Punica

Granatapfel, Weiderichgewächs, Lythraceae

Gattung:

Punica umfasst 2 Arten, P. granatum und den auf der zum Jemen gehörenden Inselgruppe Sokotra endemischen P. protopunica (Kew 2023).
 

Punica granatum 

Granatapfel,
Punica granatum 
Weiderichgewächs, Lythraceae

 

Steckbrief:

Bis 5 m hoher, reich verzweigter, sommergrüner, Wurzelsprosse bildender Strauch oder Baum mit vierkantigen bis schwach geflügelten Zweigen, diese teilweise in Dornen endend. Blätter gegenständig, derb, grün, 0,5−1 cm lang gestielt, Spreite 2–8 cm lang, eiförmig bis lanzettlich, granzrandig. Blüten zu 1–4 an den Zweigenden, 5–9-zählig mit doppelter Blütenhülle, 2–3 cm langen Kronbättern und fleischigem Kelch. Kelch und Krone leuchtend scharlachrot. Frucht apfelförmig mit derber, gelblich-roter Schale, darin die zahlreichen, in Fruchtfächern liegenden Samen. Blütezeit Mai bis Juni.
 

Nutzung: 

Obst- und Ziergehölz. In mehreren Sorten, so `Albopleno´ (1830) mit cremeweißen, gefüllten Blüten, `Nana´ (1806) als kleinwüchsige Form, `Legrellei´ mit gefüllten, großen Blüten und weiß berandeten Blütenblättern und `Nana Racemosa´ mit pyramidalem Wuchs (Bärtels & Schmidt 2014). Gut 500 Granatapfel-Sorten sind bekannt, von denen nicht wenige aber Synonyme anderer sind. Vor allem die Frucht wird vielerlei medizinisch genutzt, so zur Senkung von systolischem und diastolischem Blutdruck, bei verengter Halsschlagader und Arthritis. Granatapfel verfügt über besonders viele Polyphenole, die für mehrere positive gesundheitliche Effekte verantwortlich gemacht werden.
 

Ausbreitung:

Ursprünglich wahrscheinlich im südlichen Asien vom Iran bis Indien. Als Kulturpflanze bereits in den altägyptischen Gärten gehalten worden. Nach Mitteleuropa dürfte der Granatapfel im Mittelalter gekommen sein, wie ein archäologischer Fund aus dem mittelalterlichen Konstanz zeigt (Körber-Grohne & Küster 1989). In warmen Teilen des Gebiets gegenwärtig lokal verwildert, vor allem im Etsch-Eisacktal Südtirols, im Tessin und im Rhonetal des Wallis.
 
DEUTSCHLAND: ---
ÖSTERREICH:
ÖSTERREICH:
2022 bis zumindest 2024 am Lerchenfelder Gürtel in Wien im Traufenschotter (Timaeus & Prinz in: Pachschwöll & al. 2025)
In Südtirol lokal verwildert, im Etsch-Eisacktal, insbesondere um Bozen und Meran lokal auch eingebürgert (Fischer & al. 2008). So am Küchelberg, Schloss Neuberg und bei Partschins um Meran, Guntschna, Gandelberg, Streckerhof, Runkelstein, St. Magdalena und Sigmundskron (Hegi 1975).
SCHWEIZ: 
Aus Gärten verwildert, so im Kanton Genf, im südlichen Tessin, im Rhonetal im Wallis und im Kanton Zürich (Lauber & al. 2012, Infoflora 2024). Im Wallis lokal eingebürgert an den Felsen von Valére und Tourbillon bei Sitten (Hegi 1975). Die Art wird in der „Flora von Zürich“ (Wohlgemuth & al. 2020) nicht genannt.

 
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Spanien.

 

Quellen

Bärtels A. & Schmidt P. A. (2014): Enzyklopädie der Gartengehölze – Ulmer-Verlag Stuttgart, 883 S.

Fischer M., Oswald K. & Adler W. (2008): Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol; 3., verb. Aufl. der „Exkursionsflora von Österreich“ (1994). – Linz: OÖ Landesmuseum; 1392 S.

Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 5 (Teil 2). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 679−1584.

Infoflora (2024): Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora – https://www.infoflora.ch/de/



Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Körber-Grohne U. & Küster H. (1989): Mittelalterliche Pflanzenreste aus Konstanz am Bodensee – Archäobotanik, Dissertationes Botanicae 133, Bornträger.

Lauber K., Wagner G. & Gygax P. (2012): Flora Helvetica – 5.Auflage, Haupt-Verlag Bern, 1946 S.

Lorek M. 2015: Punica granatum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/punica-granatum.html

Timaeus L. & M. Prinz (2025) in: Pachschwöll C., Gilli C. & H. Niklfeld (2025): Floristische Neufunde (509–620) – Neilreichia 15: 127–248.


Wohlgemuth T., Del Fabbro C., Keel A., Kessler M. & M. Nobis (2020): Flora des Kantons Zürich. Zürcherische Botanische Gesellschaft. Haupt-Verlag, Bern.