Mollugo

Teppichkraut, Mollugogewächs, Molluginaceae

Gattung:

Mollugo umfasst etwa 13 Arten (Kew 2023) mit Mannigfaltigkeitszentrum auf Kuba.
 

Mollugo verticillata 

Quirl-Teppichkraut,
Mollugo verticillata 
Mollugogewächs, Molluginaceae

 

Steckbrief:

Bis 15 cm lange, niederliegen-aufsteigende, kahle, reich verzweigte Einjährige mit quirlig stehenden Blättern. Diese lanzettlich-spatelförmig, kurz gestielt, die oberen Blätter lanzettlich. Blüten zu 2−6 in achselständigen Dolden. Perigonblätter 5, außen grün, innen weiß, 1,5−3 mm lang, hautrandig. Kapsel eiförmig, 2−4 mm lang. Blütezeit Juni bis August.
 

Nutzung:

Als Wildgemüse bzw. Wildgewürz. Die Art ist für Pflanzenbiochemiker von Interesse, da sie eine ungewöhnliche photosynthetische Anatomie besitzt, die zwischen den beiden Formen der Photosynthese C3 und C4 liegt. 
 

Heimat und Ausbreitung:

Die Art dürfte im tropischen Amerika urheimisch sein, aber aufgrund ihrer Nutzung als Gemüse- bzw. Gewürzpflanze von indigenen Völker nördlich nach Nordamerika und südlich bis ins gemäßigte Südamerika ausgebreitet worden sein. Archäologische Forschungen haben gezeigt, dass M. verticillata seit etwa 3000 Jahren in Nordamerika vorkommt (Chapman & al. 1975).
DEUTSCHLAND:
Um 1850 für den Botanischen Garten Berlin verwildert angegeben (Höck 1910). Ascherson & Graebner (1919) geben für das Jahr 1847 Hypertelis cerviana (Syn. Mollugo cerviana) als verwildert für den Botanischen Garten Berlin an. Es wäre ein großer Zufall, wenn zwei so nah verwandte Arten zur gleichen Zeit am gleichen Ort verwildert auftreten würden. Da unklar ist, welche Art aus der Mollugo-Verwandtschaft nun im Boga Berlin subspontan auftrat, wird die Fundmeldung hier nicht berücksichtigt. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht geführt.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ:
Mehrfach im südwestlichen Tessin im Bereich des Lago Maggiore (Infoflora 2024).
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. seit 2018 in Bulgarien (Kunev 2019), in Portugal (Jalas & Suominen 1980), Spanien (Jalas & Suominen 1980), Frankreich (Jalas & Suominen 1980), Italien (Jalas & Suominen 1980), Ungarn (Kunev 2019), Schweden (Kunev 2019) und in Belgien seit 1887 mehrfach an Bahndämmen und Bahnhöfen und hier mit Erz eingeführt (Verloove 2021).
 

 

Quellen

Ascherson P. & P. Graebner (1896-1939): Synopsis der mitteleuropäischen Flora. 12 Bände Leipzig, Gebr. Bornträger.

Chapman J., Stewart R.B. & Yarnell R.A. (1975): Archaeological evidence for Precolumbian introduction of Portulaca oleracea and Mollugo verticillata into eastern North America. Econ. Bot. 2(4): 411-412.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Höck F. (1910): Ankömmlinge in der Pflanzenwelt Mitteleuropas während des letzten halben Jahrhunderts, XXVI - Beihefte zum Botanischen Zentralblatt 26: 391-433.



Infoflora (2024): Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora – https://www.infoflora.ch/de/

Jalas J. & Suominen J. (1980): Atlas Florae Europaeae 5 – Chenopodiaceae to Basellaceae. Akateeminen Kirjakauppa Helsinki. 119 S.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Kunev G. (2019): First record of the alien species Mollugo verticillata (Molluginaceae) from Bulgaria – Phytologia Balcanica 25(2): 163-167.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be/content