Pedicularis

Läusekraut, Sommerwurzgewächs, Orobanchaceae

Gattung:

Pedicularis umfasst etwa 678 Arten an Halbschmarotzern auf der nördlichen Erdhalbkugel (Kew 2023). In China kommen gut 350 Arten vor, wovon etwa 270 endemisch sind. Mannigfaltigkeitszentrum sind die Gebirge Südwest-Chinas.
 

Pedicularis kaufmannii

Kauffmann-Läusekraut,
Pedicularis kaufmannii,
Sommerwurzgewächs, Orobanchaceae

 

Steckbrief:

30–90 cm hoher, aufrechter, mehrjähriger Halbschmarotzer mit wollig behaartem Stängel und einfach gefiederten Blättern. Fiederabschnitte gesägt. Tragblätter fiederteilig, blattartig, länger als die Blüte. Blütenkrone 26–32 mm lang, hellgelb, geschnäbelt, Schlund der Krone geöffnet. Oberlippe sichelförmig gekrümmt, mit kurzem Schnabel und seitlichen Zähnen, oft violett getönt. Kelch stark haarig, mit grüner Mittelrippe. Kelchzahn breit, stumpf. Blütezeit Juni.
Verwechslungsmöglichkeit: Das sehr ähnliche Pedicularis comosa hat 20–30 mm lange Kronen, Kelche, bei denen nur die Kanten behaart sind und obere Tragblätter, die dreilappig und maximal so lang wie die Blüten sind. 
 
 

Heimat:

Osteuropa und Westasien von Polen bis Kasachstan.
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
1896 erstmals im Gräninger Luch bei Rathenow in Brandenburg aufgetreten und sich hier über mehrere Jahre gehalten (Hegi 1975, Hand & Thieme 2023).  
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 
 
Weitere Arten:

Pedicularis canadensis

Im östlichen und zentralen Nordamerika weit verbreitet ist das Kanadische Läusekraut, Pedicularis canadensis, das im Gebiet 2015 auf einem Straßen-Mittelstreifen in München-Neuperlach in Bayern (Fleischmann 2018) subspontan gefunden wurde und dort bis zumindest 2024 auftrat (Meierott & al. 2024). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht angeführt.
 

Pedicularis comosa

Das in Europa von Spanien bis Rumänien und Tschechien heimische Schopf-Läusekraut, Pedicularis comosa, ist 1897 für Nennhausen-Gräningen in Brandenburg (Ascherson 1898, Hand & Thieme 2023) genannt worden.
 
Bei den subspontanen Funden von P. comosa und P. kaufmannii in Brandenburg sind Ort und Zeit praktisch ident, sodass es sich sehr wahrscheinlich um die gleiche Verwilderung handelt mit unterschiedlichen Bestimmungsergebnissen.

Quellen

Ascherson P. (1898): Übersicht neuer bzw. neu veröffentlichter wichtiger Funde von Gefäßpflanzen (Farn- und Blütenpflanzen) des Verbreitungsgebietes aus dem Jahr 1897 - Verhandlungen des Botanischen Vereins für die Provinz Brandenburg 40: 53-61.

Fleischmann A. (2018): Pedicularis canadensis und einige andere neue, nordamerikanische Neophyten auf einer Grünfläche in München, in: Floristische Kurzmitteilungen - Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft 88: 143-166.



Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 6 (Teil 4). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 631 S.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.