Polemonium

Himmelsleiter, Sperrkrautgewächs, Polemoniaceae

Gattung:

Polemonium umfasst etwa 37 Arten (Kew 2023), die in Amerika und Eurasien beheimatet sind. Mannigfaltigkeitszentrum ist das westliche Nordamerika, vor allem Kalifornien.
 

Polemonium reptans 

Kriechende Himmelsleiter, Niederes Sperrkraut
Polemonium reptans 
Sperrkrautgewächs, Polemoniaceae

 

Steckbrief: 

20–50 cm hohe Staude mit kriechendem Rhizom. Blätter unpaarig gefiedert, mit 7–19 eilanzettlichen Blättchen. Blütenstand locker trugdoldig. Krone hellblau, selten weiß, 10–15 mm lang. Fruchtkapsel im Kelch kurz gestielt. Blütezeit April bis Mai. 
Verwechslungsmöglichkeit: Die im Gebiet heimische Echte Himmelsleiter, Polemonium caeruleum, hat Blätter mit 19–27 Blättchen und Fruchtkapseln, die im Kelch sitzen.
 
 

Nutzung: 

Zierstaude, meist als Kriechende Jakobsleiter im Pflanzenhandel, in wenigen Sorten wie `Stairway to Heaven´ mit panaschierten Blättern oder `Firmament´ mit hell violettblauen Blüten. `Album´ hat, wenig überraschend, weiße Blüten, `Königsee´ tief dunkelblaue Blüten (Jelitto & al. 1990). Schneckengefährdet.
 

Ausbreitung: 

Nordamerikanische Art, um 1758 erstmals in Europa kultiviert (Jäger & al. 2008). Vermehrt sich generativ durch Samen als auch vegetativ über Ausläufer. Im Gebiet ganz vereinzelt subspontan.
 
DEUTSCHLAND: 
1910 angegeben bei Speyer in Rheinland-Pfalz (Zimmermann 1912, Hegi 1975, Hand & Thieme 2024), 1990 Seußlitz, 1966 Meißen und 1977 Schubertstraße Dresden in Sachsen (Hardtke & al. 2013) und in Thüringen (Zündorf & al. 2006).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Norwegen (Gederaas & al. 2012).

 

Quellen

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
AlienSpeciesNorway_2012_scr_9C0ee.pdf

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hardtke H.-J., Klenke F. & Müller F. (2013): Flora des Elbhügellandes und angrenzender Gebiete – Sandstein-Verlag Dresden. 718 S.

Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 5 (Teil 1). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 678 S.



Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Jelitto L., Schacht W. & Feßler A. (1990): Die Freiland-Schmuckstauden – Ulmer Verlag Stuttgart, 4. Aufl. 683 S.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Zimmermann F. (1912): II. Nachtrag zur Adventiv und Ruderalflora von Ludwigshafen, der Pfalz und Hessen. Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft zur Erforschung der Flora – 14: 68−84.

Zündorf H.J., Günther K.F., Korsch H. & Westhus W. (2006): Flora von Thüringen. Weissdorn-Verlag, Jena: 764 S.