Nerium

Oleander, Hundsgiftgewächs, Apocynaceae

Gattung:

Monotypisch.
 

Nerium oleander 

Oleander,
Nerium oleander  
Hundsgiftgewächs, Apocynaceae

 

Steckbrief:

Bis 3 m hoher, immergrüner, giftiger, stark verzweigter Strauch mit ledrigen, lanzettlichen, 5−20 cm langen, ganzrandigen Blättern und radiärsymmetrischer, fünfzähliger Krone. Die fünf Kronlappen sind radförmig ausgebreitet und vorne schief abgeschnitten, sodass sie eine im Uhrzeigersinn gedrehte Krone bilden. Blüten rosa, weiß, purpurn oder cremegelb. Blütezeit Juni bis August.
 

Heimat:

Mittelmeergebiet und Südasien, östlich bis Myanmar, südlich bis Niger.
 

Nutzung:

Im Gebiet beliebte Kübelpflanze, in wärmeren Regionen als Zier- und Straßengehölz. In etwa 400 Sorten (Jäger & al. 2008), so etwa `Mrs Isadore Dyer´ mit dunkelrosa Blüten, `Mathilde Ferrier´ mit gelben Blüten und `Mont Blanc´ mit weißen Blüten. Mehrere Sorten haben bei Feldversuchen −10 °C fast schadlos überstanden. Selbst nach Temperaturen unter −20 °C und völligem oberirdischem Absterben können die Pflanzen im Frühjahr wieder neu austreiben.
1992 trat in Kalifornien erstmals der Oleander-Blattbrand auf, eine bakterielle Krankheit, der unzählige Oleander zum Opfer fielen.

 

Ausbreitung:

In Mitteleuropa vor 1550 in gärtnerische Kultur genommen (Jäger & al. 2008).
DEUTSCHLAND:
1998 in einem Fichtenforst im Esterholz bei der Keltenschanze nahe Regensburg in Bayern (Klotz 2014, Meierott & al. 2024) und ehemals in Dortmund-Huckarde und 1937 in der Kölner Straße Bonn und 2024 in der Uferbefestigung des Rheins in Köln-Altstadtin Nordrhein-Westfalen (Herbst 1936 in: Breitfeld & al. 2021; Gorissen 2015, BBV 2025).
ÖSTERREICH:
2022 in Neusiedl am See im Burgenland (Nadler 2022) und in Industriebrachen in Wien (Radler & Punz 1999). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 2022 (Glaser & al. 2025). Die Wiener Angabe ist kritisch zu sehen und wird hier nicht berücksichtigt. In Südtirol um Bozen um im Eisacktal (FloraFaunaSüdtirol 2023), so in Burgstall beim Graf-Volkmar-Weg (Niklfeld 2002).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021). In wärmeren Ländern vielerorts subspontan auftretend.
 

 

Quellen:

BBV–Bochumer Botanischer Verein (2025): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2024 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 16: 213-258.

Breitfeld M., Hertel E. & Baumann A. (2021): Flora Adventiva – Eine Zusammenstellung der in Deutschland nachgewiesenen Pflanzen, welche nicht in den Bestimmungswerken erwähnt werden; Markneukirchen, 677 S.

FloraFaunaSüdtirol (2023): Artenabfrage – Naturmuseum Südtirol FloraFaunaSüdtirol - FloraFaunaAltoAdige - powered by mapAccel

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Gorissen I. (2015): Flora der Region Bonn (Stadt Bonn und Rhein-Sieg-Kreis) – Decheniana-Beiheft 40. Bonn, 605 Seiten.



Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Klotz J. (2014): Cynodonnlem fuensis, Euonymus verrucosus und andere sehr seltene Neophyten – Hoppea, Denkschr. Regensb. Bot. Ges. 74: 87–94.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Nadler K (2022): Etablierung "exotischer" Gehölze aus wärmeren Gefilden in Österreich - http://forum.flora-austria.at/viewtopic.php?f=10&t=3676

Niklfeld H. (2002): Für die Flora Südtirols neue Gefäßpflanzen (1) – Gredleriana 2: 271−294.

Radler D. & Punz W. (1999): Gewerbe- und Industriebrachen in Wien – Verhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien 136: 249 – 263.