Nymphaea

Seerose, Seerosengewächs, Nymphaeaceae

Gattung:

Nymphaea ist kosmopolitisch verbreitet und umfasst etwa 58 Arten (Kew 2023) mit Verbreitungsschwerpunkt in den Tropen.
 

Nymphaea odorata 

Wohlriechende Seerose,
Nymphaea odorata  
Seerosengewächs, Nymphaeaceae

 

Steckbrief:

Bis 150 cm lange Staude mit kräftigem Rhizom und rundlichen Schwimmblättern mit spitzen bis zugespitzten Basallappen. Blätter unterseits braunpurpurn überlaufen. Blüten 7–14 cm im Durchmesser, nachts geschlossen. Kronblätter 20–30, weiß bis blassrosa, schmaler als bei N. alba. Staubblätter 35–120, gelb. Narbenscheibe 12–24-strahlig. Blütezeit Juni bis September.
Verwechslungsmöglichkeit: Die heimische Weiße Seerose, Nymphaea alba, hat unterseits grüne Schwimmblätter, abgerundete Basallappen und breitere Kronblätter.
 

Heimat:

In zwei Unterarten im östlichen und zentralen Nordamerika und in Mittelamerika.
 

Nutzung:

Selten als Zierpflanze für Gartenteiche, vor allem aber als Stammart zahlreicher Hybriden. Sie ist seit spätestens 1786 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008). Sorten sind etwa `Odorata Juliana´, `Rosennymphe´, `Sulphurea´, `Firecrest´ oder `Eugéne de Lande´.
 

Ausbreitung:

Auf der Weltausstellung in Paris 1889 stellte Latour-Marliac erstmals winterharte Seerosen-Hybriden vor, die schnell ein kommerzieller Erfolg wurden. Für die Züchtung hatte er neben N. alba und N. odorata und deren Farbvarianten auch die gelbe N. mexicana und die kleinwüchsige N. tetragona verwendet. Vielfach sind solche Hybriden in Gewässer eingebracht worden (Meierott & al. 2024).
 
DEUTSCHLAND:
Im Hufeisensee bei Oberaudorf in Bayern (Smettan 2016), sich lokal etablierend in Mecklenburg-Vorpommern (Hand & Thieme 2023) und 2014 südlich Meetschow und 2017 Moor Grebshorn in Niedersachsen (Feder 2018, Langbehn 2018). In der „Flora von Bayern“ (Meierott & al. 2024) als „bei Oberaudorf angepflanzt“ angegeben.
ÖSTERREICH:
2020 unbeständig in Oberösterreich (Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Großbritannien (Clement & Foster 1994).

 

Quellen

Clement E. J. & Foster M. C. (1994): Alien plants oft he British Isles – London: Botanical Society of the British Isles. 591 p.

Feder J. (2018): Flora des Hannoverschen Wendlandes (Kreis Lüchow-Dannenberg). – Bremer Bot. Briefe 25: 1 – 53.

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm



Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Langbehn H. (2018): Neues zur Flora des Landkreises Celle 2017 - Floristische Notizen aus der Lüneburger Heide Nr.26: 27–33.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Smettan H.W. (2016): Eingeschleppt und ausgerissen: Neophyten im bayerischen Oberinntal – Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft 86: 213–226.