Laserpitium

Laserkraut, Doldenblütler, Apiaceae

Gattung:

Laserpitium umfasst, inklusive Silphiodaucus und Laser, etwa 20 Arten mit Verbreitungsschwerpunkt in den südeuropäischen Gebirgen.
 

Laserpitium archangelica 

Engelwurz-Laserkraut,
Laserpitium archangelica 
Doldenblütler, Apiaceae

 

Steckbrief:

80–150 cm hohe, behaarte Mehrjährige mit aufgeblasenen oberen Blattstielen. Stängel dick, hohl, gerillt, borstenhaarig, ± purpurn gefleckt. Blätter groß, im Umriss dreieckig, 15–50 cm lang, 2–3-fach gefiedert, Blattzipfel 4–7 cm lang, 2–3 cm breit, gesägt. Doppeldolde 15–35-strahlig, Kronblätter weiß, Hüll- und Hüllchenblätter zahlreich, oft dreiteilig bis fiederig eingeschnitten, bewimpert. Frucht 8–10 mm lang, elliptisch, Teilfrucht mit 4 geflügelten Rippen. Blütezeit Juli.
Verwechslungsmöglichkeit: Die ähnliche Echte Engelwurz, Angelica archangelica, hat kahle Blattscheiden und gelbgrüne Blüten.
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

Beheimatet in den Gebirgen Mittel- und Südosteuropas, dabei dem Gebiet ursprünglich fehlend und hier das erste Mal am 25. Juli 1949 von Bruno Weinmeister am Hallstätter Salzberg gefunden. H. Mittendorfer (briefl.) berichtet, dass sich B. Weinmeister seinerzeit nach seinem Fund am Hallstätter Salzberg erkundigt hatte und eine Maschinenlieferung zu Zeiten der Monarchie aus Böhmen oder dem südlichen Polen als Einschleppungsursache annahm. Er vermutete, dass sich Samen damals unter dem Verpackungsmaterial befanden (Hohla & al. 2009). Gegenwärtig in der Region von Bad Ischl bis Hallstatt in Oberösterreich lokal eingebürgert.
 
DEUTSCHLAND: ---
ÖSTERREICH: 
Von Bad Ischl bis Hallstatt in Oberösterreich (Fischer & al. 2008), so zwischen Lauffen und Bad Ischl am Traunufer nahe dem Schloss Engleithen (Kraml & Stech 1997), bei Burgau am Attersee und bei Bad Ischl (Essl & Rabitsch 2002). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1949.
SCHWEIZ: ---
 

 
Weitere Art:

Laserpitium hispidum

Das Borstiges Laserkraut, Laserpitium hispidum (Syn.: Silphiodaucus hispidus) ist in der Ukraine und im Transkaukasus beheimatet und um 1830 auf steinigen Hügeln bei Frankfurt am Main in Hessen (Hegi 1975, Hand & Thieme 2023 sub Silphiodaucus hispidus) aufgetreten. 1820 auch in Belgien zwischen Verviers und Dison (Hegi 1975).
 

Quellen

Essl F. & Rabitsch W. (2002): Neobiota in Österreich. – Wien, Umweltbundesamt; 432 S.

Fischer M., Oswald K. & Adler W. (2008): Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol; 3., verb. Aufl. der „Exkursionsflora von Österreich“ (1994). – Linz: OÖ Landesmuseum; 1392 S.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm



Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 5 (Teil 2). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 679−1584.

Hohla M., Stöhr O., Brandstätter G., Danner J., Diewald W., Essl F., Fiederer H., Grims F., Höglinger F., Kleesadl G., Kraml A.G., Lenglachner F., Lugmair A., Nadler K., Niklfeld H., Schmalzer A., Schratt-Ehrendorfer L., Schröck C., Strauch M. & Wittmann H. (2009): Katalog und Rote Liste der Gefäßpflanzen Oberösterreichs. – Stapfia 91: 1–324.

Kraml A. & Stech M. (1997): Laserpitium archangelica (Engelwurz-Laserkraut), ein in Vergessenheit geratenes Vorkommen in Oberösterreich wiederentdeckt.