Maclura

Osagedorn, Maulbeergewächs, Moraceae

Gattung:

Maclura umfasst etwa 10 Arten (Kew 2023), die in Amerika, Afrika, Asien, Australien und auf den Pazifischen Inseln beheimatet sind.
 

Maclura pomifera 

Osagedorn,
Maclura pomifera  
Maulbeergewächs, Moraceae

 

Steckbrief:

Bis 10 m hoher, sommergrüner, zweihäusiger Baum mit dornigen Ästen, gestielten Blättern und ei-lanzettlichen, lang zugespitzten, oberseits leicht glänzenden Blattspreiten. Blüten winzig, vierteilig, grünlichgelb. Fruchtverbände groß, rundlich, einen bitteren Milchsaft enthaltend, daher ungenießbar, aber nicht giftig. Blütezeit April bis Juni.
 

Name:

Benannt zu Ehren von William Maclure (1763−1840) schottisch-USamerikanischer Geschäftsmann, Gelehrter und Geologe. Maclure lebte ab 1796 in den USA und ab 1826 aus gesundheitlichen Gründen in Mexiko, befasste sich mit der Geologie Amerikas, reiste in den Appalachen und am Mississippi, legte eine geologische Karte der USA an, untersuchte die vulkanischen Erscheinungen in der Karibik und übernahm 1817 die Leitung der Akademie der Wissenschaften von Philadelphia (Burkhardt 2018). Maclure war starker Befürworter der universellen Bildung, insbesondere auch für Frauen.
Osagedorn als deutsche Benennung bezieht sich auf das indigene Volk der Osage-Indianer, die im Verbreitungsgebiet des Baumes siedelten. Milchorangenbaum als weitere deutsche Benennung bezieht sich auf den leichten Orangenduft der reifen Fruchtverbände.

 
Anmerkung: Die Früchte des Osagedorns werden in seiner Heimat fast nur von Grauhörnchen zerlegt, um an die Samen zu gelangen. Das ist ungewöhnlich, da Pflanzen normalerweise fruchtfleischhaltige Früchte ausbilden, um die Verdauungsausbreitung zu gewährleisten. Es wird daher vermutet, dass die Früchte von Mastodon, Präriemammut und Riesenfaultieren gefressen wurden, die am Ende der letzten Kaltzeit ausstarben. Solche Pflanzen werden als anachronistisches „Gespenst der Evolution“ bezeichnet.
 

Heimat:

Nordamerika.
 

Nutzung:

Seit spätestens 1818 in gärtnerischer Kultur (Bärtels & Schmidt 2014). `Inermis´ ist eine dornenlose Auslese. Osagedorn wird häufig als Windschutzpflanze gesetzt. Es war einer der Hauptbäume, die im "Great Plains Shelterbelt"-Projekt von Präsident Roosevelts verwendet wurden, das 1934 als ehrgeiziger Plan zur Änderung des Klimas und zur Verhinderung der Bodenerosion in den Great Plains-Staaten der USA gestartet wurde. Bis 1942 führte dies zur Pflanzung von 30.233 Schutzgürteln mit 220 Millionen Bäumen, die sich über 29.900 km erstreckten.
 
 

Ausbreitung:

Die erste niedergeschriebene Entdeckung der Art stammt vom schottischen Naturkundler William Dunbar (1749−1810), der die Pflanze 1804 am Mississippi fand. Amerikanische Siedler nutzten den Baum als natürliche Einfriedung, bis 1874 der Stacheldraht erfunden wurde. Im Gebiet sehr selten subspontan.
 
DEUTSCHLAND: ---
ÖSTERREICH:
In einem Weingartenrandgebüsch unweit der Quelle am Fuße des Hackelsberges bei Winden im Burgenland (Traxler 1965) und im Park in der Thürnlhofstraße in Wien (Loibl 2001). Beim Wiener Fund dürfte es sich um kultivierte Pflanzen handeln. Auch in Südtirol.
SCHWEIZ:
Ehemals am Genfer See (Conert & al. 1981).
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch seit 1964 in der Slowakei (Medvecká & al. 2012).

 

Quellen

Bärtels A. & Schmidt P. A. (2014): Enzyklopädie der Gartengehölze – Ulmer-Verlag Stuttgart, 883 S.

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen
_2018_teil_1.pdf

Conert H., Hamann U. Schultze-Motel W. & Wagenitz G. (1981) in: G. Hegi – Illustrierte Flora von Mitteleuropa Band III, Teil 1, 3.Auflage – Paul Parey-Verlag, 504 S.

Fischer M., Oswald K. & Adler W. (2008): Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol; 3., verb. Aufl. der „Exkursionsflora von Österreich“ (1994). – Linz: OÖ Landesmuseum; 1392 S.



Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Loibl J. (2001): Virtual Herbaria JACQ – Maclura pomifera – https://herbarium.univie.ac.at

Medvecká J., Kliment J., Májeková J., Halada Ľ., Zaliberová M., Gojdičová E., Feráková V. & Jarolímek J. (2012): Inventory of the alien flora of Slovakia. – Preslia 84: 257–309.

Traxler G. (1965): Die Flora des Leithagebirges und am Neusiedlersee – Burgenländische Heimatblätter 27: 1–18.