Lathraea

Schuppenwurz, Sommerwurzgewächs, Orobanchaceae

Gattung:

Lathraea umfasst etwa 5 Arten (Kew 2023), die in Eurasien beheimatet und alle Vollschmarotzer sind.
 

Lathraea clandestina 

Verborgene Schuppenwurz,
Lathraea clandestina  
Sommerwurzgewächs, Orobanchaceae

 

Steckbrief:

Bis 5 cm hohe Schmarotzerstaude ohne Blattgrün, die meist in großen Gruppen auftritt. Stängel unterirdisch, die Blüten setzen direkt am Boden an. Blüten bis zu 4 cm lang mit röhriger, tief rötlichvioletter Krone und geschnäbelter Oberlippe. Kelch kürzer als die Krone, Griffel aus der Blüte ragend. Blütezeit März bis Mai.
 

Heimat:

Südwest-Europa.
 

Nutzung:

Keine, höchstens als botanische Besonderheit.
 

Ausbreitung:

Schmarotzt auf Pappel-, Weiden-, Buchen- oder Erlenwurzeln, im Forstbotanischen Garten Grafrath auch auf Tulpenbaum, Liriodendron (Meierott & al. 2024). Im Gebiet sehr selten verwildert oder verschleppt. Nach der Keimung benötigen die Pflanzen etwa 10 Jahre bis zur ersten Blüte.
DEUTSCHLAND:
Im Forstbotanischen Garten Grafrath im Landkreis Fürstenfeldbruck in Bayern, wo die Pflanze kultiviert wurde, daraus verwilderte und beständig vorkommt, zusätzlich an einer Forststraße, die vom Bahnhof Grafrath zum Forstbotanischen Garten führt (Lippert & Meierott 2014, Meierott & al. 2024). In Hessen in Darmstadt (Hassler & Muer 2022) und im Botanischen Garten Bonn in Nordrhein-Westfalen, dort ursprünglich gepflanzt (Gorissen 2015). Die Fundangabe für Hessen wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) als fraglich geführt.
ÖSTERREICH:
Eine ehemalige Angabe für Nordtirol ist irrig (Pagitz & al. 2023).
SCHWEIZ:
Am Genfer See in der Waadt (Infoflora 2024).
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021). In Großbritannien seit 1888 als attraktive Kuriosität in Gartenkultur. Erste Verwilderungen wurden 1908 in Coe Fen gemeldet, wo die Pflanze auch heute noch vorkommt (Seebens & al. 2017). Aus Irland seit 1940 subspontan bekannt (Seebens & al. 2017).

 

Quellen

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Gorissen I. (2015): Flora der Region Bonn (Stadt Bonn und Rhein-Sieg-Kreis) – Decheniana-Beiheft 40. Bonn, 605 Seiten.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.

Infoflora (2024): Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora – https://www.infoflora.ch/de/

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science



Lippert W. & Meierott L. (2014) – Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns – Bayerische Botanische Gesellschaft, München, 407 S.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Pagitz K., O. Stöhr, M. Thalinger, I. Aster, M. Baldauf, C. Lechner-Pagitz, H. Niklfeld, L. Schratt-Ehrendorfer & P. Schönswetter (2023): Rote Liste und Checkliste der Farn- und Blütenpflanzen Nord- und Osttirols – Natur in Tirol, Band 16.

Seebens H., Blackburn T. M., Dyer E. E., Genovesi P., Hulme P. E., Jeschke J. M., Pagad S., Pyšek P., Winter M., Arianoutsou M., Bacher S., Blasius B., Brundu G., Capinha C., Celesti-Grapow L., Dawson W., Dullinger S., Fuentes N., Jäger H., Kartesz J., Kenis M., Kreft H., Kühn I., Lenzner B., Liebhold A., Mosena A. (2017): No saturation in the accumulation of alien species worldwide. Nature Communications 8(2).