Sauromatum

Eidechsenwurz, Aronstabgewächs, Araceae

Gattung:

Sauromatum umfasst etwa 11 Arten (Kew 2023) im tropischen Afrika und in Südasien mit Mannigfaltigkeitszentrum in der chinesischen Provinz Yunnan.
 

Sauromatum venosum

Eidechsenwurz,
Sauromatum venosum
(Syn.: Typhonium venosum),
Aronstabgewächs, Araceae

 

Steckbrief:

Bis 50 cm hohe, sommergrüne, vor dem Laubaustrieb blühende, zur Blütezeit streng riechende Staude mit geflecktem Stängel und 1−2 großen, gefiederten Blättern mit 7−11 spiralig stehenden Fiedern. Blütenstand rötlichbraun, Spatha 30–40 cm lang, spitz zulaufend, Innenseite rötlich-schwarz gefleckt. Kolben rotbraun, lang aus der Spatha herausragend. Weibliche Blüten am Grund des Kolbens, weit von den männlichen Blüten getrennt, die­se in einem gelben Ring. Blütezeit April bis Mai.
 

Heimat:

Tropisches Asien und Afrika von Kamerun über Tansania bis Äthiopien und über den Jemen bis Myanmar. Die Ursprünglichkeit der Art in Afrika wird von manchen Botanikern angezweifelt.
 

Nutzung:

Sehr selten als Zierpflanze, eher eine Art für Liebhaber und Botanische Gärten. Auch als „Wunderknolle“ im Handel, weil die Knolle ohne Wasser und Erde Blüten hervorbringen kann. Der Aasgeruch zur Blütezeit rät dazu, die Pflanze nicht im Wohnbereich zu platzieren.
 

Ausbreitung:

In Europa seit spätestens 1815 in England und 1830 in den Niederlanden in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008). Beobachtungen zum Potential der Ausbreitung der Eidechsenwurz stammen aus Dortmund von Patrick Knopf, der 15 Individuen im Jahr 2003 in seinem Garten in Kultur nahm. Diese blühten und fruchteten reichlich. Im darauffolgenden Frühjahr wurden über 100 Jungpflanzen an Trockenmauern und in Beeten mit humosem Boden gefunden. Belassene Exemplare wurden von Jahr zu größer und überstanden die Winter ohne Schaden zu nehmen, gelangten bis 2009 aber noch nicht zur Blüte (Jagel & Gausmann 2010).
DEUTSCHLAND:
2007 in zwölf Pflanzen an einem Waldrand in Herne in Nordrhein-Westfalen (Jagel & Gausmann 2010). 2010 eine Pflanze an einer Böschung in der Oberbaakstraße in Sunden und ebenfalls 2010 in ca. einem Dutzend Sämlingen am Kompost beim Roncalli-Haus in Steinkuhl in Nordrhein-Westfalen (Jagel 2021).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan auch in Belgien (Verloove 2021) und den Niederlanden (FLORON 2021).

 

Quellen

Gausmann P. (2008): Ein spontanes Vorkommen der Eidechsenwurz (Sauromatum venosum [Aiton] Kunth) im Ruhrgebiet. – Florist. Rundbr. (Bochum) 41: 1 – 5.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Jagel A. (2021): Flora von Bochum, eine Zusammenstellung der bisher im Stadtgebiet Bochum heimischen und verwilderten Pflanzen-Sippen. – jagel.nrw/Flora_Bochum_Jagel.pdf.



Jagel A. & Gausmann P. (2010): Pflanzenporträt: Sauromatum venosum – Eidechsenwurz (Araceae). – Jahrb. Bochum. Bot. Ver. 1: 267 – 269.

Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be