Myrica

Gagel, Gagelstrauchgewächs, Myricaceae

Gattung:

Myrica umfasst, inklusive Morella, exklusive Comptonia, etwa 49 Arten (Kew 2023) in großen Teilen der Erde, von denen nur Myrica gale und M. faya in Europa heimisch sind.   
 
 

Myrica pensylvanica

Pennsylvanischer Gagel,
Myrica pensylvanica
(Syn.: Morella pensylvanica)
Gagelstrauchgewächs, Myricaceae

 

Steckbrief:

Bis 2 m hoher, zweihäusiger Strauch mit rutenartigen, hellgrau behaarten Zweigen und elliptischen bis verkehrt-eilanzettlichen Blättern, diese im oberen Teil wenig und flach gezähnt. Weibliche Blüten in kurzen Kätzchen, männliche blüten in langen, grünlich-rötlichen Kätzchen. Früchte ca. 3 mm groß, ohne Hochblätter, dick weißlich wachsig. Blütezeit April bis Mai.
 

Heimat:

Östliches Nordamerika. Die Art verfügt über Wurzelknöllchen, die stickstofffixierende Mikroorganismen enthalten.
 

Nutzung:

Ehemals sehr selten als Ziergehölz genutzt. Im Ursprungsgebiet als Schutz von landwirtschaftlichen Kulturen, die an Küsten die Salzwassergischt nicht vertragen, angepflanzt (Mansfeld & al. 1986). Die Früchte können zur Herstellung eines Wachses für die Kerzenproduktion verwendet werden. Die frühen amerikanischen Kolonisten kochten sie, um das süß duftende Wachs zu extrahieren. Die daraus hergestellten Kerzen brennen sauber ab (Brand 2010).
 

Ausbreitung:

Seit etwa 1727 in gärtnerischer Kultur (Bärtels & Schmidt 2014) und im 19. Jahrhundert nach Deutschland gekommen.
DEUTSCHLAND:
1893 in Kalkwerder bei Schwerin und 1925 in einer Pflanze im Weißen Moor bei Grabow in Mecklenburg-Vorpommern (Fukarek & Henker 2005). Im Weißen Moor 1962 bereits etwa 10m² einnehmend und gegenwärtig dort etabliert (Hand & Thieme 2023).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021).
 

 
Weitere Art:

Myrica cerifera

Der Wachs-Gagel, Myrica cerifera (Syn.: Morella cerifera) ist in Mittelamerika, auf den Karibischen Inseln und dem südlichen Nordamerika beheimatet und seit 1669 in gärtnerischer Kultur (Bärtels & Schmidt 2014). Er wird in wärmeren Regionen als Zier- und Landschaftsgehölz, z.B. in den Sorten `Dons Dwarf´, `Fairfex´ oder `Jamaica Rood´, genutzt. Vor der Nutzung von Paraffin wurden die Früchte zur Gewinnung von Kerzenwachs verwendet. Das Wachs wurde durch Kochen extrahiert, das auf der Oberfläche schwimmende Fett abgeschöpft. Dieses wurde erneut gekocht und durchgeseiht. Danach war die Flüssigkeit zur Kerzenherstellung durch Ziehen oder Formen geeignet.
Im Gebiet wird die Art subspontan ehemals für Berlin-Kuhwerder (Höck 1903, Kowarik 1992) und 1889 für die Marstallwiesen Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern (Höck 1903) angegeben. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht geführt. Subspontan in Großbritannien (Clement & Foster 1994).

 
 

Quellen

Bärtels A. & Schmidt P. A. (2014): Enzyklopädie der Gartengehölze – Ulmer-Verlag Stuttgart, 883 S.

Brand M. H. (2010): Myrica pensylvanica, Northern Bayberry - Plant UConn Database of trees, shrubs and vines.

Clement E. J. & Foster M. C. (1994): Alien plants oft he British Isles – London: Botanical Society of the British Isles. 591 p.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Fukarek F. & Henker H. (2005): Flora von Mecklenburg-Vorpommern – Farn- und Blütenpflanzen. Herausgegeben von Heinz Henker und Christian Berg, Weißdorn-Verlag Jena, 428 S.



Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Höck F. (1903): Ankömmlinge in der Pflanzenwelt Mitteleuropas während des letzten halben Jahrhunderts, VIII - Beihefte zum Botanischen Zentralblatt 15: 387-407.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Kowarik I. (1992): Einführung und Ausbreitung nichteinheimischer Gehölzarten in Berlin und Brandenburg. – Verh. Bot. Ver. Berlin und Brandenburg, Beiheft 3: 1 – 188.

Mansfeld R. (1986): Verzeichnis landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturpflanzen - Band 1, 578 Seiten, Springer-Verlag.