Forsskaolea

Forsskale, Brennnesselgewächs, Urticaceae

Gattung:

Forsskaolea umfasst etwa 7 Arten (Kew 2022) mit Verbreitungsschwerpunkt in Afrika.
 

Forsskaolea angustifolia  

Schmalblättrige Forsskale,
Forsskaolea angustifolia  
Brennnesselgewächs, Urticaceae

 

Steckbrief:

Bis 60 cm hohe, unverholzte bis halbverholzte Mehrjährige mit wechselständigen, lanzettlichen, gezähnten, behaarten Blättern und einhäusigen, unscheinbaren, achselständigen Blüten. Blütezeit im Gebiet unbekannt. 
 

Name:

Benannt zu Ehren des finnisch-schwedischen Naturforschers und Entdeckers Peter Forsskål (1732−1764). Forsskål studierte bei Linné und in Göttingen, war ab 1761 mit einer dänischen Expedition in Kleinasien, Ägypten und Arabien, wo er Pflanzen und Tiere sammelte. Er starb im Jemen an Malaria. Carsten Niebuhr, der einzige Überlebende dieser siebenjährigen Reise veröffentlichte dann seine Aufzeichnungen (Burkhardt 2018). Linné benannte nicht nur die Gattung nach seinem Schüler, sondern aus Trauer speziell auch die Art Forsskaolea tenacissima, frei übersetzt hartnäckige Forsskale, weil Forsskål tapfer und unbeirrbar bis zu seinem Tod Pflanzen sammelte, so auch diese Art im heutigen Jemen.
Forsskål war nicht nur Naturforscher, sondern auch politischer Vordenker. So verfasste er 1759 eine Broschüre mit dem Titel „Gedanken zur bürgerlichen Freiheit“, wo er unter anderem für die völlige Pressefreiheit eintrat. Ein Auszug daraus: „Es muss möglich sein, den Stand der Dinge in der Gesellschaft allen bekannt zu machen, und jeder muss frei sein, seine Gedanken darüber zu äußern. Wo dies fehlt, ist die Freiheit ihren Namen nicht wert.“ Kurz nach seiner Veröffentlichung wurde die Broschüre verboten und Forsskål kurzzeitig ins Exil gezwungen. Sieben Jahre später, 1766, wurde die Pressefreiheit im schwedischen Verfassungsrecht geschützt - die erste derartige Gesetzgebung in der Weltgeschichte.

 

Heimat:

Kanarische Inseln.
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
1952 in Leipzig-Fockeberg in Sachsen (Gutte 2006, Hand & Thieme 2024).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 

Quellen:

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen_2018_teil_1.pdf

Gutte P. (2006): Flora der Stadt Leipzig, einschließlich Markkleeberg – Weißdorn-Verlag, Jena, 278 S

 



Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science