Sambucus

Holunder, Moschukrautgewächs, Adoxaceae

Gattung:

Sambucus umfasst etwa 22 Arten (Kew 2023) und ist auf allen Kontinenten beheimatet.
 

Sambucus cerulea

Bereifter Holunder,
Sambucus cerulea,
(Syn.: S. nigra subsp. cerulea)
Moschukrautgewächs, Adoxaceae

 

Steckbrief:

Bis 5 m hoher Strauch oder Kleinbaum mit anfänglich bläulich bereiften Trieben und unpaarig gefiederten Blättern. Blättchen 7−9, eiförmig bis lanzettlich, unterseits blaugrün. Blattseitenfiedern am Grund stark asymmetrisch. Blüten in schirmähnlichen Teilfruchtständen zusammengeschlossen zu einer flachen Schirmrispe. Frucht schwarz, hellblau bis weißlich bereift. Blütezeit Mai bis Juni.
 

Heimat:

Westliches Nordamerika.
 

Nutzung:

Selten als Obstgehölz mit interessanten, bläulichen Früchten. In den USA sind mehrere Sorten im Handel. Die Beeren werden zur Herstellung von Säften und für Heilzwecke verwendet (Mansfeld 1986).
 

Ausbreitung:

Die Art findet sich seit 1859 in gärtnerischer Kultur (Bärtels & Schmidt 2014).
DEUTSCHLAND:
2001 in der Uferverbauung im Bamberger Hafen in Bayern (Lippert & Meierott 2018, Meierott & al. 2024).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 
Weitere Art:

Sambucus canadensis

Vom östlichen Nordamerika bis Bolivien ist der Kanadische Holunder, Sambucus canadensis (Syn.: S. nigra subsp. canadensis) beheimatet. Er wird seit etwa 1761 gärtnerisch genutzt. In Belgien seit 1972 subspontan (Verloove 2021). Hier gibt es mittlerweile zahlreiche Funde, so aus Mechelen, Kempen, Balen, Geel, Genk, Ham, Hechtel-Eksel, Kasterlee, Meerhout, Mol, Olmen usw. (Verloove 2021). Auf Vorkommen im Gebiet ist zu achten, bisher sind keine bekannt. Die Art ist dem heimischen Schwarzen H., S. nigra, sehr ähnlich, aber die Früchte sind zu­nächst leuchtend rot, erst in vollreifem Zustand purpurschwarz. S. canadensis ist meist einstämmig (S. nigra oft vielstämmig). Die Anzahl der Blattfiedern ist höher, die Blätter sind manchmal auch doppelt gefiedert. Die Blätter sind auf der Unterseite deutlich heller (Hassler & Muer 2022).
 

Quellen

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & T. Muer (2022): Flora Germanica. Bildatlas der deutschen Flora. Mit Artbeschreibungen von Thomas Meyer. Unter Mitarbeit zahlreicher Spezialisten und Revisoren. - Band 1 und Band 2, zus. 1712 S., Ubstadt-Weiher.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science



Lippert W. & Meierott L. (2018): Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns – Vorarbeiten zu einer neuen Flora von Bayern. 251 S.

Mansfeld R. (1986): Verzeichnis landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturpflanzen - Band 3, 569 Seiten, Springer-Verlag.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be