Navarettia

Nadelkissen, Sperrkrautgewächs, Polemoniaceae

Gattung:

Navarretia umfasst etwa 45 amerikanische Arten (Kew 2023) mit Mannigfaltigkeitszentrum im westlichen Nordamerika.
 

Navarretia squarrosa 

Sparriges Nadelkissen,
Navarretia squarrosa  
Sperrkrautgewächs, Polemoniaceae

 

Steckbrief:

Bis 40 cm hohe, beim Zerreiben nach Stinktier riechende, einfache oder wenig verzweigte, borstig-haarige Einjährige mit starren, stechenden, gefiederten Blättern und endständigen, kugelig-kopfigen Blütenständen. Blüten hell blauviolett, etwa so lang wie Kelchzipfel, mit 5 zu einer Röhre verwachsenen Kronblättern. Kelch borstig, Kelchzipfel stechend. Blütezeit Juni bis September.
 

Name:

Benannt zu Ehren des spanischen Botanikers Francisco Fernandez Navarrete (ca. 1680–1742). Navarrete war spanischer Leibarzt, Professor der Medizin in Granada und Mitglied der Königlichen Akademie (Burkhardt 2018). Er war mehrerer Sprachen mächtig und ein ausgezeichneter Zeichner und Maler, was ihm ermöglichte, seine zahlreichen wissenschaftlichen Schriften selbst zu illustrieren.
 

Heimat:

Westliches Nordamerika.
 

Nutzung:

Keine, sehr selten in Wildblumenmischungen enthalten.  
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
Unbeständig 1988 in Karbach in Baden-Württemberg (Dörr & Lippert 2004), 1988 in einer zu einem Park umgestalteten ehemaligen Kiesgrube in Kempten in Bayern (Dörr & Lippert 2004, Meierott & al. 2024), 1990 im Gewerbegebiet Kelsterbach in Hessen (Buttler 1994, Hand & Thieme 2023), bei Schermbeck im Kreis Wesel und 1972 Münster in Nordrhein-Westfalen (Runge 1979, Jagel 2003).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021).
 
 

 
Weitere Arten:

Navarretia involucrata

Im südlichen Chile und in Argentinien ist das Kleine Nadelkissen, Navarretia involucrata (Syn.: N. pusilla, Gilia pusilla) ursprünglich. Es wird 1910 für den Hafen von Mannheim in Baden-Württemberg angegeben (Hegi 1975). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht geführt.
 

 

Navarretia pubescens

In Kalifornien ist das Flaumige Nadelkissen, Navarretia pubescens, beheimatet. Es wird 1918 bei Solothurn eingeschleppt angegeben (Hegi 1975).
 

Navarretia sphaerocephala

Im westlichen Nordamerika ist das Zwerg-Nadelkissen, Navarretia sphaerocephala subsp. minima (Syn.: N. minima) beheimatet. Es konnte 1988 adventiv zwischen Pflastersteinen „Am Entenmoos“ in Sonthofen in Bayern festgestellt werden (Dörr & Lippert 2004, Meierott & al. 2024).
 

Quellen

BIB (2018): Botanischer Informationsknoten Bayern - http://daten.bayernflora.de

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen
_2018_teil_1.pdf

Buttler K.P. (1994): Fundmeldungen Neufunde-Bestätigungen-Verluste – Botanik und Naturschutz in Hessen 7: 101–103.

Dörr E. & Lippert W. (2004): Flora des Allgäus und seiner Umgebung Band 2 – IHW-Verlag Eching, 752 S.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

 



Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 5 (Teil 1). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 678 S.

Jagel A. (2003): Ein Fund von Navarretia squarrosa (Eschsch) HOOK. & ARN. (Polemoniaceae) bei Schermbeck (Kreis Wesel, Nordrhein-Westfalen - Floristische Rundbriefe 37: 1-4.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Runge F. (1979): Neue Beiträge zur Flora Westfalens – Natur und Heimat, Blätter für den Naturschutz und alle Gebiete der Naturkunde 39/3: 69–102.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be