Hydrilla

Grundnessel, Froschbissgewächs, Hydrocharitaceae

Gattung:

Monotypisch.
 

Hydrilla verticillata  

Grundnessel,
Hydrilla verticillata  
Froschbissgewächs, Hydrocharitaceae

 

Steckbrief:

Bis 3 m lange, untergetauchte, im Boden mit kartoffelähnlichen Rhizomen verankerte, aber auch freischwimmende Ein- oder Zweihäusige. Blätter in meist fünfblättrigen Quirlen, am Rand grob gezähnt. Weibliche Blüten mit ungeteiltem Griffel an der Wasseroberfläche, männliche Blüten klein, in großer Zahl in einem Hüllblatt vereint. Blütezeit Juni bis Juli, im Gebiet kaum zur Blüte gelangend.
Verwechslungsmöglichkeit: Hydrilla ähnelt stark Elodea canadensis und Elodea densa. Die Blätter von Hydrilla sind allerdings in Quirlen von 4 bis 8, meist 5 angeordnet, während es bei Elodea 3 bis 4 (5) Blätter je Quirl sind.
 

Heimat:

Von Osteuropa bis Australien und Zentralafrika.
 

Nutzung:

In der Aquaristik und zur Ernährung. Die Grundnessel enthält viel Vitamin B12, Antioxidantien, Kalzium, Eisen und Magnesium und wird als „Superfood“ gehandelt (Pal & Nimse 2006). Auch kann sie als Hyperakkumulator von Quecksilber, Chrom, Cadmium und Blei eingesetzt werden.
 

Ausbreitung:

Die Vermehrung erfolgt vorwiegend vegetativ über Rhizome und Stolonen, aber auch über Turionen und unterirdische Knollen. Diese Knollen können bis zu vier Jahre lang überdauern. Unter günstigen Bedingungen kann eine Knolle auf einem Quadratmeter bis zu 6000 neue Knollen hervorbringen. Die vegetative Vermehrung ist vor allem dort von Bedeutung, wo neophytisch nur weibliche Pflanzen vorkommen.
DEUTSCHLAND:
1907 für den Berliner Müggelsee angegeben (Müller & al. 2021, Hand & Thieme 2023).
ÖSTERREICH:
1982 im Warmbach beim Warmbad Villach in Kärnten (Melzer 1983, Glaser & al. 2025) und in Wien (Pall & al. 2013, Glaser & al. 2025). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1968 (Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch seit 1980 in Ungarn (Seebens & al. 2017), seit 1995 in der Slowakei (Medvecká & al. 2012) und in Irland (Pearsall 1936). 1947 als Aquarienpflanze von einem Wasserpflanzenhändler in St. Louis aus Skri Lanka importiert und sich dort fortan ausbreitend (CABI 2021). In küstennahen Bereichen der USA gegenwärtig lokal ein invasiver Neophyt, welcher dort mit Herbiziden wie Fluridon bekämpft wurde. Hydrilla entwickelte daraufhin rasch eine Resistenz gegen Fluridon. Alternative Bekämpfungsmöglichkeiten sind der Einsatz etwa von Graskarpfen, Rüsselkäfern der Gattung Bagous und die Minierfliege Hydrellia pakistanae (CABI 2021).

 

Quellen

CABI (2021): Invasive Species Compendium - https://www.cabi.org/publishing-products/invasive-species-compendium/

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Medvecká J., Kliment J., Májeková J., Halada Ľ., Zaliberová M., Gojdičová E., Feráková V. & Jarolímek J. (2012): Inventory of the alien flora of Slovakia. – Preslia 84: 257–309.

Melzer H. (1983): Floristisch Neues aus Kärnten – Carinthia II 173/93: 151-165.

 



Müller F., Ch. M. Ritz, E. Welk & K. Wesche (2021): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland, Gefäßpflanzen Grundband, 22. Auflage.

Pal D. & Nimse S. (2006): Little known uses of common aquatic plant, Hydrilla verticillata (Linn. f.) Royle.

Pall K., Mayerhofer V. & Mayerhofer S. (2013): Aquatische Neobiota in Österreich - Lebensministerium

Pearsall W.H. (1936): Hydrilla verticillata a plant new to Ireland.- Irish Naturalists´Journal VI.

Seebens H., Blackburn T. M., Dyer E. E., Genovesi P., Hulme P. E., Jeschke J. M., Pagad S., Pyšek P., Winter M., Arianoutsou M., Bacher S., Blasius B., Brundu G., Capinha C., Celesti-Grapow L., Dawson W., Dullinger S., Fuentes N., Jäger H., Kartesz J., Kenis M., Kreft H., Kühn I., Lenzner B., Liebhold A., Mosena A. (2017): No saturation in the accumulation of alien species worldwide. Nature Communications 8(2).