Kalmia

Lorbeerrose, Heidegewächs, Ericaceae

Gattung:

Kalmia umfasst, inklusive Loiseleuria, etwa 9 Arten (Kew 2024) auf der Nordhalbkugel mit Mannigfaltigkeitszentrum in Nordamerika.
 
 

Kalmia angustifolia

Schmalblättrige Lorbeerrose,
Kalmia angustifolia,
Heidegewächs, Ericaceae

 

Steckbrief:

Bis 60 cm hoher Kleinstrauch mit gegenständigen oder wirtelig angeordneten, eiförmigen, ganzrandigen, gestielten Blättern. Blütenstand traubig-kugelig, Blüten lang gestielt. Krone rosa, purpurn gezeichnet, schüsselförmig verwachsen. Staubblätter 10. Blütezeit Juni.
 

Name:

Benannt zu Ehren des schwedischen Botanikers Pehr Kalm (1716−1779). Kalm war Professor für Ökonomie und Naturgeschichte in Åbo (damals schwedisch, heute finnisch Turku), sammelte Pflanzen in Finnland, Russland, der Ukraine, in den USA und in Kanada (Burkhardt 2018). Obwohl lediglich Student konnte Kalm bereits in relativ jungen Jahren solche Forschungserfolge vorweisen, dass er 1745 in die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften aufgenommen wurde.
 

Heimat:

(Nord)östliches Nordamerika.
 

Nutzung:

Als Zierpflanze fürs Moorbeet. In Sorten wie `Purpurflor´ (1987) mit purpurroten Blüten, einer Auslese aus `Rubra´ (1818) mit dunkelrosa Blüten (Bärtels & Schmidt 2014).
 

Ausbreitung:

Seit spätestens 1736 in gärtnerischer Kultur (Bärtels & Schmidt 2014). Im Kirchhorster Moor in Niedersachsen bereits 1807 subspontan (Hegi 1975), im Altwarmbüchener Moor bei Hannover 1898 vom Heideschriftsteller Hermann Löns entdeckt. Die Art bildet Ausläufer (Bruns 2009), Ansalbungen und daraus folgernde Verwilderungen sind wahrscheinlich die Ursache für die Vorkommen im Gebiet.
DEUTSCHLAND:
Subspontan in Baden-Württemberg (Hand & Thieme 2023), in den südlichen Chiemseemooren bei Bernau in Bayern sich lokal etablierend (Lippert & Meierott 2014), in Bremen (Weber 1995), Gildehauser Venn im Kreis Grafschaft Bentheim, Ostfriesland und im Naturschutzgebiet Wietzendorfer Moor in Niedersachsen (Weber 1995, Kayser & Kaiser 2011), im lichten Kiefern-Eichen-Birkenwald beim Schwarzen Weg in Neuenkirchen-St. Arnold im Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen (BBV 2017). Das Vorkommen im NSG Wietzendorfer Moor in Niedersachsen geht auf Ansalbung zurück und hat sich hier mindestens 20 Jahre gehalten, ohne sich weiter auszubreiten (Kayser & Kaiser 2011).
ÖSTERREICH:
Am Krottensee bei Gmunden in Oberösterreich (Essl & Rabitsch 2002, Glaser & al. 2025). Das heute etablierte Vorkommen geht auf eine Ansalbung zurück (Hohla & al. 2009). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1966 (Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021), Norwegen (Gederaas & al. 2012) und in den Niederlanden (FLORON 2021).
 

 

Quellen

Bärtels A. & Schmidt P. A. (2014): Enzyklopädie der Gartengehölze – Ulmer-Verlag Stuttgart, 883 S.

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2017): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2017 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 9: 115–161.

Bruns J. (2009): Bruns Pflanzen – Sortimentskatalog Gehölze 2009/2010 – Ulmer Verlag, 1123 S.

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen
_2018_teil_1.pdf

Essl F. & Rabitsch W. (2002): Neobiota in Österreich. – Wien, Umweltbundesamt; 432 S.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
AlienSpeciesNorway_2012_scr_9C0ee.pdf

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.

 



Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 5 (Teil 1). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 678 S.

Hohla M., Stöhr O., Brandstätter G., Danner J., Diewald W., Essl F., Fiederer H., Grims F., Höglinger F., Kleesadl G., Kraml A.G., Lenglachner F., Lugmair A., Nadler K., Niklfeld H., Schmalzer A., Schratt-Ehrendorfer L., Schröck C., Strauch M. & Wittmann H. (2009): Katalog und Rote Liste der Gefäßpflanzen Oberösterreichs. – Stapfia 91: 1–324.

Kayser C. & Kaiser T. (2011): Herkunft der Schmalblättrigen Lorbeerrose (Kalmia angustifolia L.) im Naturschutzgebiet Wietzendorfer Moor (Landkreis Soltau-Fallingbostel) Floristische Notizen aus der Lüneburger Heide 19: 43–44.

Kew (2024): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Lippert W. & Meierott L. (2014) – Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns – Bayerische Botanische Gesellschaft, München, 407 S.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Weber H. (1995): Flora von Südwest-Niedersachsen und dem benachbarten Westfalen – H. Th. Wenner, Osnabrück.