Cuphea

Köcherblümchen, Weiderichgewächs, Lythraceae

Gattung:

Cuphea umfasst etwa 255 amerikanische Arten (Kew 2022), die vor allem in den Tropen und Subtropen Süd- und Mittelamerikas beheimatet sind mit Mannigfaltigkeitszentren im Südosten Brasiliens und in Westmexiko.
Die Samen verschiedener Cuphea-Arten sind reich an Fettsäuren. Die Gattung ist dadurch eine in temperaten Regionen wachsende Alternative zu Ölpalme und Kokospalme. Der Anbau von Cuphea wird vor allem in den USA erforscht. Eine Zuchtlinie mit verbesserter Retention der Samen durch „PSR23“, einer Hybride aus Cuphea viscosissima und Cuphea lanceolata, wurde für einen landwirtschaftlichen Anbau getestet. Die Sorte erreicht Erträge von bis zu 1000 kg je Hektar, mit Ölanteilen von etwa einem Drittel des Samengewichts. Ein kommerzieller landwirtschaftlicher Anbau ist bislang aber noch nicht rentabel.

 

Cuphea lanceolata  

Mausohr-Köcherblümchen,
Cuphea lanceolata  
Weiderichgewächs, Lythraceae

 

Steckbrief:

Bis 50 cm hohe, verzweigte Einjährige mit gegenständigen, breit-lanzettlichen, bis 7 cm langen Blättern und röhrenförmigen, dunkelroten bis purpurvioletten, sechszähligen Blüten. Die beiden oberen Blütenblätter sind groß und mausohrartig, die anderen Blütenblätter klein. Blütezeit Juni bis August.
 

Heimat:

Mexiko.
 

Nutzung:

Als einjährige Zierpflanze für Blumenbeete, vor allem in der Sorte `Purple Passion´.
 

Ausbreitung:

In Europa seit spätestens 1796 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008).
DEUTSCHLAND: ---
ÖSTERREICH:
1950 unbeständig für Wien angegeben (Forstner & Hübl 1971, Walter & al. 2002, Seebens & al. 2017, Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ: ---

 
Weitere Arten:

Cuphea hyssopifolia

Das Ysopblättrige Köcherblümchen, Cuphea hyssopifolia, ist in Mexiko und Mittelamerika beheimatet.
Sie wird häufig als einjährige Zierblume in verschiedenen Sorten wie etwa `Cupid´ oder `Lavender Pink´ gezogen, meist unter dem irreführenden Namen „Japanische Scheinmyrthe“. 
Subspontan konnte sie im Gebiet 2018 zwischen Gräbern auf dem Westfriedhof Aachen und 2017 am Ostfriedhof Herne-Horsthausen in Nordrhein-Westfalen (BBV 2019, BBV 2018) und 2016 im Schotter zwischen den Gräbern am Friedhof Liefering in Salzburg (Pilsl 2016) gefunden werden.
 

Cuphea ignea

Im südlichen Mexiko ist das Zigarettenblümchen, Cuphea ignea, beheimatet. Es ist ein Halbstrauch, der in Mitteleuropa meist einjährig als Zierblume kultiviert wird, in Sorten wie `Dynamite´ oder `Funny Face´. Die Art ist in Europa seit spätestens 1845 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008)
Subspontan wird sie ehemals bei einer Gärtnerei in Mannheim in Baden-Württemberg (Zimmermann 1913) und 2020 im Splitt nahe Gräbern am Friedhof Bad Staffelstein in Bayern (Meierott & al. 2024) angegeben. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht geführt.
 

Cuphea procumbens

Ebenfalls in Mexiko ist das Niederliegende Köcherblümchen, Cuphea procumbens, beheimatet. Die Art ist in Europa seit spätestens 1816 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008) und wird in Sorten wie `Firefly´ als Zierpflanze genutzt. Sehr selten findet sie sich im Gebiet subspontan, so ehemals angegeben für Lugano im Tessin (Hegi 1975).
 

Quellen

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2018): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2018 – www.botanik-bochum.de/fundeNRW.htm

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2019): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2018 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 10: 138-188.

Forstner W. & E. Hübl (1971): Ruderal-, Segetal-und Adventivflora von Wien – Verlag Notring, Wien.

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 5 (Teil 2). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 679−1584.

Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.



Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Pilsl P. (2016): Jacq Virtual Herbaria, Cuphea hyssopifolia - JACQ - Virtual Herbaria

Seebens H., Blackburn T. M., Dyer E. E., Genovesi P., Hulme P. E., Jeschke J. M., Pagad S., Pyšek P., Winter M., Arianoutsou M., Bacher S., Blasius B., Brundu G., Capinha C., Celesti-Grapow L., Dawson W., Dullinger S., Fuentes N., Jäger H., Kartesz J., Kenis M., Kreft H., Kühn I., Lenzner B., Liebhold A., Mosena A. (2017): No saturation in the accumulation of alien species worldwide. Nature Communications 8(2).

Walter J., Essl F., Niklfeld H. & Fischer M. A. (2002): Gefäßpflanzen. – In: Essl F. & Rabitsch W.: Neobiota in Österreich: 46–173. – Wien: Umweltbundesamt.

Zimmermann F. (1913): 1. Nachtrag zur Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen– Pollichia 27-28: 1-44.