Cyclamen

Zyklame, Primelgewächs, Primulaceae

Gattung:

Cyclamen umfasst etwa 20 Arten (Kew 2022) in Europa, Westasien und Nord- und Ostafrika (C. somalense in Somalien) mit Mannigfaltigkeitszentrum im Mittelmeerraum.
 

Cyclamen coum 

Vorfrühlings-Zyklame,
Cyclamen coum 
Primelgewächs, Primulaceae

 

Steckbrief:

3–10 cm hohe, mehrjährige Knollenpflanze mit 2–3,5 cm großen, nur unten bewurzelten Knollen. Blattspreiten kreisförmig bis herzförmig, nicht oder nur unscheinbar gezähnt. Kronblätter breit-eiförmig, Kronblattzipfel rosa, an der Basis violett, nicht geöhrt. Fruchtstiele spiralig eingerollt. Blütezeit Jänner bis März.
Verwechslungsmöglichkeit: Die mediterrane Efeublättrige Zyklame, Cyclamen hederifolium, deren natürliches Verbreitungsgebiet bis in die südliche Schweiz reicht, blüht im Herbst und hat geöhrte Kronblattzipfel.
 

Nutzung:

Zierstaude. Auch in Sorten wie `Atkinsi´, einer Hybride mit Cyclamen persicum (Jäger & al. 2008).
 

Ausbreitung:

Beheimatet in zwei Unterarten um das Schwarze Meer und am Ostrand des Mittelmeers von der südlichen Türkei bis Nordisrael. Die Knollen werden im heimischen Pflanzenhandel angeboten. Bedauerlicherweise stammen diese teilweise von Wildsammlungen aus Anatolien. In Gartenkultur befindet sich die Vorfrühlings-Zyklame selten, relativ häufig sind dem gegenüber Verwilderungen, die sich Jahrzehnte halten und selbst in extensiv bewirtschafteten Äckern auftreten können, wie der Fund im niederösterreichischen Neulengbach zeigt.
 
DEUTSCHLAND: 
Sehr selten, so 2014 in Wilflingshausen bei Esslingen und in Karlsruhe in Baden-Württemberg (Beck 2016), 2016 zwischen Würzburg und Höchberg, im Waldfriedhof Solln, an der Alz bei Truchtlaching, bei Lindau und München in Bayern (Jagel & Buch 2010, Dickoré & al. 2012, Lippert & Meierott 2018, Meierott & al. 2024), in Beuel, Bonn-Poppelsdorf, Dortmund-Huckarde, Dortmund-Aplerbeck, Köln, Aachen, Bochum-Steinkuhl, im Steinbruch Grube 7 in Haan-Gruiten, Düsseldorf-Volmerswerth und Unna-Obermassen in Nordrhein-Westfalen (Gorissen 2015, Jagel & Lubienski 2018, BBV 2016, Sumser & al. 2015, BBV 2019, BBV 2021, BBV 2022, BBV 2023), 2015 und 2019 in Zwickau in Sachsen (Breitfeld & al. 2021, Hassler & Muer 2022), in Sachsen-Anhalt (Hand & Thieme 2023) und Wald im Munkeltal bei Jena und zwischen Geunitz und Martinsroda in Thüringen (Schönfelder 2019, Zündorf & al. 2006).
ÖSTERREICH: 
In einem aufgelassenen Steinbruch bei der Tirolerhofsiedlung in Perchtoldsdorf und in Neulengbach in Niederösterreich. Das Vorkommen in Perchtoldsdorf dürfte auf eine alte Ansalbung zurückgehen (Adler & Fischer 2008). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 2005 (Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ:
Mehrfach um den Genfer See, Neuenburger See, im Kanton Genf und Zürich, sonst vereinzelt u.a. in den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Graubünden und Tessin (Infoflora 2024). Im Kanton Zürich ab dem Jahr 2000 aus 4 Quadranten auf der Lägern-Hochwacht, in Zürich-Seebach, Zollikon und Wollishofen bekannt (Wohlgemuth & al. 2020).

 
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch seit 2003 in Belgien (Seebens & al. 2017, Verloove 2021), in den Niederlanden (FLORON 2021) und seit 1920 in Großbritannien (Seebens & al. 2017).

 

Quellen

Adler W. & Fischer M. A. (2008): Floristische Neufunde (76–98) – Neilreichia 5: 263–288.

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2010): Bemerkenswerte Pflanzenvorkommen im Bochum-Herner Raum (Nordrhein-Westfalen) in den Jahren 2007 und 2008 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver.2: 128–143.

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2016): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2016 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 8: 174–189.

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2019): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2018 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 10: 138-188.

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2021): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2020 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 12: 199-278.

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2022): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2021 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 13: 131–190.

BBV–Bochumer Botanischer Verein (2023): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2022 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 14: 167-231.

Beck R. (2016): Flora von Esslingen. Untersuchungen zur Entwicklung der Esslinger Flora in den vergangenen 200 Jahren und Dokumentation des aktuellen Befundes – Deutscher Naturkundeverein e.V., Bezirksgruppe Esslingen. 404 Seiten.

Breitfeld M., Hertel E. & Baumann A. (2021): Flora Adventiva – Eine Zusammenstellung der in Deutschland nachgewiesenen Pflanzen, welche nicht in den Bestimmungswerken erwähnt werden; Markneukirchen, 677 S.

Buttler K.P. (2001): Vermischte Notizen zur Benennung hessischer Pflanzen, fünfter Nachtrag – Botanik und Naturschutz in Hessen 13: 57-70.

Dickoré W. B., Meyer B. Rösler S. & Maier T. (2012): Die Frühblüher und weitere bemerkenswerte Pflanzenarten der Münchner Friedhöfe – Ber. Bayer. Bot. Ges. 82: 97–128.

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Smettan H.W. (2015): Verwilderte Zierpflanzen auf den Fildern. – Jh. Ges. Naturkd. Württemberg 171: 111 – 162.

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Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

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Wohlgemuth T., Del Fabbro C., Keel A., Kessler M. & M. Nobis (2020): Flora des Kantons Zürich. Zürcherische Botanische Gesellschaft. Haupt-Verlag, Bern.

Zündorf H. J., Günther K. F., Korsch H. & Westhus W. (2006): Flora von Thüringen – Weißdorn-Verlag Jena, 764 S.