Daucus

Möhre, Doldenblütler, Apiaceae

Gattung:

Daucus umfasst, exklusive Silphiodaucus, etwa 45 Arten (Kew 2022) in Eurasien, Afrika, Amerika und Australien. Mannigfaltigkeitszentrum ist der südliche Mittelmeerraum.
 

Daucus aureus  

Gelbfrüchtige Möhre,
Daucus aureus  
Doldenblütler, Apiaceae

 

Steckbrief:

Bis 60 cm hohe Ein- bis Zweijährige mit am Grunde kahlem Stängel und 2−4-fach fiederteiligen Blättern. Blattsegmente linealisch-lanzettlich. Blütendolde lang gestielt, mit 12−60 etwa gleich langen Strahlen. Hüllblätter gefiedert, oft nach unten geschlagen. Hüllchenblätter ungeteilt oder fiederspaltig. Blüten weiß, gelblich verblühend, äußere Kronblätter vergrößert. Stacheln auf den Früchten gelb. Blütezeit Juni bis Juli.
 

Heimat:

Südliches Mittelmeergebiet von den Kanaren bis zur Halbinsel Sinai und Syrien.
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
Vorübergehend eingeschleppt angegeben 1938 am Güterbahnhof Ulm in Baden-Württemberg (Müller 1950, Hand & Thieme 2024), 1888 in Berlin (Höck 1901, Hand & Thieme 2024) und 1930 und 1931 am Güterbahnhof Dortmund-Süd in Nordrhein-Westfalen (Bonte 1937).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ:
1915 für einem Hühnerhof bei Solothurn (Hegi 1975) angegeben.
ANDERE LÄNDER:
Subspontan 1921 auch in Belgien (Seebens & al. 2017, Verloove 2021), 1931 in Polen (Seebens & al. 2017) und in den Niederlanden (FLORON 2021).

 
Weitere Arten:

Daucus glochidiatus

Die Widerhaken-Möhre, Daucus glochidiatus, ist in Australien und Neuseeland beheimatet und wird 1914 und 1916 mit Wolle eingeschleppt für die Kammgarnfarbrik Derendingen in Solothurn angegeben (Hegi 1975). Subspontan u.a. auch 1908 in Großbritannien (Seebens & al. 2017) und 1892 in Belgien (Seebens & al. 2017).
 

Daucus muricatus

Im westlichen und zentralen Mittelmeergebiet ist die Zackige Möhre, Daucus muricatus, beheimatet. Im Gebiet wird sie ehemals als Südfruchtbegleiter für die Großmarkthalle Leipzig in Sachsen (Fiedler 1944) angegeben. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht geführt.
 

 

Daucus pusillus

Die Nordamerikanische Möhre, Daucus pusillus (Syn.: D. montevidensis), ist im westlichen Nordamerika beheimatet und wird im Gebiet 1902 für den Hafen von Kehl in Baden-Württemberg (Höck 1903, Hand & Thieme 2023 sub D. montevidensis) angegeben. Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021).
 

Quellen

Bonte L. (1937): Beiträge zur Adventivflora des rheinisch-westfälischen Industriegebietes 1930-1934 – Decheniana 94: 107-142.

Fiedler O. (1944): Die Fremdpflanzen an der Mitteldeutschen Großmarkthalle zu Leipzig und ihre Einschleppung durch Südfruchttransporte 1937-1942 – Hercynia 3 (7/8): 608-660.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 5 (Teil 2). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 679−1584.

Höck F. (1901): Ankömmlinge in der Pflanzenwelt Mitteleuropas während des letzten halben Jahrhunderts, IV. Beihefte zum Botanischen Zentralblatt 10: 284-300.



Höck F. (1903): Ankömmlinge in der Pflanzenwelt Mitteleuropas während des letzten halben Jahrhunderts, VIII - Beihefte zum Botanischen Zentralblatt 15: 387-407.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Müller K. (1950): Beitrag zur Kenntnis der eingeschleppten Pflanzen Württembergs, Nachtrag – Mitteilungen des Vereins für Naturwissenschaften und Mathematik Ulm 23: 86-116.

Seebens H., Blackburn T. M., Dyer E. E., Genovesi P., Hulme P. E., Jeschke J. M., Pagad S., Pyšek P., Winter M., Arianoutsou M., Bacher S., Blasius B., Brundu G., Capinha C., Celesti-Grapow L., Dawson W., Dullinger S., Fuentes N., Jäger H., Kartesz J., Kenis M., Kreft H., Kühn I., Lenzner B., Liebhold A., Mosena A. (2017): No saturation in the accumulation of alien species worldwide. Nature Communications 8(2).

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be