Scabiosa

Skabiose, Geißblattgewächs, Caprifoliaceae

Gattung:

Scabiosa umfasst, exklusive Lomelosia und Pseudoscabiosa, inklusive Sixalix, etwa 68 Arten (Kew 2023) in Eurasien und Afrika. Am vielfältigsten ist die Gattung in Eurasien und im Mittelmeerraum, mit einigen zusätzlichen Arten in den Bergregionen Afrikas.
 

 

Scabiosa atropurpurea

Samt-Skabiose,
Scabiosa atropurpurea
(Syn.: Sixalix atropurpurea)  
Geißblattgewächs, Caprifoliaceae

 

Steckbrief:

Bis 70 cm hohe Zweijährige mit ungeteilten bis fiederschnittigen unteren Blättern und gefiederten Stängelblättern. Blütenkorne fünfspaltig, randlich vergrößert, bei der Wildform lilarosa, in Sorten oft dunkelpurpurn. Kelchborsten an jungen Pflanzen violett, ältere Kelchborsten hellbraun-rötlich, deutlich länger als der Außenkelch, auf einem langen Stiel sitzend. Hüllblätter grün, meist kürzer als die Blüten. Außenkelch längsgefurcht, Rippen oberwärts erweitert, zusammenfließend, mit eingerolltem, schmalem Saum. Innenkelch mit 5 langen Borsten, bei fruchtenden Köpfchen deutlich länger als der Außenkelch. Fruchtendes Köpfchen länglich. Blütezeit Juli bis Oktober.
 

Heimat:

Mittelmeergebiet.
 

Nutzung:

Als einjährige Zierblume seit spätestens dem Jahr 1629 in Gartenkultur (Jäger & al. 2008). In verschiedenen Sorten wie `Chile Black´, `Oxford Blue´ oder `Black Night´.
 

Ausbreitung:

Die dunkelpurpurne Form der Samt-Skabiose wurde bereits Anfang des 19. Jahrhunderts als Zierpflanze genutzt (und ist Grund dafür, warum Knautia zu deutsch Witwenblume heißt).
DEUTSCHLAND:
1908 auf Schutt in Ilvesheim in Baden-Württemberg (Zimmermann 1913, Hand & Thieme 2024 sub Sixalix), 1907 am Bahnhof Giesing, 2003 am Bach bei Holzhausen, 2001 am Straßenmittelstreifen in Würzburg, Kulmbach und 1996 und 1999 als Rabattenflüchtling in Bamberg in Bayern (Vollmann 1914, Meierott 2008, Hertel & al. 2008, Meierott & al. 2024), 1984 und 1991 In Lübbenau-Stennewitz in Brandenburg (Petrick & al. 2011), im südwestlichen Niedersachsen (Weber 1995), Sachsen (Hand & Thieme 2024 sub Sixalix), ehemals Friedhof Schönebeck in Sachsen-Anhalt (Büttner 1884, Hassler & Muer 2022) und in Thüringen (Hassler & Muer 2022). Die Art ist in den „Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs“ (Sebald & al. 1996) nicht angegeben
ÖSTERREICH:
Sailer (1841) berichtet von Verwilderungen dieser Art in Oberösterreich. Sailers Angabe ist allerdings mangels Ortsnennung keiner Großregion zuordenbar (Hohla & al. 2009) und aufgrund zahlreicher Falschmeldungen zweifelhaft. Laut aktueller Neophytenliste für Österreich (Glaser & al. 2025) wurde das Taxon wahrscheinlich fälschlicherweise für Österreich erfasst.
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch in Belgien (Verloove 2021), in den Niederlanden (FLORON 2021) und seit 1979 in der Slowakei (Medvecká & al. 2012).

 
Weitere Art:

Scabiosa japonica

Zweijährig ist die aus Japan stammende Japanische Skabiose, Scabiosa japonica
Sie wird in der Varietät alpina in mehreren Sorten wie `Blue Diamonds´ oder `Vivid Violet´ in Blumenrabatten kultiviert.
Gelegentlich verwildert sie daraus, so 2006 auf sandigen Wegen im Friedhof Bamberg in Bayern (Meierott 2008, Meierott & al. 2024)

Quellen

Büttner R. (1884): Flora advena marchica. Verh. Bot. Ver. Prov. Brandenbg. 25: 1–59.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): The second Austrian checklist of alien vascular plants – Preslia.

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hertel E., Breitfeld M., Horbach H.-D., Meve U., Lauerer M. & Aas G. (2008): Das Herbarium des Johannes Kaulfuß – eine bedeutende Wiederentdeckung – Ber.d.Bayer.Botan.Gesell. 78: 143–154.

Hohla M., Stöhr O., Brandstätter G., Danner J., Diewald W., Essl F., Fiederer H., Grims F., Höglinger F., Kleesadl G., Kraml A.G., Lenglachner F., Lugmair A., Nadler K., Niklfeld H., Schmalzer A., Schratt-Ehrendorfer L., Schröck C., Strauch M. & Wittmann H. (2009): Katalog und Rote Liste der Gefäßpflanzen Oberösterreichs. – Stapfia 91: 1–324.

Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science



Medvecká J., Kliment J., Májeková J., Halada Ľ., Zaliberová M., Gojdičová E., Feráková V. & Jarolímek J. (2012): Inventory of the alien flora of Slovakia. – Preslia 84: 257–309.

Meierott L. (2008): Flora der Haßberge und des Grabfeldes – Neue Flora von Schweifurt. 2 Bände, IHW-Verlag, Eching.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Petrick W., Illig H., Jentsch H., Kasparz S., Klemm G. & V. Kummer (2011): Flora des Spreewaldes. Verzeichnis der wild wachsenden Farn- und Samenpflanzen sowie ausgewählter Kulturpflanzen im Biosphärenreservat Spreewald und einiger Randgebiete. – 536 S.; Rangsdorf

Sailer J.F. (1841): Die Flora Oberöstreichs. Zwei Bände - Linz.

Sebald O., Seybold S, Philippi G. & Wörz A. (1996): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Bd. 6: Valerianaceae bis Asteraceae. Verlag E. Ulmer, Stuttgart.


Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Vollmann F. (1914): Flora von Bayern – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 840 S.

Weber H. (1995): Flora von Südwest-Niedersachsen und dem benachbarten Westfalen – H. Th. Wenner, Osnabrück.

Zimmermann F. (1913): 1. Nachtrag zur Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen– Pollichia 27-28: 1-44.