Flueggea

Beilholz, Phyllanthusgewächs, Phyllanthaceae

Gattung:

Flueggea umfasst etwa 11 Arten (Kew 2022). Die meisten Arten sind in Südasien beheimatet.
 

Flueggea suffruticosa 

Strauchiges Beilholz,
Flueggea suffruticosa  
Phyllanthusgewächs, Phyllanthaceae

 

Steckbrief:

Sommergrüner, zweihäusiger, bis 3 m hoher Strauch mit sparrigem Wuchs. Ganze Pflanze kahl, Zweige auffallend dünn. Blätter elliptisch bis länglich-elliptisch, Blattspreite ganzrandig und 1,5–8 cm lang, 1–3 cm breit. Blattstiel 2–8 mm lang, Nebenblätter vorhanden, eilanzettlich, ca. 1 mm lang und bleibend. Blüten unscheinbar, männliche Blütenstände aus 3–18 gestielten, büschelig angeordneten Gruppen. Blüten gelbgrün. Blütezeit Juli bis August (Li & Gilbert 2008, Hecker 2017).
 

Name:

Benannt zu Ehren des deutschen Botanikers und Arztes Johannes Flügge (1775−1816), der sich vor allem in der Erforschung der Süßgräser verdient gemacht hat. Flügge gründete um 1810 auf eigenem Gelände einen Vorläufer des Botanischen Gartens von Hamburg. Dieser wurde jedoch von den Truppen Napoleons 1813 bis 1814 für ihre Stadtbefestigung und -verteidigung völlig zerstört (Burkhardt 2018).
 

Heimat:

Ostasien von Zentralchina und der Mongolei bis Japan.
 

Nutzung:

Sehr selten als Flächenbegrüner und Landschaftsgehölz. In der Traditionellen Chinesischen Medizin zur Behandlung von Kinderlähmung, Nervenschwäche und Gesichtslähmungen eingesetzt (Duke & Ayensu 1985). Die Pflanze enthält spezielle Indolizidin-Alkaloide, die eine stimulierende Wirkung auf das zentrale Nervensystem haben (Raj & Łuczkiewicz 2008). Die medizinische Nutzung der Art erklärt wohl, warum die Pflanze in Wien am Rosenhügel gefunden wurde, denn dort befindet sich ein bekanntes Neurologisches Rehabilitationszentrum (Barta 2019).
 

Ausbreitung:

Die Art ist seit etwa 1783 in gärtnerischer Kultur (Bärtels & Schmidt 2014).
DEUTSCHLAND:
1910 in einer Gärtnerei in Speyer in Rheinland-Pfalz angegeben (Zimmermann 1913). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2022) nicht geführt.
ÖSTERREICH:
2018 in einem Einzelexemplar am Rosenhügel im 13. Wiener Gemeindebezirk, nahe des Neurologischen Rehabilitationszentrums auf einem Lagerplatz für Gartenabfälle und Kompost gefunden und wahrscheinlich von einer dortigen Kultur entstammend (Barta 2019, Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Norwegen (Gederaas & al. 2012).

 

Quellen

Barta T. (2019): Flueggea suffruticosa - Floristische Neufunde (305–375) - Neilreichia 10: 197–274.

Bärtels A. & Schmidt P. A. (2014): Enzyklopädie der Gartengehölze – Ulmer-Verlag Stuttgart, 883 S.

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen_2018_teil_1.pdf

Duke J. A. & Ayensu E. S. (1985): Medicinal Plants of China 1. – Algonac: Reference Publications.

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
AlienSpeciesNorway_2012_scr_9C0ee.pdf

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.

 



Hand R. & Thieme M. (2022): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hecker U. (2017): Phyllanthaceae. – In Schmidt P. A. & Schulz B. (Eds.): Fitschen Gehölzflora. Ein Buch zum Bestimmen der in Mitteleuropa wild wachsenden und angepflanzten Bäume und Sträucher. 13. vollst. neu bearb. u. erw. Aufl.: pp. 291, 540–541, 698. – Wiebelsheim: Quelle & Mayer.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Li B. & Gilbert M. G. (2008): Flueggea Willdenow. – In Wu Z., Raven P. H. & Hong D. (Eds.): Flora of China 11: pp. 177–179. – Beijing: Science Press; St. Louis: Missouri Botanical Garden Press.

Raj D. & Łuczkiewicz M. (2008): Securinega suffruticosa. – Fitoterapia 79: 419–427.

Zimmermann F. (1913): 1. Nachtrag zur Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen– Pollichia 27-28: 1-44.