Conopodium

Erdkastanie, Doldenblütler, Apiaceae

Gattung:

Conopodium umfasst etwa 8 Arten (Kew 2022) in Westeuropa und Nordwest-Afrika. Mannigfaltigkeitszentrum ist Spanien.
 

Conopodium majus

Französische Erdkastanie,
Conopodium majus
(Syn.: C. denudatum)  
Doldenblütler, Apiaceae
 

Steckbrief:

Bis 40 cm hohe Staude mit einer unterirdischen, haselnussgroßen, leicht abbrechenden Knolle und zwei- bis dreifach gefiederten Blättern. Dolde 6−12-strahlig, mit 0−2 Hüllblättern und weißen, winzigen Kronblättern. Frucht länglich-eiförmig, seitlich zusammengedrückt, 3−5 mm lang. Blütezeit Mai bis Juni.
 

Heimat:

In 2 Unterarten (subsp. majus und marizianum) in Westeuropa von Portugal und Italien bis Norwegen.
 

Nutzung:

Die Knollen werden seit der Zeit der Schnurkeramik (2800–2200 v.Chr.) als Nahrung genutzt. Sie dienen gekocht oder geröstet als Gemüse. Ihr Geschmack wird mit dem von Edelkastanie, Haselnuss, Süßkartoffel und Paranuss verglichen. Ein großflächiger Anbau ist aufgrund der geringen Erträge nicht zu erwarten.
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
Sehr vereinzelt subspontan in Baden-Württemberg (Hand & Thieme 2023), seit 1996 im Schlosspark Fantaisie bei Bayreuth in Bayern und dort in Ausbreitung begriffen (Meierott & al. 2024), 1961 im Westharz in Niedersachsen (Hegi 1975, Hand & Thieme 2023), Nordrhein-Westfalen (Hand & Thieme 2023), Saarland (Hand & Thieme 2023, als indigen), 1997 bis 2002 im Parkrasen am Institut für Botanik in Leipzig in Sachsen (Gutte 2006), Sachsen-Anhalt (Hand & Thieme 2023) und Thüringen (Hand & Thieme 2023). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) als indigen für das Saarland geführt.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. 1908 auch in Polen (Seebens & al. 2017) und 1816 in Schweden (Seebens & al. 2017).

 
 

Quellen

Gutte P. (2006): Flora der Stadt Leipzig, einschließlich Markkleeberg – Weißdorn-Verlag, Jena, 278 S.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 5 (Teil 2). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 679−1584.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science



Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Seebens H., Blackburn T. M., Dyer E. E., Genovesi P., Hulme P. E., Jeschke J. M., Pagad S., Pyšek P., Winter M., Arianoutsou M., Bacher S., Blasius B., Brundu G., Capinha C., Celesti-Grapow L., Dawson W., Dullinger S., Fuentes N., Jäger H., Kartesz J., Kenis M., Kreft H., Kühn I., Lenzner B., Liebhold A., Mosena A. (2017): No saturation in the accumulation of alien species worldwide. Nature Communications 8(2).