Cupressus

Zypresse, Zypressengewächs, Cupressaceae

Gattung:

Cupressus umfasst, exklusive Hesperocyparis und Callitris, etwa 14 Arten (Kew 2022), die vom Mittelmeergebiet bis Ostasien beheimatet sind. Molekulare Studien zeigen, dass Cupressus die Schwestergattung von Juniperus ist, während Callitris und Hesperocyparis Schwestergattungen von Xanthocyparis sind (Stull & al. 2021), weshalb Hesperocyparis und Callitris als eigene Gattungen geführt werden sollten.
 

Cupressus sempervirens 

Mittelmeer-Zypresse,
Cupressus sempervirens  
Zypressengewächs, Cupressaceae
 

Steckbrief:

Bis 5 m hoher, immergrüner, einhäusiger Baum mit graugrünen, schuppenförmigen, kreuzgegenständigen Blättern. Männliche Blütenzapfen gelblich, eiförmig, 3−5 mm lang, zahlreich an den Enden der Kurztriebe stehend. Weibliche Blütenzapfen kugelig, grünlich, im oberen Kronenbereich. Blütezeit Februar bis März.
 

Heimat:

Östliches Mittelmeergebiet bis in den Iran. Obwohl das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Art vor allem in den Bergen Kleinasiens und des Nordirans liegt, prägt sie in ihrer Varietät stricta fast im gesamten Mittelmeerraum Landschaften und Stadtbilder mit ihren schlanken Säulen. Schon seit dem Altertum ist die Zypresse eine Charakterpflanze mediterraner Länder (Bärtels & Schmidt 2014).
 

Nutzung:

In mehreren Sorten von alphabetisch `Agrimed´ bis `Totem´ als Zier- und Heckenpflanze. Bereits die Römer pflanzten Zypressen als Windschutz. Heute noch wird die Art in Montenegro als Windschutzstreifen für Mandarinenkulturen angepflanzt (Mansfeld 1986).
 

Anmerkung: Im Juli 2012 verwüstete ein fünftägiger Waldbrand 20.000 Hektar Wald nahe dem valencianischen Dorf Andilla. Inmitten der verkohlten Landschaft blieb jedoch eine Gruppe von 946 Zypressen unbeschädigt. „Andilla-Zypressen“ wurden vom europäischen Projekt CypFire gepflanzt, um insbesondere die Feuerbeständigkeit zu untersuchen. So widerstandsfähig die Bäume gegenüber Feuer sind, so anfällig sind sie auf Schadpilze. Als besonders gefährlicher Schadpilz gilt der Erreger des Zypressenkrebses, der in einigen Teilen des Mittelmeerraumes bis zu 50 % des Bestandsausfalls verursacht. Auch der Gemeine Hallimasch, Armillaria mellea, ist ein gefürchteter Schadorganismus der Mittelmeer-Zypresse.  
 

Ausbreitung:

Naturverjüngung im Gebiet konnte bisher nur im südlichen Bereich beobachtet werden.
DEUTSCHLAND: ---
ÖSTERREICH: --- 
In Südtirol 2005 wenige Jungpflanzen in einem schütteren Flaumeichenbuschwald über Porphyr unterhalb der Ruine Neuhaus bei Terlan (Wilhalm & al. 2007).
SCHWEIZ:
Vereinzelt, so in den Kantonen Genf, Neuenburg, Locarno im Tessin, Lausanne in der Waadt und Sitten im Wallis und in den Kantonen Zug und Zürich (Infoflora 2024). Bei den Fundpunkten ist allerdings unklar, ob es sich um subspontane oder kultivierte Pflanzen handelt. Unter Status: Kultivierter Neophyt, nach dem Jahr 1500 in der Schweiz aufgetreten (Infoflora 2024). In der „Flora des Kantons Zürich“ (Wohlgemuth & al. 2020) ist die Art nicht angegeben.
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch seit 1877 in Albanien (Seebens & al. 2017), seit 1804 in Portugal (Seebens & al. 2017) und in Großbritannien (Clement & Foster 1994).

 

Quellen

Bärtels A. & Schmidt P. A. (2014): Enzyklopädie der Gartengehölze – Ulmer-Verlag Stuttgart, 883 S.

Clement E. J. & Foster M. C. (1994): Alien plants oft he British Isles – London: Botanical Society of the British Isles. 591 p.

Infoflora (2024): Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora – https://www.infoflora.ch/de/

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Mansfeld R. (1986): Verzeichnis landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturpflanzen - Band 1, 578 Seiten, Springer-Verlag.



Seebens H., Blackburn T. M., Dyer E. E., Genovesi P., Hulme P. E., Jeschke J. M., Pagad S., Pyšek P., Winter M., Arianoutsou M., Bacher S., Blasius B., Brundu G., Capinha C., Celesti-Grapow L., Dawson W., Dullinger S., Fuentes N., Jäger H., Kartesz J., Kenis M., Kreft H., Kühn I., Lenzner B., Liebhold A., Mosena A. (2017): No saturation in the accumulation of alien species worldwide. Nature Communications 8(2).

Stull G. W., Qu X., Parins-Fukuchi C., Yang Y., Yang J. Yang Z., Hu Y., Ma H., Soltis P. S., Soltis D. E. & Li D. (2021): Gene duplications and phylogenomic conflict underlie major pulses of phenotypic evolution in gymnosperms - Nature Plants. 7 (8): 1015–1025. 

Wilhalm T., Hilpold A., Stockner W. & Tratter W. (2007): Für die Flora Südtirols neue Gefäßpflanzen (4): Ergebnisse der floristischen Kartierung – Gredleriana 7: 99–126.

Wohlgemuth T., Del Fabbro C., Keel A., Kessler M. & M. Nobis (2020): Flora des Kantons Zürich. Zürcherische Botanische Gesellschaft. Haupt-Verlag, Bern.