Daphne

Seidelbast, Seidelbastgewächs, Thymelaeaceae

Gattung:

Daphne umfasst etwa 97 Arten (Kew 2022), die in Eurasien und Nordwest-Afrika beheimatet sind mit Mannigfaltigkeitszentrum in China.
 

Daphne blagayana 

Königs-Seidelbast,
Daphne blagayana 
Seidelbastgewächs, Thymelaeaceae

 

Steckbrief:

10–30 cm hoher, immergrüner Zwergstrauch mit niederliegend-aufsteigenden, purpurbraunen, kahlen Zweigen. Blätter an den Zweigenden gehäuft, verkehrt-eiförmig, 2–5 cm lang, dunkelgrün, ledrig, kahl. Blüten cremeweiß bis reinweiß, stark duftend, zu 10–20 in dichten, endständigen Köpfchen. Kelchröhre schmal, 1–1,3 cm lang. Früchte weißlich bis rötlich, im Gebiet selten ausgebildet. Blütezeit (November bis) April.
 

Name:

Benannt zu Ehren des untersteirischen Botanikers Richard Ursini, Graf von Blagaj (1786–1858). Graf von Blagaj sammelte Pflanzenarten für den Naturforscher Heinrich Freyer, der den 1837 in der Nähe von Billichgrätz/Polhovo Gradac westlich von Laibach entdeckten Seidelbast nach ihm benannte.
Der Gattungsname ist nach Daphne benannt, der griechischen Mythologie zufolge eine Nymphe, die von Apollon verfolgt wurde und auf ihr Bitten hin in einen Lorbeerbaum verwandelt wurde, damit Apollon von ihr ablässt.
 

Heimat:

Südost-Europa von Nordost-Italien bis Nordgriechenland und Bulgarien.
 

Nutzung:

Selten als Zierpflanze. Die Art ist seit 1875 in gärtnerischer Kultur (Bärtels & Schmidt 2014).
 

Ausbreitung: 

Daphne blagayana wurde 1837 auf der Nordseite des Lorenziberges bei Billichgrätz in Krain vom untersteirischen Botaniker Heinrich Freyer (1802−1866) entdeckt. Freyer machte sich um die naturwissenschaftliche Erforschung Krains, insbesondere um die Höhlenforschung und die Landeskartierung verdient. Der Neufund sorgte in botanischen Kreisen für großes Aufsehen. Sogar König Friedrich August II. von Sachsen reiste an, um die neue Pflanze zu sehen, was die deutsche Bezeichnung Königs-Seidelbast erklärt. Zuvor, nämlich 1780 hatte jedoch schon der Siebenbürger Lehrer Josef Lerchenfeld von Raditschnig die Pflanze auf der Alpe Butschetsch bei Kronstadt gesammelt, aber fälschlich als D. alpina bestimmt (Derganc 1904).
Bei einer Winterwanderung im Jahr 1995 fand J. Moser, Mitarbeiter des Forstlichen Bildungszentrums Laubau die Pflanze auf rund 1000 m Seehöhe im Hochfelln-Gebiet der Chiemgauer Alpen. Wie die Besiedelung der Pflanze am Standort in Bayern erfolgt ist, bleibt ungeklärt. Am wahrscheinlichsten erscheinen Ansalbung und Verschleppung durch Vögel (Hein & Lippert 1995). Die Pflanze blüht hier, anders als am natürlichen Standort in Südosteuropa, den Winter über von November bis Februar (Hein & Lippert 1995).
DEUTSCHLAND: 
In Bayern in den Chiemgauer Alpen im Hochfelln-Gebiet, hier lokal etabliert (Hein & Lippert 1995, Hand & Thieme 2023) und von 1995 bis 2018 beobachtet (Meierott & al. 2024) und angesalbt 2011 im Isarauwald bei Weixerau nahe Landshut (Meierott & al. 2024).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 

Quellen

Bärtels A. & Schmidt P. A. (2014): Enzyklopädie der Gartengehölze – Ulmer-Verlag Stuttgart, 883 S.

Derganc L. (1904): Nachtrag zum Aufsatze über die geographische Verbreitung der Daphne Blagayana Freyer. – Allgemeine botanische Zeitschrift für Systematik, Floristik, Pflanzengeographie 10: 44 - 47.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm



Hein H. & Lippert W. (1995): Ein Fund von Daphne blagayana Freyer in den Chiemgauer Alpen – Ber. Bayer. Bot. Ges. 71: 170–171.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.