Pelargonium

Pelargonie, Storchschnabelgewächs, Geraniaceae

Gattung:

Pelargonium umfasst etwa 285 Arten (Kew 2023), die in Afrika, Südasien und Australien beheimatet sind und großteils auf das südliche Afrika beschränkt sind (Mabberley 2008) mit Mannigfaltigkeitszentrum im südwestlichen Südafrika. Zahlreiche Arten werden als Zierpflanzen kultiviert, bei den meisten der beliebten Gartenpflanzen handelt es sich um komplexe Hybriden, die auf Artebene kaum identifizierbar sind. Jäger & al. (2008) untergliedern die Kulturformen in P. peltatum-Hybriden, P. zonale-Hybriden und P. grandiflorum-Hybriden.
 

Pelargonium zonale-Hybriden

Zonal-Pelargonie,
Pelargonium zonale-Hybriden
(= Pelargonium ×hortorum),
Storchschnabelgewächs, Geraniaceae

 

Steckbrief:

Bis 100 cm hohe Mehrjährige mit anfangs behaartem, später verholzendem Stängel und lang gestielten Blättern. Blattspreiten rundlich, gelappt, 5−8 cm im Durchmesser, mit einem zickzackförmigen Pigmentband versehen. Blütenstand doldig, Blüten zygomorph. Kronblätter eiförmig, je nach Kulturform rosa, rot oder weiß gefärbt. Blütezeit Mai bis Oktober.
 

Name:

Carl von Linné führte die Pelargonien innerhalb der Gattung Geranium. Der französische Botaniker Charles Louis L´Heritier trennte 1789 Pelargonium von Geranium ab. Der deutsche Name Storchschnabel blieb dabei Geranium, obwohl „geranos“ altgriechisch Kranich bedeutet und „pelargos“ Storch. Richtigerweise wäre Geranium der Kranichschnabel und Pelargonium der Storchschnabel. Irreführenderweise werden vielerorts die Pelargonien „Geranien“ genannt.
 

Heimat:

Südafrika.
 

Nutzung:

Sehr häufig und in vielen Sorten als Zierpflanze kultiviert, vor allem für Blumenkästen. Im Pflanzenhandel finden sich ausschließlich züchterisch bearbeitete Pflanzen, die Pelargonium zonale-Hybriden, die in Österreich aufgrund ihrer Wuchsform volkstümlich „Steher“ genannt werden, im Gegensatz dazu die Pelargonium peltatum-Hybriden, die als „Hänger“ bezeichnet werden. Ausgangsarten der Zonale-Hybriden sind hauptsächlich Pelargonium zonale und P. inquinans und weniger wichtig P. frutetorum und P. scandens. Hunderte Sorten an Zonale-Hybriden sind gegenwärtig bekannt, so etwa `Rocky Mountain Orange´ oder `Sunrise Mandarin´.
 

Ausbreitung:

Die ersten Pelargonienart, die nach Europa kam, war P. triste. Um das Jahr 1600 kam sie mit Schiffen, die am Kap der Guten Hoffnung landeten, in den Botanischen Garten Leiden. 1631 kaufte der englische Gärtner John Tradescant der Ältere Samen von Rene Morin in Paris und brachte die Pflanze nach England. 1689 kam dann P. zonale vom Westkap zum niederländischen Botaniker Jan Commelijn (1629-1692). Die zweite Ausgangsart der Zonale-Hybriden, Pelargonium inquinans, wurde 1713 bei Henry Compton, Bischof von London, nach seinem Tod in seiner Sammlung gefunden. Bis spätestens 1724 folgten dann weitere gärtnerisch wichtige Arten wie Pelargoium peltatum. Lange Zeit wurde ausgelesen und gesammelt, die eigentliche Pelargonien-Zucht begann Ende des 19. Jahrhunderts.
In Kleve am Niederrhein gibt es mit der Firma Syngenta Seeds einen der größten Pelargonienzüchter und Produzenten von Jungpflanzen weltweit und ein Pelargonien-Museum mit zirka 170 Wildarten.
DEUTSCHLAND:
Unbeständig ehemals für Forsthof bei Nürnberg in Bayern (Vollmann 1914, Hand & Thieme 2023) und 1917 auf Schutt in Essen in Nordrhein-Westfalen (Bonte 1930, Hand & Thieme 2023) angegeben. Die Art wird in der „Flora von Bayern“ (Meierott & al. 2024) nicht geführt. Aufgrund der fehlenden Winterhärte dürfte es sich um Gartenauswurf gehandelt haben.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
 

 
Weitere Art:

Pelargonium reflexum

Die Zurückgebogene Pelargonie, Pelargonium reflexum, ist in der südwestlichen Kapprovinz beheimatet, spielt im heimischen Pflanzenhandel keine Rolle, wird aber 2017 subspontan über Gartenauswurf für Dietmannsried-Probstried in Bayern (Bauer 2018) genannt. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht angeführt, auch nicht in der „Flora von Bayern“ (Meierott & al. 2024).
 
 

Quellen

Bauer J. (2018): Notizen zur Flora des Allgäus aus dem Jahr 2017. – Mitt. Naturwiss. Arbeitskreises Kempten/Allgäu 53: 21 – 32.

Bonte L. (1930): Beiträge zur Adventivflora des rheinisch-westfälischen Industriegebietes. Verh. D. naturh. Ver. D. preuß. Rheinlande und Westfalens 86: 141−255.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm



Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Mabberley D.J. (2008): Mabberley's plant-book (3. Auflage). Cambridge University Press, Cambridge: XVIII + 1021 S.

Vollmann F. (1914): Flora von Bayern – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 840 S.