Laurus

Lorbeer, Lorbeergewächs, Lauraceae

Gattung:

Laurus umfasst 3 Arten (Kew 2022), wobei L. azorica und L. novocanariensis in ihrer Verbreitung auf die Inseln Makaronesiens beschränkt sind.  
 

Laurus nobilis 

Echter Lorbeer,
Laurus nobilis  
Lorbeergewächs, Lauraceae

 

Steckbrief:

Bis 4 m hoher, dicht verzweigter, immergrüner, aromatisch duftender Strauch oder Baum. Blätter bis 1 cm lang gestielt, Blattspreiten länglich-lanzettlich, 5–15 cm lang, oberseits glänzend-dunkelgrün, unterseits matt, lederig. Blüten vierzählig, gelblich-weiß, in blattwinkelständigen Büscheln, zweihäusig, aber weibliche Blüten mit 4 sterilen Staubblättern. Steinfrucht eiförmig, ca. 1 cm lang, zuletzt schwarz. Blütezeit April.
 
 

Nutzung:

Zier-, Arznei- und Gewürzpflanze. Hauptproduzenten von Lorbeerblättern sind Italien, die Balkanhalbinsel, Türkei und Syrien. Das aus den Früchten gewonnene Lorbeeröl wird für medizinische Zwecke genutzt (Mansfeld 1986).
 

Ausbreitung:

Beheimatet um das Mittelmeer und das Schwarze Meer. Nach England dürfte der Lorbeer Anfang des 16. Jahrhunderts gekommen sein, nennt ihn William Turner 1548 doch schon als in englischen Gärten vorhanden. In Deutschland wurde das wärmebedürftige Gehölz ebenfalls Mitte des 16. Jahrhunderts kultiviert und seit dem 18. Jahrhundert sind Spielformen mit krausen und panaschierten Blättern bekannt (Krausch 2003).
Von Verwilderungen ist in älteren Floren nichts zu lesen, doch breitet sich die Art in jüngerer Zeit v.a. im Bodenseegebiet aus. Der Lorbeer wächst hier als Unterholz in Wäldern und wird durch das feuchtwarme Klima begünstigt (Dörr & Lippert 2001). Auch im südlichen Tessin vielfach verwildert und teilweise eingebürgert (Lauber & al. 2012).

 
DEUTSCHLAND:
U.a. am Florentinerberg in Baden-Baden, im Auwald der Argen, im Eichert-Wald Tunau, bei Bad Waldsee und mehrfach um den Bodensee in Baden-Württemberg (Radkowitsch 2008, Dörr & Lippert 2001), in Bayern im Zechwald bei Lindau und im Leiblachtal bei Thumen (Dörr & Lippert 2001) und im Gehölz hinter der Biologischen Anstalt Helgoland in Schleswig-Holstein (Theisinger & Hebbel 2022). Der Erstnachweis für Bayern erfolgte 1993 (Meierott & al. 2024). Für Bayern wird die Art in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) als fraglich geführt.
ÖSTERREICH: 
Bei Bregenz in Vorarlberg mehrfach, so an der Mündung der Bregenzer Ache, im Wald südlich Mehrerau, am Ruggsbach bei Hörbranz, an der Leiblach bei Genfahl, am Ruggbach bei Backenreute, Waldhang bei Bregenz-Rieden, Achaue bei Kennelbach, Pfänderfuß zwischen Tannenbach und Altreute, am Gebhardsberg und Breitenreute zwischen Kennelbach und Langener Straße (Polatschek 2000, Dörr & Lippert 2001). Eine ehemalige Angabe für Nordtirol ist irrig (Pagitz & al. 2023).
Auch in Südtirol, so etwa bei Bozen, Meran und Tramin (Naturmuseum Südtirol 2018).
SCHWEIZ: 
Im Kanton Genf und im Tessin vielfach verwildert und teilweise eingebürgert, sonst vereinzelt, wie in den Kantonen Basel-Landschaft, Bern, Graubünden an der Tessiner Kantonsgrenze, Jura, Neuenburg, Nidwalden, Waadt, Wallis und Zürich (Lauber & al. 2012, Infoflora 2024). Unter Infoflora (2024) wird die Art als Archäophyt für das Tessin angegeben. Inwieweit es sich bei den Fundpunkten in Infoflora (2024) um subspontane oder kultivierte Vorkommen handelt, ist mir nicht bekannt. Die Art wird in der „Flora von Zürich“ (Wohlgemuth & al. 2020) nicht genannt.
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021) und Großbritannien (Clement & Foster 1994).
 

 

Quellen

Clement E. J. & Foster M. C. (1994): Alien plants oft he British Isles – London: Botanical Society of the British Isles. 591 p.

Dörr E. & Lippert W. (2001): Flora des Allgäus und seiner Umgebung Band 1 – IHW-Verlag Eching, 680 S.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Infoflora (2024): Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora – https://www.infoflora.ch/de/

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Krausch H.-D. (2003): Kaiserkron und Päonien rot - Von der Entdeckung und Einführung unserer Gartenblumen – Dölling und Galitz-Verlag. 536 S

Lauber K., Wagner G. & Gygax P. (2012): Flora Helvetica – 5.Auflage, Haupt-Verlag Bern, 1946 S.

Mansfeld R. (1986): Verzeichnis landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturpflanzen - Band 1, 578 Seiten, Springer-Verlag.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

 



Naturmuseum Südtirol (2018): http://www.florafauna.it/index.jsp?project=florafauna&view=BOT&locale=de

Pagitz K., O. Stöhr, M. Thalinger, I. Aster, M. Baldauf, C. Lechner-Pagitz, H. Niklfeld, L. Schratt-Ehrendorfer & P. Schönswetter (2023): Rote Liste und Checkliste der Farn- und Blütenpflanzen Nord- und Osttirols – Natur in Tirol, Band 16.

Polatschek A. (2000): Flora von Nordtirol, Osttirol und Vorarlberg, Bd. 3. — Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck. 1354 S.

Radkowitsch A. (2008): Bemerkenswerte Adventivpflanzen am Florentinerberg in Baden-Baden (Südwest-Deutschland) – Carolinea 66: 5–10.

Theisinger D. & J. Hebbel (2022): Flora von Helgoland - Naturhistorische Gesellschaft Nürnberg - NHG_Flora_Helgoland_2022.pdf (nhg-nuernberg.de)

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Wohlgemuth T., Del Fabbro C., Keel A., Kessler M. & M. Nobis (2020): Flora des Kantons Zürich. Zürcherische Botanische Gesellschaft. Haupt-Verlag, Bern.