Salix

Weide, Weidengewächs, Salicaceae

Gattung:

Salix umfasst etwa 470 Arten (Kew 2023). Die Gattung ist fast weltweit vertreten, fehlt ursprünglich aber Australien. Hybridisierung ist vergleichsweise häufig, wie schon Goethe erkannte und die Weiden als „lotterhaftes Geschlecht“ bezeichnete.
 

Salix eriocephala

Herzblättrige Weide,
Salix eriocephala
(Syn.: S. cordata)
Weidengewächs, Salicaceae

 

Steckbrief:

Bis 5 m hoher Strauch mit anfangs behaarten, später verkahlenden Trieben und schmal-elliptischen, bis 12 cm langen und 3 cm breiten Blättern. Blattstiel 3−16 mm lang, Nebenblätter groß, breit abgerundet, 5−12 mm lang. Spreitenbasis herzförmig bis breit abgerundet, Blattspreite unterseits blaugrün, oberseits glänzend. Kätzchen 20−44 mm lang, Staubfäden kahl, gelb oder von purpurn nach gelb wechselnd. Fruchtknoten birnenförmig, kahl, ca. 2 mm lang gestielt. Blütezeit April bis Mai.
 

Heimat:

Östliches Nordamerika.
 

Nutzung:

Wird in einem weiblichen und einem männlichen Cultivar zunehmend als Flecht-, Straßenbegleit- und Ziergehölz gepflanzt und auch zur Wildäsung und Renaturierung von Flussläufen empfohlen. `Americana´ ist eine seit etwa 1885 bekannte männliche Flechtweide, die aus Salix ×americana, der Hybride aus S. eriocephala × S. petiolaris ausgelesen wurde (Salicetum 2022). Vereinzelt verwildert S. eriocephala aus der Kultur, wird aber nur selten erkannt.
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
1996 bei Elsenz in Baden-Württemberg (Hassler 2021), Obertheres, Gerolzhofen, Knetzgau, Fatschenbrunn, Dörfleins, Neuenmarkt und Dreschenau in Bayern (Breitfeld & al. 2017, Meierott 2008), im bayerischen Bamberger Becken lokal mit Einbürgerungstendenzen (Lippert & Meierott 2014), 2014 im Biesenhorster Sand Berlin (Lauterbach 2015), Karnzow in Brandenburg (Fischer 2017), 2002 in Jesberg und 2003 Frankfurt-Niederrad in Hessen (Kasperek 2012), Niedersachsen (Hand & Thieme 2024), 1976 bei Bissersheim in Rheinland-Pfalz (Lang & Wolf 1993, Hand & Thieme 2024), Saarland (Hand & Thieme 2024), bei Niesky und 2008 in Muldenberg in Sachsen (Otto & al. 2005, Breitfeld 2021) und Bruchstedt, Plothen und zwischen Kraasa und Dobraschütz in Thüringen (Zündorf & al. 2006).
ÖSTERREICH:
Studenzen-Fladnitz in der Steiermark (Melzer 2003 sub Salix cordata). Bei diesem Fund nahe dem Bahnhof Studenzen-Fladnitz gegen das Ufer der Raab hin (Melzer 2003) ist nicht klar, ob es sich um kultivierte oder subspontan aufgegangene Pflanzen handelte. Eine ehemalige Angabe für Nordtirol ist irrig (Pagitz & al. 2023). Laut aktueller Neophytenliste für Österreich (Glaser & al. 2025) wurde das Taxon fälschlicherweise für Österreich erfasst.
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021), den Niederlanden (FLORON 2021) und seit etwa 1960 in Tschechien (Pyšek & al. 2012).
 

 
Weitere Arten:

Salix acutifolia

Die Spitzblättrige Weide, Salix acutifolia, ist von Osteuropa bis Kasachstan beheimatet und wird vor allem in einem männlichen Klon namens `Blue Streak´ aufgrund der bläulichen Rinde als Ziergehölz kultiviert. `Pendulifolia´ entstand 1939 in der Berliner Baumschule Späth als männliche Sorte und zeichnet sich durch hängende Blätter aus. Die Art ist stadtklimafest, steigt früh in Saft und ist spätfrostgefährdet (Bruns 2009). Im Gebiet vereinzelt subspontan, so 1985 bei Möttlingen und 1985 an der Donau bei Pfohren in Baden-Württemberg (Sebald & al. 1990), Bayern (Hand & Thieme 2024), Berlin (Seitz & al. 2012), ehemals bei Griebow und Triglitz in Brandenburg (Fischer 2017), Hessen (Hand & Thieme 2024), Grevesmühlen in Mecklenburg-Vorpommern (Fukarek & Henker 2005), Niedersachsen (Müller & al. 2021), Rheinland-Pfalz (Hand & Thieme 2024), Saarland (Hand & Thieme 2024), Sachsen (Gutte & al. 2013), Sachsen-Anhalt (Müller & al. 2021), Schleswig-Holstein (Hand & Thieme 2024) und Thüringen (Hand & Thieme 2024). In der „Flora von Bayern“ (Meierott & al. 2024) als bisher ohne sicheren Nachweis eines subspontanen Vorkommens für Bayern angegeben. Eine ehemalige Angabe für Osttirol ist irrig (Pagitz & al. 2023). Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021), Norwegen (Gederaas & al. 2012) und Tschechien (Pyšek & al. 2012).
 

Salix aegyptiaca

Von Anatolien bis in den Iran, nicht in Ägypten, ist die Persische Weide, Salix aegyptiaca, beheimatet. Im Orient wurden die männlichen Kätzchen zum Parfümieren von Getränken verwendet oder gezuckert als Süßspeise verzehrt. In Ägypten und im Iran dient sie zur Gewinnung von Ruten und Bastfasern für grobes Flechtwerk und rohes Gewebe (Mansfeld 1986). Sie findet sich seit spätestens 1820 in gärtnerischer Kultur (Bärtels & Schmidt 2014). Im Gebiet wird sie sehr selten als Straßenbegleitgrün bzw. in Parks gepflanzt und verwildert sehr selten daraus, so in Baden-Württemberg (Hassler & Muer 2022). Bei den bayrischen Fundangaben wie Schwebheim, Oberhaid, Hallstadt, Weichendorf und Gundelsheim dürfte es sich um kultivierte Pflanzen handeln (Meierott 2008). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) als fraglich für BW und BY geführt. Subspontan auch in Griechenland (Jalas & Suominen 1976).
 

Salix babylonica

Die Echte Trauerweide, Salix babylonica, ist in Ostchina und Korea beheimatet und wird in Europa seit etwa 1730 als Zierbaum kultiviert (Bärtels & Schmidt 2014). Sorten sind etwa `Crispa´ mit eingedrehten Blättern, die etwas an die Kräuselkrankheit des Pfirsichs erinnern. Mancherorts wird die Echte Trauerweide zur Ufer- und Dünenbefestigung gepflanzt, doch handelt es sich in Mitteleuropa bei der als Trauerweide bezeichneten Sippe ganz überwiegend um die Hybride Salix alba `Vitellina´ × Salix babylonica. In Indien bilden die Blätter ein Rinderfutter (Mansfeld 1986)
Sie ist in weiten Teilen der Erde verwildert und wird für das Gebiet sehr selten als subspontan angegeben, so für Schleswig-Holstein (Hand & Thieme 2024). Eine Fundangabe für Bayern wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) als irrig geführt. Angegeben auch für Oberösterreich, Salzburg und Wien (Glaser & al. 2025). Ehemalige Angaben für Nord- und Osttirol sind irrig (Pagitz & al. 2023). Bei den österreichischen Fundangaben in der aktuellen Neophytenliste (Glaser & al. 2025) dürfte es sich um Funde von Salix matsudana handeln, die in den jeweiligen Publikationen (Pflugbeil & al. 2020, Timaeus 2021) als S. babylonica var. pekinensis `Tortuosa´ beschrieben werden. Auch für die Schweiz mehrfach angegeben (Infoflora 2024), so für die Kantone Aargau, Bern, Genf, Tessin, Waadt, Wallis und Zürich. Bei den Schweizer Fundpunkten dürfte es sich um kultivierte Pflanzen handeln. In Infoflora (2024) steht dazu: Kultivierter Neophyt: nach dem Jahr 1500 in der Schweiz aufgetreten. Subspontan angegeben auch für Belgien (Verloove 2021) und die Niederlande (FLORON 2021).
Ob es sich bei den Funden nicht um Salix matsudana `Tortuosa´ bzw. Salix ×sepulcralis (= S. alba × S. babylonica) handelt, die beide frosthärter als die reine Art S. babylonica sind, sollte überprüft werden.

 
 

Salix ×erythroflexuosa

Die Locken-Weide, Salix ×erythroflexuosa, ist eine Hybride aus der Hänge-Weide, Salix alba `Tristis´ und der Korkenzieher-Weide, Salix matsudana `Tortuosa´. Sie hat weniger stark gedrehte, orangebraune Zweige und wird als Zierbaum genutzt. Das Cultivar ist 1971 in Argentinien entstanden und seither vor allem von nordamerikanischen Baumschulen verbreitet worden (Meierott 2008). Subspontan wird die Sippe, vermutlich durch Gartenauswurf, 2005 für Bamberg in Bayern angegeben (Meierott 2008). Die Sippe ist in der „Flora von Bayern“ (Meierott & al. 2024) nicht mehr enthalten.
 
 

Salix exigua

Die Kojoten-Weide, Salix exigua, ist im westlichen Nordamerika beheimatet und wird aufgrund ihres silbrigen Laubes seit 1921 als Zierstrauch genutzt (Bärtels & Schmidt 2014). Kojoten nutzen diese Weidenart gerne als Versteck, daher die umgangssprachliche Ableitung des Namens. Sie ist trockenheitsverträglich und wird als Pioniergehölz und zur Dünenbefestigung genutzt. In Hamburg wurde sie vor allem entlang der Elbe gepflanzt, wo sie sich vegetativ vermehrt, Einbürgerungstendenzen zeigt und gelegentlich auch den Asphalt malträtiert (Poppendieck & al. 2011).
 

Salix gmelinii

Die Filzast-Weide, Salix gmelinii (Syn.: S. ×dasyclados), ist möglicherweise aus Salix caprea × S. cinerea × S. viminalis entstanden und in Kasachstan beheimatet. Sie wird zur Bandstockgewinnung und als Bienenweide seit spätestens 1829 eingesetzt (Bärtels & Schmidt 2014). Benannt ist sie ist zu Ehren des deutschen Botanikers und Sibirienforschers Johann Georg Gmelin (1709−1755). Mit 22 Jahren erhielt Gmelin den Professortitel für Naturgeschichte und Chemie. Er war im Auftrag der Zarin Anna Iwanowna Teilnehmer der 10 Jahre dauernden „Großen Nordischen Expedition“. Mit auf dieser beschwerlichen, aber beeindruckenden Reise in Sibirien waren u.a. zwei Maler, zwei Jäger, zwei Bergsteiger, vier Landvermesser, ein Offizier, zwölf Soldaten, ein Trommler und eine Pallas-Eule in einem Pinienstamm. Die Vernichtung des größten Teiles seiner Aufzeichnungen durch einen Brand und Schwierigkeiten mit lokalen Behörden veranlassten ihn zum Verzicht auf die ursprünglich vorgesehene Weiterreise nach Kamtschatka, wo er sich der See-Expedition unter Vitus Bering hätte anschließen sollen. Außer einem umfangreichen Herbar legte Gmelin zoologische Sammlungen an, führte Höhenmessungen und Temperaturbeobachtungen durch, untersuchte Bergwerke und Mineralquellen und machte geographische und völkerkundliche Beobachtungen. Gmelin verfasste nach dieser Expedition seine großartige „Flora sibirica“, wobei Band 3 und 4 posthum sein Neffe herausbrachte. Von Gmelins vielseitigem Wissen zeugen unter anderem Arbeiten über Aschenbestandteile der Pflanzen, Farbstoffgewinnung, Wirkungsweise von Drogen, Vulkane, Ammoniten, das Mammut, Wärmeverhältnisse des Wassers, die wissenschaftliche Beschreibung neuer Tierarten und die Erkennung der Pelorie als Blütenmissbildung. Neben mehreren Pflanzenarten trägt auch die Lippenblütler-Gattung Gmelina seinen Namen. 
Die artgewordene Hybride tritt im Gebiet unbeständig bis lokal eingebürgert auf, u.a. bei Hintermoos, zwischen Bolanden und dem Birkweiher und 1997 beim Bahnhof Wolfegg in Baden-Württemberg (Dörr & Lippert 2001, Hand & Thieme 2024), 1912 in Ludwigsfeld, 1883 in Schleißheim, 1915 am Ufer des Glockenbaches in den Isarauen, am Bodenseeufer beim Güterbahnhof Lindau-Reutin und bei Schongau in Bayern (Dörr & Lippert 2001, Meierott & al. 2024), Berlin (Hand & Thieme 2024), Hessen (Hand & Thieme 2024), Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern (Fukarek & Henker 2005), Saarland (Hand & Thieme 2024), Friedrichgrün, Marieney, Kottenheide, Klingenthal und Raun in Sachsen (Breitfeld 2021), Schleswig-Holstein (Hand & Thieme 2024), Zechau in Thüringen (Zündorf & al. 2006), Niederösterreich (Glaser & al. 2025), 1998 St. Johann am Walde in Oberösterreich (Stöhr & al. 2006) und Salzburg (Glaser & al. 2025). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1973 (Glaser & al. 2025). Eine ehemalige Angabe für Nordtirol ist irrig (Pagitz & al. 2023 sub S. ×dasyclados). Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021), Norwegen (Gederaas & al. 2012) und den Niederlanden (FLORON 2021).
 

 

Salix gracilistyla

In Ostasien ist die Zartgriffel-Weide, Salix gracilistyla, beheimatet. Sie wird vor allem in Sorten wie `Mount Aso´, einer Selektion aus Japan mit rosa Kätzchen oder `Melanostachys´ (1950) mit schwärzlichen Kätzchen, kultiviert. 
Im Gebiet 2023 in einem Straßengraben bei Bad Birnbach in Bayern (Meierott & al. 2024) und in Kottmar-Walddorf in Sachsen (Wesenberg & al. 2017) subspontan aufgetreten. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) nicht geführt.
 

Salix integra

In Japan und Korea ist die Japanische Weide, Salix integra, beheimatet. Sie ist nahe mit S. purpurea verwandt und wird vor allem in der Sorte `Hakuro Nishiki´ mit weiß gesprenkeltem Laub als Zierbäumchen mit dem Namen Harlekin-Weide gehandelt. 
Die Sorte wurde 1979 von Harry van de Laar aus Japan eingeführt (Kelly & Hillier 1993)
Subspontan wird die Japanische Weide 2004 für Gundelsheim in Bayern (Meierott 2008) und 2012 für Meetschow in Niedersachsen (Kelm 2013) angegeben. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) nicht geführt, ebenso nicht (mehr) in der „Flora von Bayern“ (Meierott & al. 2024).
 

Salix lapponum

Die Lappland-Weide, Salix lapponum, ist im nördlichen Eurasien beheimatet. Ihre Verbreitung reicht von den Britischen Inseln bis ins Altai-Gebirge. Weiter südlich besiedelt sie Gebirge wie die Pyrenäen und das bulgarische Pirin-Gebirge. Sie wird seit 1789 gärtnerisch genutzt (Bärtels & Schmidt 2014). Im Gebiet tritt sie im Zastlerkar des Feldberges im Schwarzwald in Baden-Württemberg seit spätestens 1971 auf (Plieninger & Lutz 2017) und wurde hier wahrscheinlich angesalbt (Hassler & Muer 2022). Sie hybridisiert hier mit S. appendiculata und S. caprea (Plieninger & Lutz 2017). Eine ehemalige Angabe für Osttirol ist irrig (Pagitz & al. 2023).
 

Salix matsudana

Die Korkenzieher-Weide, Salix matsudana `Tortuosa´ (Syn.: S. babylonica var. matsudana) ist eine Kulturform der Chinesischen Weide, S. matsudana
Sie wird seit 1924 häufig als Ziergehölz kultiviert (Bärtels & Schmidt 2014), selten tritt sie im Gebiet verschleppt oder verwildert auf. 
So 2003 in Teichanlage bei Schwanhausen, 2018 am Innkai bei Passau, 2005 in einer Kiesgrube bei Untereuerheim, 2004 im Industriegebiet Schwebheim und 2004 im Ufergebüsch des Säugriessees bei Dörfleins in Bayern (Meierott 2008, Meierott & al. 2024), Berlin (Hand & Thieme 2024), 2009 und 2010 zahlreiche Pflanzen im Mündungsbereich der Losse in die Fulda bei Kassel und am ehemaligen Flugplatz Bonames in Frankfurt in Hessen (Gregor & al. 2012), Königswinter und Dünstekoven in Nordrhein-Westfalen (Gorissen 2015), 2003 Markkleeberg, weiters Birkenhäuser und Riedelhof in Sachsen (Gutte 2006, Breitfeld 2021), 2023 bei Unterpetersdorf nahe Horitschon im Burgenland (Hohla & Kiràly 2024 sub S. babylonica var. pekinensis), 2013 bei Reichersberg am Inn, 2015 in Obernberg am Inn, 2020 in Ort im Innkreis und 2020 in Mettmach in Oberösterreich (Hohla 2022), in der Stadt Salzburg in Itzling (Pflugbeil & al. 2020) und 2019 in der Eduardgasse im Kreuzgassenviertel in Wien (Timaeus in: Gilli & al. 2021).
 

Salix ×pendulina

Die Hänge-Trauerweide, Salix ×pendulina, ist die Hybride aus der ostasiatischen Echten Trauerweide, Salix babylonica mit der osteuropäischen Bruch-Weide, S. fragilis. Sie ist vor 1831, vermutlich in Deutschland, entstanden (Bärtels & Schmidt 2014). Sie wird seltener als S. ×sepulcralis (S. alba × S. babylonica) kultiviert, weil ihr die dicht silbrig schimmernde Blattunterseite, vererbt von S. alba, fehlt. Subspontan konnte sie im Gebiet in Niedersachsen (Hand & Thieme 2024) und Kärnten (Hartl & al. 1992, Glaser & al. 2025) gefunden werden. Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1960 (Glaser & al. 2025). Subspontan auch in Norwegen (Gederaas & al. 2012).
 

Salix pyrifolia

Die Balsam-Weide, Salix pyrifolia (Syn.: S. balsamifera) ist im nördlichen Nordamerika beheimatet und wird seit 1880 gärtnerisch genutzt (Bärtels & Schmidt 2014), vor allem in der Sorte `Mas´ mit auffallend goldgelber Färbung des Herbstlaubes. Die Art ist frosthart, salztolerant, stadtklimafest, rauchhart und ein guter Bodenfestiger (Bruns 2009). Unbeständig verwildert wird sie für Oberfranken in Bayern (Walter 2004), Hamburg (Poppendieck & al. 2011), Binz auf Rügen in Mecklenburg-Vorpommern (Adolphi 2006) und Niedersachsen (Hand & Thieme 2024) gemeldet. Die Art ist in der „Flora von Bayern“ (Meierott & al. 2024) nicht angegeben.
 

Salix ×sepulcralis

Die Dotter-Trauerweide, Salix ×sepulcralis, ist die Hybride aus der heimischen Silber-Weide, Salix alba, mit der ostasiatischen Echten Trauerweide, S. babylonica. Sie ist die in Mitteleuropa am weitest verbreitete Trauerweide, da die reine S. babylonica frostempfindlich ist und leichter auswintert. Am häufigsten wird die Sorte `Chrysocoma´ (1988) genutzt, eine Hybride aus S. alba `Vitellina´ × S. babylonica.
 
Subspontan in Baden-Württemberg (Hand & Thieme 2024), Bayern (Meierott & al. 2024), Hamburg (Hand & Thieme 2024), Frankfurt am Main in Hessen (Gregor & Kasperek 2021), Nordrhein-Westfalen (Hand & Thieme 2021), Rheinland-Pfalz (Hand & Thieme 2024), Saarland (Hand & Thieme 2024), Sachsen (Hand & Thieme 2024), Schleswig-Holstein (Hand & Thieme 2024), Strubergasse, Gnigler Straße und Maierwiesweg in der Stadt Salzburg (Pilsl & al. 2008) und in Osttirol (Glaser & al. 2025). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1993 (Glaser & al. 2025). Für die Schweiz mehrfach angegeben, aber unter dem Status „kultivierter Neophyt“ (Infoflora 2024).
 
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021), Norwegen (Gederaas & al. 2012), den Niederlanden (FLORON 2021) und seit 2001 in Tschechien (Pyšek & al. 2012).
 

Salix udensis

Die nordostasiatische Sachalin-Weide, Salix udensis (= S. sachalinensis), wird seit 1905 als Zier- und Heckenpflanze kultiviert (Bärtels & Schmidt 2014), meist als männlicher Klon cvar. „Sekka“ (seit 1950 in Europa mit verbänderten Zweigenden). 
`Golden Sunshine´ mit grüngelben Blättern stammt aus Japan und wurde 2013 auf der Niederländischen Pflanzenmesse Groot Groen in Zundert das erste Mal vorgestellt (Bruns 2022).
 
Die Sachalin-Weide tritt vereinzelt subspontan auf, so in Baden-Württemberg (Hassler & Muer 2022), 2008 in einer Sandgrube bei Schaitz, bei Maibach, Wettringen, Trunstadt und auf einer Abfallschüttung bei Untermerzbach in Bayern (Meierott 2008), Kamen, Olpe-Altenkleusheim und 2023 Wenden-Hünsborn in Nordrhein-Westfalen (Loos 1997, BBV 2023, BBV 2024), 2012 in Schöneck im Erzgebirge in Sachsen (Breitfeld 2021), Schleswig-Holstein (Hand & Thieme 2024), Oberösterreich (Glaser & al. 2025), Salzburg (Glaser & al. 2025), im obersten Feistritztal bei Weiz und 2024 in der Ufermauer des Gradnerbaches in Köflach in der Steiermark (Schiefermair 1972 sub S. sachalinensis, Stöhr 2025) und Huben im Iseltal in Osttirol (Stöhr 2019). Ob es sich bei dem steirischen Fund vom oberstes Feistritztal im nördlichen Feistritzwald um kultivierte oder subspontan aufgetretene Pflanzen handelte, ist unbekannt.
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021) und den Niederlanden (FLORON 2021).
 

Quellen

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