Mentzelia

Mentzelie, Blumennesselgewächs, Loasaceae

Gattung:

Mentzelia umfasst etwa 100 amerikanische Arten (Kew 2023) mit Mannigfaltigkeitszentrum in Kalifornien und Nevada. Die meisten Arten besiedeln Halbwüsten.
 
 

Mentzelia lindleyi 

Lindley-Mentzelie,
Mentzelia lindleyi 
Blumennesselgewächs, Loasaceae

 

Steckbrief:

10–50 cm hohe Einjährige mit graugrünen, lanzettlichen, grob gezähnten Blättern. Kronblätter 2–4 cm lang, eiförmig, zugespitzt, gelb mit orangem Grund. Kelchblätter schmal-dreieckig bis lanzettlich, behaart. Blütezeit Juni bis August.
 

Name:

Der Gattungsname ehrt den deutschen Arzt, Sinologen und Botaniker Christian Mentzel (1622–1701), der u.a. das erste chinesische Zeichenlexikon in Europa herausgab. Mentzel war Leibarzt des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg und begleitete diesen auf seinen Reisen. Er suchte nach einem neuen botanisch-morphologischen Ordnungsprinzip und erkannte dabei, dass die Sexualität ein Ordnungskriterium sein muss (Burkhardt 2018).
Der Artbeiname ist nach dem englischen Botaniker und Gärtner John Lindley (1799–1865) benannt, dessen Name auch in Gattungen wie Lindleya, Neolindleya, Lindleyella, Lindleyara und Lindleycladus zu finden ist. Lindley war u.a. Professor der Botanik in London, exzellenter Orchideenkenner und Herausgeber verschiedener Gartenmagazine (Burkhardt 2018).

 

Nutzung:

Zierpflanze, trockenheitsvertragend, für Blumenbeete in sandig-trockenen Substraten.  
 

Ausbreitung:

Beheimatet in Kalifornien und Arizona. Selten für Blumenansaaten und für Freilandsukkulentenbeete genutzt und sehr selten daraus verwildernd.
 
DEUTSCHLAND:
Im Juni 1906 für den Hafen von Mannheim und im August 1913 für den Bahnhof Alt-Breisach in Baden-Württemberg angegeben (Zimmermann 1910 sub M. aurea, Zimmermann 1921 sub M. aurea var. aurea) und 2003 aus einer Rasenansaat in der Pragerstraße Leipzig in Sachsen verwildert (Gutte 2006).
ANDERE LÄNDER:
Subspontan auch in den Niederlanden (FLORON 2021).

 

Quellen

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen
_2018_teil_1.pdf

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Gutte P. (2006): Flora der Stadt Leipzig, einschließlich Markkleeberg – Weißdorn-Verlag, Jena, 278 S.



Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Zimmermann F. (1910): Die Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen und der Pfalz nebst den selteneren einheimischen Blütenpflanzen und den Gefäßkryptogamen – Pollichia 26: 11−171. 

Zimmermann F. (1921): Neues aus der Flora von Mannheim – Mitteilungen des Badischen Landesvereins für Naturkunde und Naturschutz e.V. Freiburg im Breisgau 1: 13-135.