Nuphar

Teichrose, Seerosengewächs, Nymphaeaceae

Gattung:

Nuphar umfasst etwa 14 Arten auf der Nordhalbkugel (Kew 2023).
 

 

Nuphar advena 

Amerikanische Teichrose,
Nuphar advena  
Seerosengewächs, Nymphaeaceae

 

Steckbrief:

Bis 1,5 m lange Staude mit kräftigem Rhizom und aus dem Wasser ragenden Blättern. Blattspreite 12–40 cm lang, 7–30 cm breit, breit eiförmig bis fast kreisrund. Blüten im Durchmesser 3−4 cm, mit 6 gelben, am Grund manchmals rötlich gefärbten Perigonblättern. Narbenscheibe grün, mit 9–23 Narbenstrahlen. Blütezeit Juni bis August.
Verwechslungsmöglichkeit: Die heimische Nuphar lutea hat 5 gelbe Perigonblätter und 7–12 Narbenstrahlen. Die Schwimmblätter sind eiförmig und schmäler als bei N. advena. Die Blätter von N. advena ragen auf bis zu einem Meter langen Stielen über die Wasseroberfläche hinaus.
 

Heimat:

In 4 Unterarten im östlichen Nordamerika und in Mittelamerika.
 

Nutzung:

Selten als Zierpflanze für Gartenteiche. Sie ist seit spätestens 1802 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008).
 

Ausbreitung:

Obwohl die Art seit gut 200 Jahren in Europa kultiviert wird, sind Verwilderungen sehr selten. Die Art scheint sich in Europa nur vegetativ auszubreiten, Reproduktion durch Samen ist nicht bekannt (Krautkrämer, Oldorff, Hofbauer, Schubert, Nierbauer & Gilli in: Gilli & al. 2021).
DEUTSCHLAND:
In Bayern mehrfach angesalbt, so in der Würm bei Gauting und Buchendorf (Springer in: Fleischmann 2016, Hassler & Muer 2022, Meierott & al. 2024).
ÖSTERREICH:
Lunzer Untersee in Niederösterreich. Der Bestand dürfte auf eine Anpflanzung von Franz Ruttner um das Jahr 1920 zurückgehen (Adamicka 1995), die Herkunft der Pflanzen ist unbekannt. Die Bestandsgröße hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Bei Kartierungen von Schlott-Idl (1982) nahm der Bestand 1981 eine Fläche von 121 m² ein, 10 Jahre später hatte sich die Population auf 283 m² ausgedehnt (Prosenz 1993). Heute nimmt der Bestand eine fast kreisrunde Fläche von ca. 900 m² ein (gemessen in GoogleEarth mittels Satellitenbild aus dem Jahr 2020). Das entspricht einer Zunahme um das 7-fache innerhalb der letzten 40 Jahre, die auf erhöhten Nährstoffeintrag zurückzuführen sein dürfte. Obwohl der Bestand blühend und fruchtend vorgefunden wurde, scheint eine Ausbreitung im Lunzer Untersee augenscheinlich nur vegetativ durch Rhizom-Ausläufer zu erfolgen. Außer dem Bestand in der Mayrbucht sind im Lunzer Untersee keine weiteren Vorkommen bekannt (Krautkrämer, Oldorff, Hofbauer, Schubert, Nierbauer & Gilli in: Gilli & al. 2021).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan auch in den Niederlanden (FLORON 2021) und in Großbritannien (Clement & Foster 1994). In Großbritannien sind Adventivvorkommen seit langem bekannt, dürften aber jeweils auf Anpflanzungen zurückgehen (Stace 2019). Aus dem europäischen Teil Russlands (obere Wolgaregion) liegt ebenfalls eine Fundmeldung vor (Padgett 2007).
 

 

Quellen

Adamicka P. (1995): Anodonten im Lunzer See oder das entdeckte Geheimnis der Natur. – Jahresber. Biol. Stat. Lunz 15: 97–98.

Clement E. J. & Foster M. C. (1994): Alien plants oft he British Isles – London: Botanical Society of the British Isles. 591 p.

Fleischmann A. (Hrsg.) 2016: Floristische Kurzmitteilungen. – Ber. Bayer. Bot. Ges. 86: 277-294.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Gilli C., C. Pachschwöll & H. Niklfeld (2021): Floristische Neufunde (430–508) – Neilreichia 12: 291-400.

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.



Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Padgett D. J. (2007): A monograph of Nuphar (Nymphaeaceae). – Rhodora 109: 1–95.

Prosenz B. (1993): Die Kartierung der Makrophyten in der Mayrbucht 1991. – Jahresber. Biol. Stat. Lunz 14: 132–142.

Schlott-Idl K. (1982): Die Kartierung der Makrophyten in der Mayrbucht 1981. – Jahresber. Biol. Stat. Lunz 5: 115–116.

Stace C. (2019): New Flora of the British Isles. 4th ed. – Middlewood Green: C & M Floristics.