Rhinanthus rumelicus
Drüsiger Klappertopf,
Rhinanthus rumelicus,
Sommerwurzgewächs, Orobanchaceae
Steckbrief:
Bis 50 cm hohe Einjährige mit drüsenhaarigen Blättern und schwarz gestrichelten, im oberen Teil mit hellen Drüsen und Zottenhaaren versehenen Stängeln. Zähne der Hochblätter alle gleich lang, unbegrannt, mit hellen Drüsenhaaren. Blütenschlund ± geschlossen, Zähnchen groß (1 – 2 mm). Kelch mit hellen Drüsenhaaren. Blütezeit Juni bis Juli.
Heimat:
Südosteuropa, nördlich bis zur Slowakei.
Nutzung:
Keine.
Ausbreitung:
Das erste in Deutschland gefundene Exemplar wurde 1908 am Napoleonstein bei Jena-Closewitz gefunden und zunächst als eigene Art "Alectorolophus aschersonianus" beschrieben. Danach wurde es zunächst zu Rhinanthus rumelicus, später aber auch in die Nähe von Rhinanthus alectorolophus gestellt (Heinrich 1994). Molekularbiologische Untersuchungen zeigten jedoch, dass das Thüringer Exemplar nahe dem südosteuropäischen Rhinanthus rumelicus steht. Da die Entdeckung der Pflanze in Thüringen für ein floristisch gut untersuchtes Gebiet relativ spät erfolgte, wird vermutet, dass es sich um eine Einschleppung handelt, vermutlich im 19. Jahrhundert durch das Militär eingeschleppt (Hassler & Muer 2022).
Frühe Versuche von Max Schulze 1910, das Vorkommen durch Aussaat an ähnlichen Stellen zu erweitern oder ein solches im Botanischen Garten durch Aussaat künstlich zu schaffen, schlugen fehl. Wohl kann man erreichen, dass die Samen keimen und auch Jungpflanzen ohne Wirt aufwachsen, es muss aber fremde Hilfe in Anspruch genommen werden, wenn sich die Pflanzen normal entwickeln und zur Blüte gelangen sollen (Heinrich 1994, Böhme 2001).
DEUTSCHLAND:
In Thüringen bei Jena am früheren Truppenübungsplatz Windknollen am Napoleonstein lokal eingebürgert (Böhme 2001), 2018 noch spärlich vorhanden (Hassler & Muer 2022).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Auf der estländischen Insel Ösel (Ronniger 1934) und in Großbritannien (Clement 2001).