits 1474 von einem italienischen Arzt benannt, der die Ähnlichkeit zwischen den Rhizomknoten einiger Arten und dem tuberkulösen Zustand menschlicher Lymphknoten, bemerkte. Skrofula ist eine Form der Tuberkulose, die die Lymphknoten, insbesondere des Halses, betrifft, die am häufigsten bei Kindern auftritt und meist durch nicht pasteurisierte Milch von infizierten Kühen verbreitet wird.
 
 

Heimat:

Mittelmeergebiet.
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
Angegeben für Baden-Württemberg (Hand & Thieme 2024).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER: Subspontan angegeben auch für Belgien (Verloove 2021) und die Niederlande (FLORON 2021).

 
Weitere Arten:

Scrophularia chrysantha

Die Gold-Braunwurz, Scrophularia chrysantha, stammt aus dem Kaukasus und wurde im 19. Jahrhundert vielfach als Bienenfutterpflanze kultiviert. Gegenwärtig wird sie vereinzelt als Duftpflanze gezogen, denn die Blätter duften bei Berührung nach Mohnweckerl. Deshalb heißt S. chrysantha im Pflanzenhandel meist „Mohnbrötchenblume“. Selten subspontan auftretend, so ehemals bei Teterow in Mecklenburg-Vorpommern (Hegi 1975) und bei Braunschweig in Niedersachsen (Hegi 1975). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) nicht geführt. Subspontan ehemals in Slowenien (Hegi 1975) und 1855 in Tschechien (Pyšek & al. 2012).
 

Scrophularia scorodonia

Die Knoblauch-Braunwurz, Scrophularia scorodonia, ist in Südwest-Europa, Marokko und auf den Azoren heimisch und in Großbritannien verwildert. Die Pflanze beinhaltet Stoffe mit entzündungshemmenden Eigenschaften (Diaz & al. 2004). Im Gebiet 1897 unbeständig am Südbahnhof München in Bayern aufgetreten (Schuhwerk 2012, Meierott & al. 2024). Subspontan auch in Belgien (Verloove 2021) und Norwegen (Gederaas & al. 2012).
 

Quellen

Diaz A. M., M. J. Abad, L. Fernández, A. M. Silván, J. De Santos & P. Bermejo (2004): Phenylpropanoid glycosides from Scrophularia scorodonia: in vitro anti-inflammatory activity – Life Sci 74(20): 2515-2526.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
AlienSpeciesNorway_2012_scr_9C0ee.pdf

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.



Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 6 (Teil 4). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 631 S.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Pyšek P., Danihelka J., Sádlo J., Chrtek J. jr., Chytrý M., Jarošík V., Kaplan Z., Krahulec F., Moravcová L., Pergl J., Štajerová K. & Tichý L. (2012): Catalogue of alien plants of the Czech Re­public (2nd edition): checklist update, taxonomic diversity and invasion patterns. – Preslia 84: 155–255.

Schuhwerk F. (2012): Floristische Kurzmitteilungen – Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft 82: 137–144.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be