Phoenix

Dattelpalme, Palmengewächs, Arecaceae

Gattung:

Phoenix umfasst 13 Arten (Kew 2023), die in Afrika und Südasien beheimatet sind. Mannigfaltigkeitszentrum der Gattung ist Südindien.
 

Phoenix dactylifera

Echte Dattelpalme,
Phoenix dactylifera,
Palmengewächs, Arecaceae

 

Steckbrief:

In Kultur bis 15 m hohe, zweihäusige Palme mit bis 4 m langen Blattwedeln und schmal-lanzettlichen Fiedern. Blütenstände achselständig, Blüten dreizählig mit untereinander verwachsenen Kelch- und Kronblättern. Weibliche Pflanzen bilden fleischige Steinfrüchte in hängenden Trauben. Blütezeit April bis Juni.

 

Heimat:

Wahrscheinlich Nordafrika und Südwest-Asien, aufgrund ihrer langen Kultur ungewiss. Die ursprüngliche Wildform ist unbekannt (Mansfeld 1986).
 

 

Nutzung:

Die Früchte werden vor allem als Obst genutzt. Es wird u.a. Dattelöl, Essig und Dattelschnaps aus ihnen gewonnen. Datteln sind eine wichtige Nahrung für die Bewohner der Trockengebiete des nördlichen Afrikas und Südwest-Asiens (Mansfeld 1986). Die Weltjahresernte betrug 2020 etwa 9,4 Mio. t. Früchte. Die Blätter werden zu Baststrängen oder Flechtwerk verarbeitet.  
Bei Ausgrabungen in der Festung Masada in Israel im Jahr 1963 konnten rund zweitausend Jahre alte Dattelkerne gefunden werden, von denen Forscher 2005 einen zum Keimen brachten. Damit ist die Pflanze Rekordhalter in punkto altersbedingter Keimfähigkeit (Sallon & al. 2008)

 

Ausbreitung:

Die Kultur reicht wahrscheinlich bis ins Neolithikum zurück (Mansfeld & al. 1986). In Arabien werden Dattelpalmen seit dem 6. Jahrtausend v. Chr. kultiviert. Im Gebiet gelegentlich auf Deponien, wo der warme, gärende Müll ihre Keimung begünstigt und ihr ein kurzes, meist nur einen Sommer dauerndes Wachstum ermöglicht.
DEUTSCHLAND:
1972 am Müllplatz der Stadt Wangen bei Obermooweiler in Baden-Württemberg (Dörr & Lippert 2001), wobei das Überschütten des Mülls mit Erde ihre Existenz dort beendete (Dörr & Lippert 2001). Mit Keimlingen 1907 am Münchner Südbahnhof, 1970 am Müllplatz in Kaufbeuren, 1973 am Müllplatz von Schongau, 1996 bei Trunstadt und vor 1900 auf Schutt bei Schwabing in Bayern (Vollmann 1914, Dörr & Lippert 2001, Meierott & al. 2024), in Nordrhein-Westfalen (Hand & Thieme 2024), Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz (Vollmann 1914, Hand & Thieme 2024) und in Sachsen (Hand & Thieme 2024). Der Erstnachweis für Bayern erfolgte vor 1900 (Meierott & al. 2024).
ÖSTERREICH:
Graz in der Steiermark (Walter & al. 2002), Nordtirol (Glaser & al. 2025), im 10. Wiener Gemeindebezirk zahlreiche etwa 25 cm hohe Jungpflanzen auf Komposthaufen der Biomüllgesellschaft und im 11. Wiener Gemeindebezirk am Gelände der Biomüllgesellschaft, Müllplatz Ostteil von Kaiserebersdorf (Forstner & Hübl 1971, Walter & al. 2002). Die Art wird in der „Roten Liste und Checkliste der Farn- und Blütenpflanzen Nord- und Osttirols“ (Pagitz & al. 2023) nicht genannt. Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1971 (Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ:
Eine Fundangabe 1903 am Hardplatz in Zürich (Wohlgemuth & al. 2020).
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021), Norwegen (Gederaas & al. 2012) und in den Niederlanden (FLORON 2021).

 

Quellen

Dörr E. & Lippert W. (2001): Flora des Allgäus und seiner Umgebung Band 1 – IHW-Verlag Eching, 680 S.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Forstner W. & E. Hübl (1971): Ruderal-, Segetal-und Adventivflora von Wien – Verlag Notring, Wien.

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
AlienSpeciesNorway_2012_scr_9C0ee.pdf

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Mansfeld R. (1986): Verzeichnis landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturpflanzen - Band 3, 569 Seiten, Springer-Verlag.

 



Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Pagitz K., O. Stöhr, M. Thalinger, I. Aster, M. Baldauf, C. Lechner-Pagitz, H. Niklfeld, L. Schratt-Ehrendorfer & P. Schönswetter (2023): Rote Liste und Checkliste der Farn- und Blütenpflanzen Nord- und Osttirols – Natur in Tirol, Band 16.

Sallon S., Solowey E., Yuval C., Kortschinski R., Egli M., Woodhatch I., Simchoni O. & K. Mordechai (2008): Germination, Genetics, and Growth of an Ancient Date Seed – Science 320.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Vollmann F. (1914): Flora von Bayern – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 840 S.

Walter J., Essl F., Niklfeld H. & Fischer M. A. (2002): Gefäßpflanzen. – In: Essl F. & Rabitsch W.: Neobiota in Österreich: 46–173. – Wien: Umweltbundesamt.

Wohlgemuth T., Del Fabbro C., Keel A., Kessler M. & M. Nobis (2020): Flora des Kantons Zürich. Zürcherische Botanische Gesellschaft. Haupt-Verlag, Bern.