Erica

Erika, Heidegewächs, Ericaceae

Gattung:

Erica umfasst, inklusive Blaeria, Brukenthalia und Philippia, etwa 839 Arten (Kew 2022). Die überwiegende Mehrheit ist auf das südliche Afrika beschränkt mit Mannigfaltigkeitszentrum im Kapgebiet Südafrikas. Etwa 20 Arten werden in Europa als Zierpflanzen kultiviert (Nelson 1997, De Koning & al. 2000, Roloff & Bärtels 2006, Jäger & al. 2008).
 

 

Erica gracilis 

Zierliche Heide,
Erica gracilis  
Heidegewächs, Ericaceae
 

Steckbrief:

Bis 40 cm hoher, immergrüner Zwergstrauch mit buschigem Wuchs, bogig aufsteigend wachsenden Trieben und nadelartigen, 2−6 mm langen, frischgrünen Blättern. Blüten eiförmig, purpurrosa, fünfzählig, nickend, papierartig trocken. Blütezeit August bis Oktober.
 

Heimat:

Südafrika.
 

Nutzung:

Häufig als in Mitteleuropa nicht winterharte Zierpflanze für Gräber, Tröge und Blumenkästen in Sorten wie `Heidi´s´, `Hessenmädchen´ oder `Beauty Queens´. Obwohl mehrjährig wird die Art bei uns durchwegs einjährig kultiviert.
 

Ausbreitung:

Seit spätestens 1774 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008).
DEUTSCHLAND:
Unbeständig verschleppt aus Gartenauswurf in Unterfranken in Bayern (Hand & Thieme 2023, Meierott & al. 2024). Nachdem die Art sehr kälteempfindlich ist, dürfte es sich um keine wirkliche Verwilderung gehandelt haben.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 
Weitere Arten:

Erica spiculifolia

Die in Südost-Europa und Nordanatolien heimische Siebenbürger Heide, Erica spiculifolia (Syn.: Brukenthalia spiculifolia) ist seit etwa 1880 in gärtnerischer Kultur (Bärtels & Schmidt 2014). Sie wird in mehreren Sorten wie `Raica´ (2009), `Balkan Rose´ oder `Graf Dracula´ (2005) gezogen und im Gebiet für Nordtirol als subspontan angegeben (Fischer & al. 2008). Die Angabe für Nordtirol lässt sich aber nicht überprüfen, es sind keine konkreten Funde bekannt (Pagitz & al. 2023). Der Fund wird in der Checkliste der Farn- und Blütenpflanzen Nord- und Osttirols (Pagitz & al. 2023) und in der aktuellen Neophytenliste Österreichs (Glaser & al. 2025) nicht angegeben.
 
Das Synonym ist zu Ehren von Samuel Freiherr von Brukenthal (1721−1803) benannt. Brukenthal war unter Kaiserin Maria Theresia Gouverneur von Siebenbürgen. Er war der Einzige der Siebenbürger Sachsen, der dieses Amt bekleidete. Brukenthal besaß in Hermannstadt ein Palais mit großer Bibliothek, eine Bildergalerie und eine Kupferstich-, Antiken- und Mineraliensammlung, die der Allgemeinheit zugänglich waren. Neben der Pflanze ist nach ihm u.a. das traditionsreiche Samuel-von-Brukenthal-Gymnasium in Hermannstadt in Rumänien, ein mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium mit deutscher Unterrichtssprache benannt, ebenso eine Straße in Seewalchen am Attersee und ein Platz in Dinkelsbühl (u.a. Burkhardt 2018).
 

Erica vagans

In Westeuropa ist die Cornwall-Heide, Erica vagans, beheimatet. Sie wird in Sorten wie `Lyonnesse´ (1925) oder `Valeria Proudley´ (1968) in der Gartengestaltung für saure Heidegärten genutzt. 
Im Gebiet unbeständig in Schleswig-Holstein (Hand & Thieme 2023) angegeben. Die Art war früher auch um Genf zu finden (indigen?), gegenwärtig aber nicht mehr (Infoflora 2024).
 

Quellen

Bärtels A. & Schmidt P. A. (2014): Enzyklopädie der Gartengehölze – Ulmer-Verlag Stuttgart, 883 S.

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen_2018_teil_1.pdf

De Koning J., Van den Broek J.W., Van de Laar H.J. & Fortgens G. (2000): Nederlandse dendrologie (13e Druk). H. Veenman & Zonen, Ede: 585 S.

Fischer M. A., Oswald K. & Adler W. (2008): Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol; 3., verb. Aufl. der „Exkursionsflora von Österreich“ (1994). – Linz: OÖ Landesmuseum; 1392 S.

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Infoflora (2024): Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora – https://www.infoflora.ch/de/



Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Mabberley D.J. (2008): Mabberley's plant-book (3. Auflage). Cambridge University Press, Cambridge: XVIII + 1021 S.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Nelson E.C. (1997): Erica. In: Cullen J. & al. (Hrsg.), The European Garden Flora, Bd. 5. Cambridge University Press, Cambridge: 481-485.

Pagitz K., O. Stöhr, M. Thalinger, I. Aster, M. Baldauf, C. Lechner-Pagitz, H. Niklfeld, L. Schratt-Ehrendorfer & P. Schönswetter (2023): Rote Liste und Checkliste der Farn- und Blütenpflanzen Nord- und Osttirols – Natur in Tirol Band 16.

Roloff A. & Bärtels A. (2006): Flora der Gehölze. — 2. Aufl., Ulmer-Verlag, Stuttgart, 844 S.