Ibicella

Einhornpflanze, Gemsenhorngewächs, Martyniaceae

Gattung:

Ibicella umfasst 2 südamerikanische Arten (Kew 2023), Ibicella lutea und I. parodii.
 

Ibicella lutea 

Gelbe Einhornpflanze,
Ibicella lutea  
Gemsenhorngewächs, Martyniaceae

 

Steckbrief:

Bis 50 cm lange, im Habitus einer Kürbispflanze ähnliche, drüsig-klebrige Einjährige mit gegenständigen, lang gestielten Blättern. Spreite herz- bis nierenförmig. Blüte gelb bis orangegelb, glockenförmig mit 5 weißlichen Staubbeuteln, von denen 4 fertil sind. Früchte groß, lang hornartig, fleischig, die Außenhülle später abfallend. Samenkapsel hart, holzig, 5–8 cm lang und 2–3 cm breit, stachlig, mit 2 gebogenen, bis 10 cm langen Hörnern. Blütezeit Juli bis Oktober
 

Heimat:

Östliches Südamerika.
 

Nutzung:

Selten der halbreifen Früchte wegen als Gemüsepflanze, als biologischer Pflanzenschutz, Zierpflanze und der aparten Samenkapseln wegen in der Floristik kultiviert. In Tomaten- und Melonenkulturen wird sie gepflanzt, um die Weiße Fliege anzulocken und von den Gemüsekulturen fernzuhalten.
 
Anmerkung: Ibicella lutea zählt zur Gruppe der präkarnivoren Pflanzen. Es handelt sich dabei um Pflanzen, die nicht alle Voraussetzungen erfüllen, um als fleischfressende Pflanze anerkannt zu werden, was zumeist bedeutet, dass sie zwar Insekten fangen, aber keine Vorrichtungen zur Verdauung besitzen. 
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
1929 in Esslingen und 1935 bis 1937 in Salach in Baden-Württemberg (Müller 1950, Hand & Thieme 2023), Guben und Grabow in Brandenburg (Haudernig 1908, Büttner 1884), bei der Wollkämmerei Bremen-Blumenthal (Feder 2014), 1896 bei der Wollkämmerei Reiherstieg in Hamburg (Höck 1902, Hand & Thieme 2023), 1909 in Hannover-Döhren in Niedersachsen (Scheuermann 1911, Hand & Thieme 2023), 1920 in Essen-Kettwig in Nordrhein-Westfalen (Bonte 1930, Hand & Thieme 2023), 1937 in Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz (Müller 1940, Hand & Thieme 2023), 1935 bei der Wollkämmerei Leipzig in Sachsen (Fiedler 1936, Hand & Thieme 2023) und in Sachsen-Anhalt (Hassler & Muer 2022).
ÖSTERREICH:
2022 an der Bahn bei Felixdorf in Niederösterreich von Eva Wiedersich gefunden (pers. Mitt. 15.Aug.2022).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan auch in Belgien (Verloove 2021).

 

Quellen

Bonte L. (1930): Beiträge zur Adventivflora des rheinisch-westfälischen Industriegebietes. Verh. D. naturh. Ver. D. preuß. Rheinlande und Westfalens 86: 141−255.

Büttner R. (1884): Flora advena marchica. Verh. Bot. Ver. Prov. Brandenbg. 25: 1–59.

Feder J. (2014): Bemerkenswerte Pflanzenfunde im Bremer Gebiet (2012 und 2013). – Bremer Bot. Briefe 19: 7 – 12.

Fiedler O. (1936): Die Fremdpflanzen an der Mitteldeutschen Großmarkthalle zu Leipzig 1932–1936 und ihre Einschleppung durch Südfruchttransporte – Hercynia 1: 124–148.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.

Haudering W. (1908): Über seltenere Pflanzen der Gubener Flora – Verhandlungen des Botanischen Vereins der Provinz Brandenburg 50: 27-28.

 



Höck F. (1902): Ankömmlinge in der Pflanzenwelt Mitteleuropas während des letzten halben Jahrhunderts, VII. Beihefte zum Botanischen Zentralblatt 12: 211-234.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Müller E. (1940): Die Adventivflora auf dem Wollschlammplatz der Kammgarnspinnerei Kaiserslautern – Mitteilungen der Pollichia 8: 185-188.

Müller K. (1950): Beitrag zur Kenntnis der eingeschleppten Pflanzen Württembergs, Nachtrag – Mitteilungen des Vereins für Naturwissenschaften und Mathematik Ulm 23: 86-116.

Scheuermann R. (1911): Beitrag zur Kenntnis der bei der Stadt Hannover und in ihrer Umgebung auftretenden Adventivpflannzen – Jahresbericht der Naturhistorischen Gesellschaft zu Hannover 60-61: 5065-5085.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be