Dionaea

Venusfliegenfalle, Sonnentaugewächs, Droseraceae

Gattung:

Monotypisch.
 

Dionaea muscipula 

Venusfliegenfalle,
Dionaea muscipula  
Sonnentaugewächs, Droseraceae

 

Steckbrief:

Bis 25 cm hohe, ausdauernde, immergrüne Karnivore mit Fangblättern, um Insekten und Spinnen zu erbeuten. Die Fangblätter bestehen aus einem stark verbreiterten Blattstiel und dem eigentlichen Fangblatt. Die von Nektarien auf der Blattspreite ausgeschiedene Flüssigkeit dient der Anlockung. Blüten weiß, fünfzählig. Blütezeit April bis Mai.
 

Name:

Dione ist der griechischen Mythologie zufolge die Tochter von Uranos und Gaia, nach anderer Überlieferung Tochter des Okeanos und der Tethys. Sie ist Mutter der Aphrodite und wird in der römischen Mythologie mit der Venus gleichgesetzt.
 

Heimat:

Beheimatet in einem relativ kleinen Gebiet in Nord- und Süd-Carolina im Osten der USA. Die Venusfliegenfalle war lange Zeit in ihrem Bestand gefährdet, zum einen durch die Trockenlegung von Mooren zu Bauzwecken und vor allem von den 1950er bis in die 1970er Jahre durch kommerzielles Plündern. Erst mit der Unterschutzstellung und der nachfolgenden weltweiten Massenproduktion in Laboren konnte der Sammeldruck von der Art genommen werden. Heute genießt die Pflanze einen besonderen Schutz, etwa durch das Washingtoner Artenschutzabkommen.
 

Nutzung:

Die Venusfliegenfalle ist die meistkultivierte Karnivore. Sie wird in vielen Sorten angeboten, alphabetisch von `A2´ bis `Zickzackkiefer´.
 

Ausbreitung:

Seit Ende des 18. Jahrhunderts in Europa kultiviert. 1768 brachte William Young Pflanzen und Saatgut nach England. Der Erstbeschreiber Ellis schickte einen Brief mit Skizze und ersten Verweisen auf die Karnivorie an Carl von Linné, doch dieser beschied abschlägig. Zwar erkannte Linné die Beschreibung an, verwarf aber den Gedanken der Karnivorie mit Verweis auf Genesis, nach der Pflanzen Mensch und Tier zur Speise dienen sollen, aber nicht umgekehrt. Die Annahme der Karnivorie sei daher blasphemisch. Erst Charles Darwin brach 1875 mit diesem Dogma und wies der Venusfliegenfalle Karnivorie nach.
DEUTSCHLAND:
2007 in der Tongrube Altenrath (Gorissen 2015) und 2015 in der Hildener Heide im Kreis Mettmann in Nordrhein-Westfalen (Adolphi 2016). 2019 waren es bei Letzterer bereits 10 kleine Pflanzen (BBV 2020). Der Standort dürfte durch absichtliche Ansalbung hervorgegangen sein.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan auch in den Niederlanden (FLORON 2021).

 

Quellen

Adolphi K. (2016): Exkursion: Hilden, Hildener Heide. – Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 7: 95–96.

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2020): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2019 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 11: 222-264.

 



FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Gorissen I. (2015): Flora der Region Bonn (Stadt Bonn und Rhein-Sieg-Kreis) – Decheniana-Beiheft 40. Bonn, 605 Seiten.