Knautia

Witwenblume, Geißblattgewächs, Caprifoliaceae

Gattung:

Knautia umfasst etwa 54 Arten (Kew 2023), die in Eurasien und Nordwest-Afrika beheimatet sind mit Mannigfaltigkeitszentrum in Südeuropa. 
 
 

Knautia macedonica 

Mazedonische Witwenblume,
Knautia macedonica 
Geißblattgewächs, Caprifoliaceae

 

Steckbrief:

40–80 cm hohe, kurzlebige Mehrjährige mit zur Blütezeit vertrockneten Grundblättern an den blütentragenden Trieben. Grundblätter unzerteilt, Stängelblätter unzerteilt oder zerteilt, wenn zerteilt mit eiförmigem Endabschnitt, am Rande gesägt. Krone purpurrot, lila oder rosa, bei Kulturformen auch schwarzpurpurn. Blütezeit Juni bis September.
Verwechslungsmöglichkeit: Die Gattung der Witwenblumen, Knautia, unterscheidet sich von der ähnlichen Gattung Skabiose, Scabiosa, durch 4-spaltige Kronen, welche bei Skabiosen 5-spaltig sind.
 

Name:

Der Gattungsname ehrt den deutschen Botaniker, Arzt und Bibliothekar Christian Knaut (1656−1716), der ein System zur Einteilung der Blütenpflanzen nach der Anzahl und Anordnung der Kronblätter vornahm. Linné griff seine Arbeit mit den Kronblättern auf und setzte ihn und seinen botanisch unbedeutenderen Bruder Christoph Knaut in Bezug zu dieser Pflanze mit den ungleichen Kronblättern - in Critica Botanica 1737 (Burkhardt 2018).
Der Name Witwenblume wurde erst relativ spät künstlich gebildet, offenbar als Übersetzung von englisch „mournful widow“, die trauernde Witwe, aus dem Jahr 1588, womit zunächst die Gartenpflanze Scabiosa atropurpurea gemeint war, da diese auch mit samtig schwarzpurpurnen Blüten vorkommt (Düll & Kutzelnigg 2022).

 

Nutzung:

Zierstaude, in Sorten wie `Mars Midget´ oder `Red Knight´.
 

Ausbreitung:

Als kurzlebige Pflanze kommt die Mazedonische Witwenblume vor allem in naturnahen Gärten zum Einsatz, wo das Verwildern erlaubt ist. Rosa oder lila blühende Formen sind leicht mit den heimischen Arten zu verwechseln und werden oft nicht als diese südosteuropäische Art erkannt. Tritt im Gebiet sehr selten subspontan auf.
DEUTSCHLAND: 
2014 bei Güntersleben, 2002 als Rabattenflüchtling in der Bamberger Starkenfeldstraße, 2012 auf einer Splittfläche am Stauffenbergplatz in Bamberg und 2010 am Bahnhof Neuenmarkt in Bayern (Meierott 2008, Breitfeld & al. 2017, Meierott & al. 2024), in Mettmann, Dortmund-Aplerbeck, Dortmund-Menglinghausen, Kamen-Heeren-Werve und Aachen-Hörn in Nordrhein-Westfalen (Adolphi 2013, BBV 2014, BBV 2017, BBV 2020, BBV 2021), Rheinland-Pfalz (Hassler & Muer 2022) und 2013 in Bannewitz bei Dippoldiswalde in Sachsen (Otto & al. 2014).
ÖSTERREICH:
2019 am Rand der Andorfer Landesstraße bei Lambrechten im oberösterreichischen Innviertel (Hohla 2021), 2018 am Straßenrand in Salzburg-Itzling (Pilsl 2018) und 2021 in Breitenlee am ehemaligen Verschiebebahnhof nächst der Oleandergasse und 2025 in Floridsdorf in Wien (Vitek & al. 2021, Nadler 2025).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021) und 2011 in Belgien (Verloove 2021).

 

Quellen

Adolphi K. (2013): Flora des Kreises Mettmann, 2. Nachtrag – www.biostation-d-me.de

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2014): Bemerkenswerte Pflanzenvorkommen aus dem östlichen Ruhrgebiet im Jahr 2014 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 6: 120–140.

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2017): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2017 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 9: 115–161.

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2020): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2019 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 11: 222-264.

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2021): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2020 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 12: 199-278.

Breitfeld M., Hertel E., Horbach H.-D. & W. Wurzel (2017): Flora von Bad Berneck und Umgebung, die Pflanzenwelt zwischen Ochsenkopf und Maintal – 501 S.

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen
_2018_teil_1.pdf

Düll R. & H. Kutzelnigg (2022): Die Wild- und Nutzpflanzen Deutschlands. 9. erw. Aufl. – Wiebelsheim. 948 S.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl



Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.

Hassler M. & T. Muer (2022): Flora Germanica. Bildatlas der deutschen Flora. Mit Artbeschreibungen von Thomas Meyer. Unter Mitarbeit zahlreicher Spezialisten und Revisoren. - Band 1 und Band 2, zus. 1712 S., Ubstadt-Weiher.

Hohla M. (2021): Knautia macedonica, Panicum chloroticum, Sorghastrum nutans und Vulpia geniculata neu für Österreich sowie weitere Beiträge zur Adventivflora Oberösterreichs – Stapfia 112: 105-115.

Meierott L. (2008): Flora der Haßberge und des Grabfeldes – Neue Flora von Schweifurt. 2 Bände, IHW-Verlag, Eching.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Otto H.-W., Gebauer P. & Hardtke H.-J. (2014): Floristische Beobachtungen 2013 in Oberlausitz und Elbhügelland – Ber. d. naturforsch. Gesel. d. Oberlausitz 22: 87–99.

Nadler K. (2025): Was Neues für mich - Seite 5 - Forum Flora Austria


Pilsl P. (2018): Jacq – Virtual Herbaria Knautia macedonica JACQ - Virtual Herbaria

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Vitek E., W. Adler & A. Mrkvicka (2021): Neues von der Flora Wiens – Neilreichia 12: 219-290.